Tag 5: Abreisetag
Um 10.00 Uhr müssen wir aus der Wohnung auschecken. Um 18.50 Uhr geht der Rückflug nach Frankfurt. Am Abreisetag sind wir eigentlich auf Abreise und nicht mehr auf große Aktivitäten eingestellt. Damit stellt sich das Problem, wie die Zeit bis dahin überbrücken? Und was bis dahin mit dem Gepäck machen.
Nach kurzer Diskussion steht unser Plan: Das Gepäck am Hauptbahnhof Estacion de Sants lagern und dann weiter auf den Montjuic, den 173 m hohen Hausberg Barcelonas.
Auf ihm wurden sowohl die Weltausstellung 1929, als auch Weltmeisterschaftsläufe für Formel 1 und Motorräder und die Olympischen Sommerspiele 1992 ausgetragen. Er beherbergt einige Sehenswürdigkeiten wie das Museu Nacional d’Art de Catalunya (MNAC), das Castell de Montjuïc und der botanische Garten Jardí Botànic de Barcelona, die Fundacion Joan Miro sowie die Wasserspiele der Magic Fountain of Montjuic.
Dass unsere Planung einige Haken hat, stellen wir erstmals an der Gepäckaufbewahrung am Hauptbahnhof fest. Für unsere vier Rucksäcke sollen wir jeweils 10 € löhnen, das ist uns für die wenigen Stunden dann doch zu viel. Wir lassen sie also geschultert und fahren mit der Standseilbahn (die in der Hola-Card beinhaltet ist) auf den Hügel.
Gerne hätten wir das Miro-Museum besucht, aber weil Montag ist, hat es geschlossen, ebenso wie das MNAC. Also stiefeln wir hoch zum Castell. Unterwegs ergeben sich schöne Blicke auf Stadt und Hafen.
Für alle, die Barcelona auf einer Kreuzfahrt ansteuern, your arrival is here:
Am Castell können wir die Rucksäcke in den dortigen Schließfächern abstellen und besichtigen in Ermangelung anderer Highlights die Festung. Der Eintritt beträgt pro Person 12 €.
Gebaut wurde die Festung ursprünglich, um den Hafen und die Stadt Barcelona zu schützen. Die ersten Mauern wurden 1640 errichtet, während der Revolte gegen Felipe IV. 1751 wurde die alte Festung zerstört und in den Folgejahren wurde das Castell de Montjuïc in seiner heutigen Form erbaut. Außerdem wurde es mit 120 Kanonen ausgestattet.
Das Castell sollte sich zum Schreckensort entwickeln: Denn seit die Katalanen von Spanien im Jahr 1714 besiegt wurden, beherrschten die neuen Machthaber das Fort. So wurde im 19. Jahrhundert von hier aus mehrmals Barcelona bombardiert. Während des Franco-Regimes wurden hier mehrere Gegener des Regimes gefangen gehalten und hingerichtet. Nach seiner Zeit als Militärgefängnis richtete Franco in den 1960er Jahren im Fort ein Militärmuseum ein. Seit 2007 gehört das Castell wieder der Stadt Barcelona und seinem jetzigen Zweck zugeführt.
Wir laufen die Außenmauern ab und gucken uns die kleinen Aufstellungen an.
Das Castell ist kein wirkliches Must-See, doch ganz nett, aber offensichtlich gibt es noch nettere Regionen
Danach trennen wir uns. Simone und ich gehen zum botanischen Garten. Von außen können wir schon einen Blick hinein werfen, sind aber nicht wirklich überzeugt und marschieren weiter zum MNAC.
Hier ergibt sich nochmal ein schöner Blick auf den Plaza Espana mit dem Font Magica.
Zu dem führen wenige Treppenstufen hinunter. Am Wochenende finden dort immer stimmungsvolle illuminierte Wasserspiele statt. Heute findet hier nichts statt, denn aufgrund des Wassermangels ist der Brunnen trockengelegt. Der Blick zum MNAC ist trotzdem recht passabel:
Wir laufen hoch zum Castell und kommen noch am Olympiastadion vorbei.
Am Castell treffen wir wieder die Mädchen. Irgendwie haben sie es besser gemacht als wir. Statt ziemlich planlos auf dem Hügel rumzulaufen, sind sie einfach im nächsten und übernächsten Café gelandet.
Wir holen unsere Rücksäcke und machen uns auf dem Weg zum Airport.
Wir essen noch was, überbrücken die Zeit bis zum Abflug mit Wizard und pünktlich um 18.50 Uhr heben wir ab …
Damit endet auch unsere Reise nach Barcelona.
Harald