Alligator Tour 2019 - Ein Roadtrip durch Florida und Georgia

mbx4711

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Dienstag, 15. Oktober 2019: Durch den Regen nach Macon

Heute war ein etwas merkwürdiger Tag, der mir schon bei der Planung nicht so ganz gefallen hatte und zum Schluss dann auch mit ein paar Pleiten endete.

Als erstes gab es einen Wetterumschwung. War es gestern noch sonnig und sehr warm, hatten wir heute fast den ganzen Tag mehr oder weniger starken Regen, und die Temperaturen hatten sich in den Keller begeben. Generell merkten wir, das wir jetzt doch weit nach Norden gekommen sind, mit kurzen Hosen war bis zur Rückkunft in Florida erstmal Schluss, auch Pullover und Regenjacken wurden häufiger gebraucht.

Bei der Planung hatte ich irgendwann die Fahrt von und nach Atlanta geteilt und eine Zwischenübernachtung eingebaut, vor allem um die Etappen nicht zu lang werden zu lassen. Auch sollte ein bisschen Zeit sein, sich im Süden Georgias umzuschauen. Die heutige Etappe endet damit in Macon, mehr oder weniger die einzige größere Stadt entlang des Weges. "Sehenswürdigkeiten" entlang der Strecke konnte ich dem Reiseführer aber kaum entlocken.

Wir versuchten also, entlang "landschaftlich schöner" Nebenstrecken in Richtung Macon zu fahren. Das funktionierte leider nicht so richtig. Auch wenn heutige Smartphones vergleichsweise riesige Displays haben, zoomt man in die Karte rein um Nebenstraßen zu erkennen geht meist der Überblick und die Orientierung in Richtung des Ziels verloren, zoomt man hinaus um zu überprüfen ob die Richtung stimmt sieht man keine Nebenstraßen mehr. Ich kam daher auf die Idee, das es mit Papierkarten solche Probleme nicht geben würde und eröffnete die Jagd auf ebendiese. Zunächst hielten wir an einer größeren Tankstelle an - erfolglos. Dann stoppten wir bei einem Walmart, dort gab es sogar eine Bücherabteilung, und als Spontankauf verliessen wir den Laden mit einem Kalender für 4,95 Dollar - Karten hatten wir wieder nicht gefunden. Danach gaben wir es dann auf und fuhren ziemlich gerade in Richtung Macon.


Eine „Scenic Road“ im Südwesten Georgias. Die GA126 kurz vor Alamo


Und so sehen die Orte hier aus: „Downtown“ Alamo. Wir faheren auf der Commerce Street und kreuzen die Main Street

Irgendwann kam die Frage der Mittagspause auf und wir entschieden uns für Dublin, ein etwas größeres Örtchen auf dem Wege. Dort sind die Straßen im Innenstadtbereich alle nach Präsidenten benannt, und wir waren genauso schnell aus dem Ort wieder draussen wie wir hineingekommen waren, ohne ausser leeren Läden und Ruinen viel gesehen zu haben. Wir haben dann doch auf der Jefferson Street gehalten und uns umgesehen.


Erhaltene historische Gebäude, leider zum Teil leerstehend, gegenüber unseres Parkplatzes


Das grösste, schönste und höchste Gebäude wurde 1913 für die First National Bank erbaut. 2015 wurde es restauriert.


Die andere Seite ist nicht ganz so prachtvoll


Der Laden gegenüber


Die meisten Straßenzüge sehen nicht so prächtig aus: Die Madison Street Richtung Westen

In der restaurierten Ecke der Innenstadt fanden wir dann doch noch ein Restaurant. "Company Supply" hiess es, und aufgrund des Namens hatten wir es erst für irgendeinen Laden gehalten. Drinnen war es recht gemütlich und auch das Essen recht gut.



Als touristisches Ziel des Tages musste dann Milledgeville herhalten. Damit sind wir übers eigentliche Ziel hinausgeschossen, denn dieser Ort liegt einige Meilen nordöstlich Macons.

Das Örtchen war die Hauptstadt Georgias von 1804 bis 1864 und hat heutzutage immerhin gut 18.000 Einwohner. Die Innenstadt zeichnet sich durch eine große Anzahl Gebäude im "Antebellum" Look, auch "Greek Revival" gennant, aus. Die Stadt ist Sitz der Georgia College & State University mit ca. 7.000 Stunden, viele der historischen Gebäude werden von der Universität genutzt und sind von ihr auch renoviert worden. Der Campus grenzt direkt an die Innenstadt.

Um 14:30 Uhr parken wir also auf der South Wayne Street und machen uns zu Fuß bei ziemlich unentschiedenem Wetter auf einen kleinen Rundgang:


An der Ecke Green Street/Wilkinson Street


Die griechischen Säulen sind ein Kernelement dieses Architekturstils


Etwas Weiter an der Ecke Green Street/Liberty Street


Bekanntestes Gebäude in Milledgeville ist das Old Governor’s Mansion von 1839, heute ein Museum. Es gilt als eines der besten Beispiele für die ‚Greek Revival‘ Architektur im Süden. Die Seitenansicht ist allerdings eher schlicht.


Wesentlich prächtiger ist die Frontseite


Eine etwas veränderte Perpektive ergibt nun so langsam ein gutes Foto


Das Department of Art des Georgia College residiert in der Ennis Hall von 1920


Das Student Activity Center, 1913 als First United Methodist Church erbaut.


Das Gerichtsgebäude an der Wilkinson Street ist neu und wurde 1997 fertiggestellt
 

mbx4711

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Dienstag, 15. Oktober 2019: Durch den Regen nach Macon
Teil 2


Die Hancock Street östlich der Wilkinson Street


Das ‚Campus Theatre‘ Kino von 1935 ist ein Musterbeispiel für ein Kleinstadtkino, innen findet sich jetzt ein Buchladen


Der Eingang des ehemaligen Campus Theatre


Freimaurer Logen sehen wir häufiger. Der eher unscheinbare Eingang der Lodge in Milledgeville in einem Backsteinbau von 1882


Ecke Wanye Street/Hancock Street


Die First Presbyterian Church an der Ecke Green Street/Wayne Street

Damit sind wir wieder am Auto und machen uns auf zu unserem Hotel in Macon. Das liegt im Westen der Stadt, wir kommen also zunächst durch die Innenstadt, haben aber keine Lust mehr, sie zu besichtigen. Das wollen wir morgen früh tun. Stattdessen wollen wir einen Waschtag einlegen, das Hotel soll eine 'Coin Laundry" haben.

Und jetzt nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Um 16:15 Uhr, also nicht extrem früh, sind wir am Hotel. Und würde ich es auf Tripadvisor bewerten, wäre es eine der berühmten "Ich habe einen Stern vergeben, aber nur weil Null Sterne nicht geht ...." Rezensionen.

Beim Check ob es eine Laundry gibt hatte ich gesehen, das das Hotel gerade renoviert wird. Informiert wurde ich vom Hotel darüber nicht. Beim Check In sieht alles zunächst bestens aus "You have a newly renovated room on the 3rd Floor" heisst es, und auch die Lage der Laundry wird uns beschrieben und für 1 Dollar ein Päckchen Waschpulver verkauft. Das Zimmer sieht auch recht gut aus. Aber: Ich kann noch das Bad benutzen, Stephan dann kann sich nicht mal mehr die Hände waschen, denn es gibt kein Wasser mehr. Bis 18:00 Uhr ist die Wasserversorgung abgestellt. Das erfahren wir aber erst, als wir an der Rezeption nachfragen. Eine e-mail vorher würde ich für angebracht halten, spätestens beim Check-In hätte uns dies gesagt werden müssen.

Wir suchen dann noch die Laundry und finden sie auch, der Raum ist mit Baumaterial vollgestopft und unbenutzbar. Es gibt dann zwar mal für fünf Minuten Wasser, aber im Prinzip ist das Zimmer unbenutzbar, nicht mal auf die Toilette gehen können wir.

"Was machen wir?" ist die große Frage, und wir beantworten sie so wie üblich wenn man nicht weiss was man tun soll. Wir gehen Shoppen.

Dazu fahren wir zur "Macon Mall". Die liegt zwischen Hotel und Innenstadt. Ich hatte sie bereits bei der Fahrt zum Hotel gesehen und war etwas verwundert über die geringe Zahl Autos die dort parkten. Als wir jetzt auf den Parkplatz einbiegen, fühlt sich eine Schar Wildgänse gestört und die direkt am nächstgelegenen Eingang befindlichen Parkplätze sindfür den Sheriff reserviert. Den Grund dafür erfahren wir dann als wir durch den Eingang die Mall betreten. Die Macon Mall ist mehr oder weniger völlig tot, vermutlich 90 Prozent der Läden stehen leer. Neben den Büros des Sheriff gibt es ein Rekrutierungsbüro der Army, ansonsten nur lange, leere Gänge. Grossformatige historische Fotos und patriotische Sprüche verdecken die Eingänge der Läden. Einige Wenige gibt es noch, unter anderem eine Filliale von Macy's, die sich allerdings der Trostlosigkeit der Mall angepasst hatte, Einkaufen wollten wir dort nicht (Die Schliessung dieser Filliale gab Macy's dann im Dezember bekannt, noch bevor sie im Februar eine größe Schliessungswelle von 125 Läden in den ganzen USA bekanntgaben).

Mit Shopping war also auch nichts.





Der Food Court der Mall sah genauso trostlos aus wie der Rest, wir setzen uns also wieder ins Auto und irgendwie landeten wir bei einem Imbiss namens McAlister's Deli, auch völlig leer, wo wir uns zwei Softdrinks leisteten und überlegten, wo wir jetzt zum Abendessen hin sollten.

Ich fand ein Restaurant namens 'Michael's' in Downtown, das eigentlich gute Kritiken hatte. Auf der Mulberry Street gab es eine freie Parkuhr für uns; als wir dann aber durch die Tür ins Restaurant schauten, sahen wir darin nicht einen Gast, nur die Bedienung sass irgendwo hinten an einem Tisch und aß - und winkte uns zu. Da an Öffnungszeiten in der Tür mit 'ab 7 Uhr' angegeben war, dachten wir, wir wären zu früh und zogen wieder ab (Wir waren übrigens nicht zu früh, wie wir am nächsten Tag bemerkten, es war 7 Uhr morgens gemeint, dann versucht man mit Frühstück Geld zu verdienen. Aber einziger Gast in einem Restaurant möchte ich sowieso nicht sein.)

Wir machten dann einen Rundgang um den Block und es gibt in Downtown Macon schon einige Restaurants und Bars, die uns zum Teil aber etwas zu rustikal vorkamen. Letztendlich landeten wir bei Oliver's Corner Bistro an der Ecke 2nd Street/Poplar Street. Ich hatte gegrillten Lachs und Stephan ein Steak. Das Essen war recht gut, der Service aber mit zumindest einem gröberen Schnitzer. Stephan wurde, noch mit dem Hauptgang beschäftigt und gerade an einem Bissen kauend, gefragt, ob er Dessert haben möchte.

Nach dem Essen ging es dann zum Hotel zurück. 20:15 Uhr waren wir wieder da und wurden an der Rezeption freudig begrüsst mit der Neuigkeit, das die Wasseversorgung wieder funktionieren würde. Als Ausgleich für unsere Unannehmlichkeiten erstatte man uns den Dollar fürs Waschpulver. Ich hab es glaub ich sogar geschafft "Thank you" zu sagen.

Den Rest des Abends haben wir es uns dann auf dem Zimmer gemütlich gemacht, das ging soweit ganz gut; obwohl, ein paar Überraschungen hielt das Hotel noch für uns bereit, darüber mehr Morgen.

Dies war der erste Tag mit einer längerer Fahrstrecke, gefahren sind wir 252 Meilen.
 

Reisezottel

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Früher habe ich uns Kartenmaterial beim AAA geholt, für ADAC Mirglieder kostenlos. Waren auch immer sehr nette Gespräche mit den Mitarbeitern dort.

Bin ja mal gespannt, was für "Überraschungen" das Hotel noch für Euch hatte und freue mich auf die Fortsetzung
 

Cawu

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Na, da bin ich wie Reisezottel auch gespannt, was von Hotelseite noch so kommt! Hab ich schon erwähnt, dass mir der Bericht sehr gut gefällt ... 🤔😃👍🏻
 

Revilo

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Ich bin auch noch mal schnell hinterher gereist, interessanter Schreibstil und auch sehr informativ!

Die Fotos sind der Hammer! Darf ich fragen, womit Du die gemacht hast?

Wir sind auch immer gern mit dem Metromover gefahren.

Hach, Miami. Ich kann immer noch nicht verstehen, wie es bei meinem 1. Besuch nicht gleich Liebe sein konnte. Mittlerweile hab ich mich in die Stadt echt verliebt.
 

Densa

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Dieses Jahr ist es unser dritter Anlauf mit Miami. Fand es immer irgendwie unsympathisch, außer das Dolphins spiel letztes Jahr, das war schon ein Erlebnis. Dieses mal gucken wir uns aber auch das erste mal wirklich etwas an und wohnen zentral in Brickell und nicht in irgendeinem Flughafenhotel.

Mal gucken ob es mir gefällt oder nicht.
 

mbx4711

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Mittwoch, 16. Oktober 2019: Macon - Decatur

Geschlafen haben wir in der Nacht gut, insoweit war das Hotel in Ordnung. Und Wasser gab es am Morgen immer noch, wir duschten also schnell und gingen dann zum Frühstück.

Die nächste Enttäuschung erwartete uns dort. Ich kann mich nicht mehr an die genauen Begebenheiten erinnern, aber das angebotene Essen war von schlechtester Qualität, angefangen bei billigsten Papptellern, und der Kaffee tatsächlich nur lauwarm. Ich hatte ein Joghurt und Stephan einen Toast mit Marmelade, dann gaben wir es auf und nahmen uns vor, später im Lauf des Vormittags ordentlich zu frühstücken.

Noch zwei Anmerkungen zum Zimmer:

Neben dem Bett war jeweils eine Steckdosen-/ USB-Leiste angebracht. Als ich Abends mein Handy zum Laden dort anschloss, passierte nichts. Ein Blick unters Bett zeigte warum: Der Stecker, mit dem diese Leisten an eine normale Wandsteckdose angeschlossen werden, hing lose herunter.

Auf dem Foto unten sieht man an der Wand eine Chaiselongue. Mit dem Rückenteil links war sie unbrauchbar, sass man bequem darauf starrte man unweigerlich an die Wand und wurde von der Lampe noch geblendet. Fernsehschauen in bequemer Haltung war unmöglich.

1a

Wir packen also unsere Sachen zusammen, werfen die Keycard des Zimmers auf die Theke der Rezeption und verlassen wort- und grusslos das Hotel.

Ganz vergessen habe ich, den Namen dieses Hotels zu erwähnen: Es war das Holiday Inn Express & Suites Macon West

Auf dem Programm steht die Besichtigung von Downtown Macon. Wir fahren hintenherum zur Stadt, die eher trostlose Hauptstraße 'Eisenhower Parkway' sind wir gestern satte drei Mal gefahren. Wir kommen aus nördlicher Richtung in die Stadt und landen direkt beim Hay House, einer der Sehenswürdigkeiten in der Stadt. Kostenlose Parkplätze gibt es hier genug, wir steigen also aus und beginnen unseren Rundgang. Den dokumentiere ich hier am Besten anhand der entstandenen Fotos:


Als Erstes werfen wir einen Blick aufs Hay House unweit unseres Parkplatzes


Das Hay House wurde 1855 bis 1859 erbaut. Die Architektur ist ‚Italian Renaissance Revival‘ Stil, im Gegensatz zum ‚Greek Revival‘ Stil der Antebellum Epoche, den wir z.B. gestern in Milledgeville gesehen haben. Es gibt Touren durchs Haus, die haben wir uns jedoch gespart.


Ein paar Meter weiter entlang der Mulberry Street kommen wir zum Cannonball House von 1853. Den Namen hat es vom Einschlag einer Kanonenkugel während des Bürgerkriegs, einen Grund für die davorstehende Konone gibt es nicht.


Weiter entlang der Mulberry Street begegnet uns wieder eine Freimaurerlodge


Als nächste religiöse Stätte kommt die Mulberry Street United Methodist Church


Wenige Hausnummern weiter die First Presbyterian Church


Ideen haben die dortigen Gemeinden. Die Presbyterian Church hat eine Parkuhr für Spenden aufgestellt.


Das Grand Opera House wurde 1884 gebaut


Der Straßenübergang davor sieht wie ein roter Teppich aus


Jetzt sind wir mitten in Downtown an der Kreuzung Mulberry Street/Second Street. Im Gebäude das Restaurant (Michael's), wo wir gestern fast gegessen hätten


Blick entlang der Second Street


Mal wieder ein Gerichtsgebäude: Seit 1998 heisst es William Augustus Bootle Federal Building and U.S. Courthouse, gebaut wurde es 1905-1908. Die Statue davor, gefertigt 1885, stellt William M. Wadley dar, Präsident der Central Georgia Railroad


Kommen wir zur Musik in Macon. Das Macon ein Zentrum des Südstaaten Rocks war, bringt einem dieses Mural in Erinnerung. Es gibt auch ein Museum über die Allman Brothers Band, aber da es erst um 11 Uhr öffnet, haben wir es nicht besichtigt


Aus Macon stammte Otis Redding, eine Statue am Flußufer erinnert an ihn


Was es noch gibt in Macon, ist Verfall. Eine ehemalige Tankstelle an der Walnut Street. Mir fiel kürzlich ein Reisefüher aus den 90ern in die Hände, nach den Fotos darin zu urteilen sieht es heute in Macon wieder sehr gut aus.


Auf dem Rückweg kommen wir noch am Capitol Theatre in der Second Street vorbei. 1897 erbaut, war es ein Kino ab 1917 und wurde 1975 geschlossen. 2006 wurde es nach Renovierung wiedereröffnet.


Die katholische St. Josephs Kirche, erbaut 1889-1903, sehen wir nur aus der Ferne

Das wir die Kirche nur aus der Ferne gesehen haben, liegt ein bisschen am Hotelfrühstück. Ich bin kein Frühstückstyp, eine Tasse Kaffee reicht mir, um bis in den Nachmittag hinein ohne weiters Essen auszukommen. Im Gegensatz dazu Stephan, der nicht nur ein Frühstück braucht, sondern auch regelmässig weitere Mahlzeiten. Ich hatte nun beim Umherlaufen in Macon prompt vergessen, das wir ja das Frühstück nachholen wollten. Als Stephan mich dann doch daran erinnert hat, fand sich nichts Sinnvolles entlang unseres Weges in Downtown, wir sind daher zum Auto zurück und zum nächsten Starbucks ein paar Meilen entfernt in den Suburbs. Da gab es dann endlich ein gemütliches Frühstück.

"Was Nun?" war mal wieder die Frage, eigentlich stand noch der Ocmulgee National Historic Park auf der Liste, aber dafür hätten wir nach Macon zurückfahren müssen. Ich entschied mich stattdessen für "Historic Clinton". Darüber fand ich etwas im Web, in Reiseführern wird es nicht erwähnt. Über Nebenstraßen machten wir uns dahin auf, es liegt am Rande des heutigen Ortes Grey.

Clinton wurde 1808 gegründet und war damals eine Grenzstadt zu den Indianergebieten hin und Sitz des Jones County. 1820 war es die viertgrößte Stadt in Georgia. Viel ist davon nicht geblieben, nach dem Bürgerkrieg ging es mit Clinton bergab. Einige der alten Häuser sind erhalten, und einmal im Jahr veranstaltet die Historic Society 'War Days', in denen Bürgerkriegsschlachten nachgestellt werden.

Wir haben uns einmal umgesehen:


Eine der Straßen in der Siedlung


Das McCarthy-Pope House, 1809-10. Dies ist das älteste erhaltene Haus


Das Parrish-Billue House, 1810


Das Locket Hamilton House, 1830


Das Barron Blair House, 1810-1820

....
 

mbx4711

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Mittwoch, 16. Oktober 2019: Macon - Decatur
Teil 2



Den Tag ausgefüllt hat die Rundfahrt durch Clinton jetzt nicht, und daher sind wir dann doch noch nach Macon zurück zum Ocmulgee National Historic Park. Besiedelt seit prähistorischer Zeit, finden sich hier Bauten aus der Zeit der Mississippi-Kultur. Grösste Attraktion ist eine 1.000 Jahre alte 'Earth Lodge'. Es gibt hier viele und interessante Informationen über die Indianer Kulturen, fotografisch ist es natürlich nicht so ergiebig.


Der Eingang zur Earth Lodge


Der Fußboden im Inneren wurde auf 1015 datiert


Blick über die Wälder Georgias


Wir nutzen diese als Hintergrund für ein Selfie


Hier sieht man zwei der künstlichen Hügel, Great Temple Mound und Lesser Temple Mound. Im Vordergrund lag in der englischen Kolonialzeit eine Trading Post


Blick vom Great Temple Mound zum Visitor Center


Lesser Temple Mound (links) und Great Temple Mound von der Straße aus

Nach dem Besuch machen wir uns auf zum Tagesziel, Decatur bei Atlanta. Das es heute etwas chaotisch zugeht, erkennt man daran das der Weg direkt an Grey vorbeiführt, wo wir vorher Historic Clinton besichtigt haben.

Es geht zunächst durch landschaftlich schöne Wald- und Seengebiete, später auf der Autobahn flott nach Decatur. Decatur ist eine Kleinstadt einige Meilen vor Atlanta, wo wir zwei Tage übernachten.



Unser Hotel ist das Hampton Inn & Suites, recht neu und auch recht komfortabel. Es liegt direkt in der Innenstadt Decaturs. Am Anfang haben wir mal wieder mit leichten Problemen zu kämpfen. Mal abgesehen davon, das es beim Einchecken füchterlich langsam zugeht, erwähnt der Herr an der Rezeption, das wir ein Zimmer im Erdgeschoss erhalten. Nun kann man bei Hampton vorher Online einchecken, und wir hatten uns dabei ein Zimmer in einem oberen Stockwerk ausgesucht. Ich frage daher, warum wir dieses Zimmer nicht bekämen, und die Ausrede war, das die Datenbank falsch wäre. Er sucht aber im Computer und findet ein anderes Zimmer für uns. Wir schnappen uns das Gepäck, fahren mit dem Aufzug nach oben und entlang der Flure zum Zimmer. Der erste Blick nach dem Öffnen der Tür fällt direkt auf einen geöffneten Koffer im Zimmer, wir haben tatsächlich ein bereits belegtes Zimmer zugewiesen bekommen. Zum Glück ist die zum Koffer gehörende Person nicht anwesend. "Zurück auf Start" heisst es daher, wir gehen zurück zur Rezeption. Dem Herrn ist das Ganze sehr peinlich, er sucht wieder im Computer und findet noch ein anderes Zimmer. Wir also wieder zum Aufzug und entlang der Flure, das neue Zimmer erweist sich tatsächlich als leer.



Einen Vorteil hat das neue Zimmer, es liegt fast direkt gegenüber der Guest Laundry. Wir holen den gestern ausgefallenen Waschtag nach.

Nachmittags erkunden wir dann Downtown Decatur. Hier gibt es eine Station der Schnellbahn von Atlanta, mit der wir morgen dann einen Ausflug nach Atlanta machen wollen.

Am zentralen Platz in Decatur steht das 'Historic DeKalb Courthouse', erbaut 1916-18 unter Verwendung der Reste des bei einem Brand zerstörten Vorgängerbaus von 1898. Benutzt wurde es bis 1967:




Restaurants gibt es in Decatur jede Menge, wir entschieden uns für Ted’s Montana Grill, eine kleinere Kette, die Bisonburger serviert.



Beim Warten aufs Essen übt sich Stephan in Portraitfotographie:


Das Hampton Inn hier hat wie in Miami eine Bar, dort leisten wir uns einen Whiskey als Gute-Nacht-Drink. Der Barkeeper empfiehlt uns einen Whiskey aus Colorado, aber er ändert meine Meinung nicht: Whiskey können die Schotten besser.

Die Fahrstrecke war heute 152 Meilen.
 

gumpi67

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Der erste Blick nach dem Öffnen der Tür fällt direkt auf einen geöffneten Koffer im Zimmer, wir haben tatsächlich ein bereits belegtes Zimmer zugewiesen bekommen. Zum Glück ist die zum Koffer gehörende Person nicht anwesend. "Zurück auf Start" heisst es daher, wir gehen zurück zur Rezeption. Dem Herrn ist das Ganze sehr peinlich, er sucht wieder im Computer und findet noch ein anderes Zimmer. Wir also wieder zum Aufzug und entlang der Flure, das neue Zimmer erweist sich tatsächlich als leer.
Genau so etwas ist meinem Mann und mir Anfang der 90er einmal in London passiert. :oops: Nur waren bei uns die beiden Kofferinhaber anwesend - zum Glück gerade gechillt und vor allem angezogen vor dem Fernseher. Die haben uns damals mindestens so ungläubig angesehen wie wir sie. Nach einem kurzen "sorry" haben wir die Türe von außen wieder geschlossen und sind unmittelbar danach bei der Rezeption aufgeschlagen. Dem Personal dort war es ebenso peinlich wie bei euch. :cool:

Ich verfolge euren Reisebericht immer noch mit viel Interesse, eure Erlebnisse im vorherigen Hotel und lediglich den Dollar retour für's Waschmittel kann auch was. Wann gibt es auf den Bewertungsportalen endlich Minuspunkte? :unsure:
 

TommyundKaddy

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Was für ein toller und abwechslungsreicher Reisebericht! Ich bin völlig fasziniert von euren Erlebnissen, den Fotos und einfach allem. Bin sehr gespannt, wie es weiter geht und was ihr noch erlebt habt.
 

Revilo

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Dieses Jahr ist es unser dritter Anlauf mit Miami. Fand es immer irgendwie unsympathisch, außer das Dolphins spiel letztes Jahr, das war schon ein Erlebnis. Dieses mal gucken wir uns aber auch das erste mal wirklich etwas an und wohnen zentral in Brickell und nicht in irgendeinem Flughafenhotel.

Mal gucken ob es mir gefällt oder nicht.
Na, das ist ja schon mal ein gewaltiger Unterschied. Ein Flughafenhotel ist sicherlich nicht repräsentativ für eine Stadt.

Und Miami ist so vielseitig. Brickel sehr modern, aber es gibt auch so viele tolle andere Stadteile. Teilweise älter und architektonisch oft sehr unterschiedlich und interessant.

Miami hat so viel zu bieten, eigentlich für jeden etwas (ausser man hasst Grossstädte).
 

Revilo

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Oh man, das Hotel in Macon war ja wirklich ein Reinfall, die Stadt zeigte sich aber kaum in besserer Form. Trotzdem bringst Du das noch lesenswert rüber - Respekt!
 

mbx4711

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Oh man, das Hotel in Macon war ja wirklich ein Reinfall, die Stadt zeigte sich aber kaum in besserer Form. Trotzdem bringst Du das noch lesenswert rüber - Respekt!
Macon hat die gleichen Probleme wie alle anderen Städte auch. Zuerst die Abwanderung der Geschäfte in die Malls in den Suburbs, dann jahrzehntelange wirtschaftliche Probleme und jetzt die Folgen des Online-Booms und Internetshopping. Als ich 1991 das erste mal in Miami Downtown war, sah es da ebenfalls fürchterlich aus. Damals möchte ich wirklich nicht durch Macon durchgefahren sein. Es gibt jedenfalls einen authentischeren Eindruck von den alltäglichen USA wie z.B. St. Augustine.
 

mbx4711

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Donnerstag, 17. 10. 2019: Atlanta

"Tagesausflug nach Atlanta", das ist der Programmpunkt für Heute. Uns ist natürlich klar, das dies nur ein sehr oberflächlicher Besuch der Stadt sein kann, an einigen Highlights mal kurz vorbeischlendern.

Der ÖPNV in Atlanta liegt in Verantwortung von Marta, oder, ausgeschrieben, ‚Metropolitan Atlanta Rapid Transit Authority‘, und ist recht gut ausgebaut. Es gibt ein Schnellbahnnetz aus zwei Strecken, die sich in der Innenstadt kreuzen. Decatur und unser Hotel liegen an der Ost-West Linie, die Station ist nur wenige Hundert Meter vom Hotel entfernt. Es kann also losgehen, am Automaten werden zwei Tageskarten gezogen und wir warten auf die nächste Bahn.


Die Station in Decatur


Martas Tickets sind bunt, aber teuer. Mit 10 Dollar liegt die Tageskarte für die USA preislich in der Oberklasse. Wie fast überall haben die Tickets einen NFC-Chip

Die Kreuzungsstation in der Innenstadt heisst 'Five Points', wir fahren noch eine weiter bis "GWCC/CNN Center".


Ans Tageslicht gekommen, erfahren wir, was GWCC heißt: Georgia World Congress Center. Auf dem Foto ist es hinten zu sehen. Die Station liegt mitten zwischen diversen Veranstaltungszentren bzw. Stadien, rechts ist die 'State Farm Arena'


Nur wenige Meter weiter fühlt man sich wie Zuhause im Ländle. Der gute Stern auf allen Straßen prangt am Stadion


Auf dem Weg in die Innenstadt kommen wir dann am CNN Center vorbei

Unser erstes Ziel ist der "Centennial Olympic Park", der 1996 anlässlich des 100jährigen Jubiläum der Olympischen Spiele gestaltet wurden. Die Spiele fanden damals auch in Atlanta statt. Wir laufen einmal quer durch den Park.




Der Fountain of Rings im Centennial Olympic Park


Statue des Begründers der modernen olympischen Spiele, Pierre de Coubertin

Nach dem Park kommen wir dann zu den zentralen touristischen Highlights in Atlanta. Als erstes ist da der Tempel für Zuckerbrausefans zu erwähnen. Da ich kein großer Fan dieses Getränks bin, habe ich es bei der Bewunderung der Fassade belassen. In den Souvenirshop wäre ich ja noch hineingegangen, aber selbst da wollte man unsere Taschen durchsuchen. "Thanks but no thanks" heißt es darum und wir lieber weiter.


Eingang der World of Coca-Cola


John Stith Pemberton, der Erfinder von Coca-Cola. Liest man seine Biografie, ist er dadurch wohl nicht glücklich und reich geworden.

Gegenüber liegt das Georgia Aquarium, architektonisch auch sehenswert, aber leider hinter Planen und Baugerüsten verborgen. Für das noch viel sehenswerte Innere hatten wir leider keine Zeit.


Direct neben der Coca-Cola World, aber mit wesentlich ernsterem Hintergrund, das National Center for Civil and Human Rights.

Unser Rundgang führt uns östlich zur Peachtrea Street, der wir dann südlich folgen und damit in die eigentliche Stadtmitte kommen.


nahe der Baker Street


Zwei Standard Touristenfallen an der Kreuzung mit dem Andrew Young International Bld


Weiter entlang der Peachtree Street


Das Candler Building von 1904, damals das höchste Gebäude Atlantas


Der International Piece Fountain (Peachtree Street/Auburn Street)

Damit begegnen wir nun der neuesten Errungenschaft in Atlantas öffentlichen Nahverkehr: der Straßenbahn. Wie in vielen Städten soll sie zur Revitalisierung der Innenstadt beitragen, und verbindet auf einem Rundkurs den King Historical District mit der Innenstadt und dem Centennial Olympic Park. Der Erfolg ist wohl sehr mäßig, zum Einen muss man sie extra bezahlen und häufig dürfte man zu Fuß schneller sein.


Eine Bahn an der Haltestelle Woodruff Park


Innen in der Bahn

Wir kommen damit zum King Historical District. Hier in der Nähe des Geburtshauses von Martin Luther King jr. finden sich die diversen Informations- und Gedenkstätten an den Vertreter der schwarzen Bürgerrechtsbewegung.


„Sweet Auburn“, wie der Stadtteil auch genannt wird, war und ist nicht die beste Gegend in Atlanta. Dies ist die Edgewood Avenue Richtung Stadt


Und hier in Richtung stadtauswärts
 

mbx4711

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Donnerstag, 17. 10. 2019: Atlanta
Teil 2


Das Behold Monument von Patrick Morelli am Eingang des Martin Luther King Historical Park.

Es gibt dort einmal den unter Nationalparkverwaltung stehenden Historical Park mit einem Informationszentrum, dazu gehören ebenfalls die Gebäude entlang der Auburn Avenue, u.a. Kings Geburtshaus. Daneben gibt es das "private", von seiner Frau nach seinem Tode gegründete, King Center.


Der Reflecting Pool im King Center


Das Grabmal für Martin Luther King Jr. und seine Frau


Die stark verfallenen Häuser an der Auburn Avenue sind inzwischen vom National Park Service renoviert wurden. Kings Geburtshaus ist in der Mitte.


Die zum historischen Komplex gehörende Feuerwache No. 6


Die historische Ebenezer Baptist Church


In der Ebenezer Baptist Church

Nach dem Besuch des Areals fahren wir mit der Straßenbahn wieder in die Stadt zurück und von dort geht es mit der U-Bahn weiter nach Norden. Ziel ist das Woodruff Arts Center, dort findet sich u.a. das High Museum of Art. Wir haben allerdings nur vor, die preisgekrönte Architektur zu bewundern, ein Besuch des Museums steht nicht auf dem Programm.


Die Bahnstationen liegen zum Teil tief unter der Erde


Ein Zug fährt in die Peachtree Center Station ein


Blick über den Campus


Der Eingang des High Museum of Art


Roy Lichtensteins „House 3“ steht vor dem Museum


Ebenfalls davor steht die Statue „Invisible Man“ von Glenn Kaino. Sie wurde anlässlich der Ausstellung “With Drawn Arms” (2018) geschaffen, und diese Ausstellung widmete sich ebenfalls der Bürgerrechtsbewegung. Dargestellt ist der Leichtathlet Tommie Smith, der während der Olympischen Spiele 1968 bei der Siegerehrung des 200m Laufs mit ausgestreckter Faust gegen die Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung protestierte.


Das Museum von der Peach Tree Street aus

Nachdem wir eine Kaffeepause gemacht hatten und noch die Gänge des Konzerthauses (Atlanta Symphony Orchestra) im Rahmen der Suche nach einer Toilette besichtigt haben, fahren wir mit der Bahn noch weiter nach Norden bis zur Perimeter Mall, einer der im Umkreis um Atlanta gelegenen Shopping Malls.

Grund für die vielen Besuche in den Malls war in Teilen meine Unentschlossenheit, mir das allerneueste IPhone 11 zu kaufen. Sinnvoll wäre es nur wegen der Kamera gewesen, für alles Andere war mein kein Jahr altes IPhone XR mehr als gut. Als wir in Miami ankamen, gab es die Dinger nur auf Vorbestellung mit zwei Wochen Wartezeit, jetzt konnte man sie wohl sofort mitnehmen. Nachdem die Hälfte des Urlaubs ohnehin schon rum war und es nicht mehr so viel zu fotografieren gab, siegte die Vernunft und das Teil blieb im Ladenregal. Mindestens fünf Apple Shops haben wir auf diese Weise aber besichtigt.


In der Perimeter Mall


Wohl nur in den USA möglich: Eine Ausstellung in der Mall feiert das 50jährige Jubiläums einer Autobahneröffnung

Danach geht es dann in einem Rutsch mit Umsteigen an 'Five Points' zurück nach Decatur und zum Hotel.

Ich hätte ja jetzt behauptet, das wir danach noch im Pool des Hotels eine Badepause eingelegt haben. Aber die Auswertung der GPS Tracks legt nahe, das es gestern war, während wir auf Waschmaschine und Trockner warteten.

Jedenfalls, um 17:10 Uhr sind wir zurück im Hotel, und um18:40 Uhr sind wir schon unterwegs zum Abendessen. Ausgesucht haben wir uns Twain's Brewhouse. Irgendwie haben wir uns da nicht so ganz wohlgefühlt, das ist aber total subjektiv, eigentlich gab es an Bier, Essen und Service nichts auszusetzen.


Twain’s Brewhouse von aussen …


… und von innen

Das wars immer noch nicht, es gibt noch einen Punkt auf der Tagesordnung. Auf dem Rückweg zum Hotel schlendern wir über den Decatur Square und durch die angrenzenden Straßen und schauen uns die Shops und Restaurants/Bars an.







Dann gibt es noch einen Whiskey im Hotel (diesmal irischen) und nun ist der Tag für uns wirklich zu Ende.
 

Densa

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Apensen
ach Atlanta. Ich mag die Stadt. Die Coca Cola World lohnt sich nur wegen dem Gift Shop und der Verkostungshalle, in der man die unterschiedlichsten Coca Cola Produkte aus verschiedenen Ländern probieren kann. Das CNN Building nebst Foodcourt finde ich auch einen Besuch wert. Fast direkt daneben liegt die College Football Hall of Fame, mein persönliches Atlanta Highlight :)
Das Aquarium ist auch toll, aber man braucht wirklich eine Menge Zeit.

Wer auch am Abend in Atlanta bleibt, dem empfehle ich Fox Brothers BBQ, das beste BBQ was wir auf unserer gesamten Südstaaten Tour hatten. Aber Zeit mitbringen... Es ist wohl oft sehr voll.

Danke für den tollen Reisebericht. Ich merke wieder, ich hab mit 30 Tagen/Jahr einfach viel zu wenig Urlaub :D
 

Reisezottel

FLI-Silver-Member
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Ort
Fellbach
Atlanta, Peach Tree Street - plötzlich muss ich an Scarlett O'Hara denken :hug: . Könnte ich auch mal wieder lesen!

Und schon ist auch Atlanta auf der Reiseliste der noch zu bereisenden Wünsche gekommen!

Vielen Dank für die tollen Impressionen (y)
 

Travel_Me

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Tolle Bilder. Atlanta hatte ich irgenwie noch nicht so auf dem Schirm. Das hat sich jetzt wohl geändert ;)
 

topefa

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Ein super Reisebericht genau nach meinem Geschmack! :D

Ich lese schon auf Raten begeistert mit und muss jetzt endlich was schreiben. Ich liebe Eure vielseitige Reiseroute mit den interessanten Stationen und vielen Sehenswürdigkeiten, die nicht so mainstream sind! (y)(y) Ich habe es genossen, unser Hotel in Miami und die Umgebung wiederzusehen und dabei auch noch ausführlich in die öffentlichen Fortbewegungsmittel Einblick bekommen zu haben. Dann das wunderbare St. Augustine und die ganze Gegend um Mayport herum, inkl. Fort Caroline und Kingsley Plantation. Hat mir vor Jahren sehr gut gefallen, wir verbrachten auch etwas Zeit auf Amelia Island, was meine Begeisterung für die Region und dortige Atlantikküste bis nach Georgia hinein noch zusätzlich anfachte. Vielen Dank für die wunderschönen Bilder von dort :love: und die vielen neuen Ideen, wie Okefenokee Swamp! Die Architektur des alten Südens auf Eurem Pfad nach Atlanta (wie z.B. Hay House) und die Häuserzeilen von Decatur im Zentrum gefallen mir ausgesprochen gut, ist genau mein Ding. Atlanta als Dreh- und Angelpunkt im Süden hat auch manch Interessantes zu bieten, und lohnt auf jeden Fall einen Aufenthalt.

Ich finde es gut, dass Du auch die weniger schönen Seiten oder Vorkommnisse ansprichst und zeigst, das macht den Reisebericht authentischer. Toll auch die vielen Informationen zu den Orten, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten! 👏

Nun bin ich sehr gespannt, wie Eure Reise weiterging.

LG und schönes Wochenende,

Topefa
 

mbx4711

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Freitag, 18. Oktober 2020: Nach Süden bis Columbus

Der Kurzbesuch in Atlanta ist dann auch schon wieder vorbei, es geht Richtung Süden. Das Hotel hat Valet Parking, was ich ja nicht mag, aber hier unvermeidbar war. Auch dabei geht man mit der Zeit, man kann dem Team eine SMS mir der Nummer des Abholscheins schicken, und das Auto soll dann wenige Minuten später bereitstehen. Das haben wir ausprobiert, und nach dem Frühstück, als wir auf dem Zimmer die Sachen zusammengepackt haben, eine entsprechende SMS losgeschickt. Und tatsächlich, als wir dann nach dem Auschecken an der Hotelvorfahrt ankamen, stand unser Wagen schon da und wir konnten gleich loslegen.

Dem Navi hatten wir verboten, Autobahnen zu benutzen, und so es ging über mal breitere, mal schmalere Straßen durch diverse Wohngegenden und Industrieviertel im Süden Atlantas. Und wenn man dann mal aus Atlanta heraus ist, was allerdings einige Zeit dauert, wird es ländlich. Im Gegensatz zur Hinfahrt ist die Landschaft nicht flach, es gibt es hier im Südwesten Georgias durchaus einige (niedrige) Berge. Und irgendwo da liegt dann Warm Springs, das wir nach Anderthalb Stunden Fahrt erreichen.

Wie der Name sagt, gibt es hier warme Mineralquellen. Diese sind mit ein Grund, warum der unter Polio leidende spätere US Präsident Franklin D. Roosevelt ab 1921 hierher kam. 1932 baute er das "Little White House" als Ferienresidenz. Roosevelt starb in Warm Springs im April 1945, seit 1948 ist das Little White House ein Museum und heute unser erstes Ziel. Neben dem eigentlichen Little White House gibt es dort ein Museum, das über Franklin D. Roosevelt, seine Politik und natürlich seine Aufenthalte in Warm Springs informiert.


Roosevelt auf der Terasse des Little White House


Blick in die Ausstellung. Der blaue Wagen ist ein Ford von 1938, mit dem Roosevelt Ausflüge in die Umgebung durchführte


„Walk of Flags and Stones“ ist eine Allee, gesäumt von den Flaggen und von Gestein aus allen Staaten, die 1945 die USA ausmachten


Am Ende steht das „Mustian Place“ genannte Cottage von Georgia Wilkins. Sie vermachte es der Roosevelt Foundation zur Verwendung als Museum. Nachdem für das Museum ein Neubau errichtet wurde, dient es als Verwaltung.


Der Eingang zum Little White House mit dem Wachposten


Zunächst kommt man an zwei Gebäuden für Angestellte und Gäste vorbei


Das „Little White House“


Das Wohnzimmer Roosevelts


„The Unfinished Portrait“ – Die Künstlerin Elizabeth Shoumatoff arbeitete zum Zeitpunkt von Roosevelts Tod an diesem Gemälde

Nach dem Besuch geht es für uns weiter entlang der Route 190 ("Pine Mountain Highway") mitten durch die Berglandschaft.


Bei diesem Blick von einem Aussichtspunkt auf die Wälder Georgias erinnern wir uns an den auf dem ersten Foto lesbaren Spruch Roosevelts

Nächster Stop ist im Ort Pine Mountain für unsere Mittagspause. Der Ort ist füchterlich klein, ein Rundgang um den historischen Block dauert keine 5 Minuten. Wir finden dort „Unique Expressions“ Gallery and Coffee Shop und dort gibt es Sandwiches.


Downtown Pine Mountain

Ein Frisiersalon im Ort


„Unique Expressions“ Gallery and Coffee Shop


Zu kaufen gibt es allerhand …

Weiter im zweiten Teil!
 
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