Blue Holes, Backroads und Buschbrände - Florida und Bahamas 2026

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Suse65

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Weiter gehts auf dem Overseas Highway nordwärts. Tschüs Fred und Fred junior. Möget ihr alle kommenden Hurricanes überstehen. Man kann aber auch aus der Ferne problemlos daran teilhaben, wie es ihnen ergeht. Es sind vielleicht die einzigen Bäume der Welt mit einer eigenen Facebookseite:


Der Overseas Highway macht uns den Abschied nicht leicht, die Sonne scheint, das Wasser leuchtet türkis. Auf halber Strecke bis Homestead haben wir noch einen letzten Stop auf Islamorada eingeplant.



Daß sich hier alles ums Angeln dreht, erkennt man schon auf dem Parkplatz.



Wir sind beide keine Angler oder Segler, und daß wir hier den Worldwide Sportsman besuchen, liegt nur daran, daß wir über die Einrichtung viel Interessantes gehört haben. Als wir den Laden betreten, sind wir auch tatsächlich erstmal wie erschlagen.

Vergleichen können wir nicht, da wir noch nie in einem anderen Bass Pro Shop gewesen sind, aber selbst wenn die anderen Läden auch so aufwändig gestaltet sind, was dieser hat, kann kein anderer haben, denn hier steht unter anderem ein letzter Abschiedsgruß aus Key West.

Hemingways Pilar



Man darf das Boot sogar betreten, alles anfassen und sich überall hinsetzen.



Genau genommen handelt es sich nicht um Hemingways eigenes Boot. Dies hier ist der Prototyp, nach dem die Pilar gebaut wurde, und ist somit sogar noch älter.

Ob das wirklich seine Schreibmaschine ist?



Was das Alter anbetrifft, wird sie aber noch bei weitem von einem anderen Einrichtungsgegenstand des Ladens getoppt. Und das ist nicht der angeblich gar nicht historische, sondern für den Laden nach einer Belle Epoque-Vorlage nachgebaute Fahrstuhl, mit dem man in den ersten Stock fährt.



Hier steht dann das eigentliche Sahnestück des Laden, eine originale Fensterfront eines Pariser Leinenhändlers aus dem späten 19. Jahrhundert.

Vor Ort ab- und hier wieder aufgebaut. Man kann sich durchaus vorstellen, daß der Ladenbesitzer versucht hat, die originale Pilar zu bekommen, die auf Kuba ausgestellt ist und von den Kubanern nicht herausgerückt wird. Offenbar scheut er keine Kosten und Mühen für seinen Shop.

Beeindruckend und kaum aufs Foto zu bekommen



Bis zu den Türgriffen der Toiletten, der Detailreichtum, mit dem der Laden eingerichtet ist, ist unglaublich. Man kann ewig hier herumstöbern und in unserem Fall war es sogar so, daß wir darüber tatsächlich das Shoppen vergessen haben.

Hinter dem Laden die Marina mit Restaurant. Im Hafenbecken riesige Tarpune, die von den Gästen natürlich gefüttert werden. Ein ausgewachsenes Krokodil soll hier herum leben, aber natürlich tut uns das nicht den Gefallen, sich ausgerechnet während unseres Stops zu zeigen.

Ein Stop am Worldwide Sportsman ist ein absolutes Muß, an dem wir bislang immer vorbeigefahren sind.
 
Kreditkarten-Terror
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Jetzt wird es aber Zeit, endgültig von den Keys Abschied zu nehmen. Bis Homestead müssen wir heute noch und nach einer Übernachtung geht es dann weiter nach Orlando.

Homestead ist ein Ort, der uns irgendwie positiv überrascht. Dafür, daß ja hier alle irgendwie nur durchreisen oder höchstens eine Zwischenübernachtung einlegen, geben sich die Motels doch recht viel Mühe.

Wir haben ein einfaches Quality Inn gewählt, das auf einer Art Plaza angesiedelt ist, um die herum mehrere Motels liegen, die alle versuchen, irgendwie Tropenfeeling zu verbreiten. Sonnenschirme aus Palmwedelimitat, große Poolanlagen und ein indischer Imbiß. So nett es ist, es ist nicht das El Patio, aber vielleicht besser, als das, was wir uns für die nächsten vier Nächte in Orlando ausgesucht haben.

Da es das Days Inn, in dem wir die letzten Jahre immer gewohnt haben, nicht mehr gibt, mußten wir eine Alternative suchen, die möglichst nah am alten Standort liegen sollte, also günstig zwischen Turnpike und Gatorland. Das Red Roof Inn, für das wir uns entschieden haben, liegt nur wenige hundert Meter weiter nördlich und sah auf den Fotos der üblichen Buchungsportale eigentlich ganz ansprechend aus.

Zu denken geben uns allerdings die Bewertungen. Gerade in den letzten Tagen sind ein paar hinzugekommen, die von defekten Zimmertüren, Prostituierten und Dealern, die das Gelände bevölkern, und anderen Unannehmlichkeiten berichten. Der Knaller ist dann die, in der ein Wiederholungstäter dem Motel beim zweiten Besuch einen Stern mehr gibt, da diesmal weniger Kakerlaken im Zimmer waren als beim ersten Mal.


Also starten wir am nächsten Morgen in den Tag, der rückblickend das negative Highlight dieses Urlaubs bilden soll. Oder vielleicht aller USA-Urlaube ever ever.

Er beginnt harmlos. Wir verlassen das Quality Inn nach einem für den Übernachtungspreis hervorragenden Frühstück und fahren gemütlich auf den Turnpike.



Auf halber Strecke Yeehaw Junction, die legendäre Kreuzung, die im kollektiven Gedächtnis aller echten Floridianer Ü50 fest verankert ist.



Vor ein paar Jahren haben wir vom Lake Okechobee bis hierher mal eine Tour durchs Hinterland gemacht, aber von dem früheren Idyll ist nicht mehr viel übrig. Das Agrarland um Yeehaw Junction wird, so steht zu befürchten, ein neues The Villages oder vielleicht auch ein Rechenzentrum, wer weiß, was sie mit Floridas verbliebener Natur noch so vorhaben.

Am Ziel:



Das Red Roof Inn finden wir auf Anhieb, wie beschrieben liegt es direkt hinter der Abfahrt vom Turnpike. Aber genau da hört es auch schon auf mit den Annehmlichkeiten. Noch im Auto sitzend, fällt uns als erstes ein gewaltiges Schild auf, das neben dem Eingang zur Rezeption angebracht ist: Eine Hausordnung, an der jeder Blockwart seine Freude hätte.

Daß jeder Gast zu jeder Zeit seinen Ausweis mit sich zu führen und auf Verlangen vorzuzeigen hat, scheint die Bewertungen nur zu bestätigen, denn wie soll man sonst die Gäste von den illegal Gewerbetreibenden in der Poolarea unterscheiden?

Hier gefällt es uns überhaupt nicht. Wir sitzen ein bißchen ratlos im Auto. Wir würden gern hier irgendwo in der Nähe am Orange Blossom Trail bleiben, nur wird der nach Norden hin ja immer zwielichtiger. Doch dann erinnert sich der Ehemann an ein Hotel ganz in der Nähe hinter dem früheren Days Inn, das einzige größere mehrstöckige Gebäude weit und breit, das ich früher immer für ein Seniorenheim gehalten habe, aus welchem Grund auch immer.

Der Ehemann meint, das könnte ein Hotel sein, und so rauschen wir samt Honda zügig vom Red Roof-Gelände. Nur fünf Minuten später stehen wir vor dem Gebäude, das sich tatsächlich als Hotel entpuppt. Mit sieben Stockwerken in Orlando quasi ein Wolkenkratzer und dementsprechendem Namen: The View.


Drinnen tut sich eine überraschend angenehme Umgebung auf, eine in weiß gehaltene Lobby mit weißem Flügel und Kronleuchtern, es ist innen viel schicker, als die recht nüchterne Fassade von außen erwarten läßt.

Während der Ehemann das Auto bewacht, frage ich an der Rezeption nach den Preisen. Unter 100 Dollar für ein Appartment mit zwei Kingsize-Betten, das sie hier Suite nennen. Angesichts des Preises erwarte ich da mal nicht allzuviel, aber es klingt gut und es liegt ja auch genau dort, wo wir wohnen möchten. Also buche ich für vier Nächte The View anstelle Red Roof Inn. Oder besser – ich würde gern buchen. Denn es klappt nicht.

Meine Kreditkarte wird abgelehnt. Einmal, zweimal, dreimal. Noch bin ich entspannt, das hatten wir ja in Key West schon, also muß der Ehemann mit seiner Karte anrücken. Und dann auch bei ihm: Card declined, einmal, zweimal, dreimal.

Und jetzt?

Jetzt bricht Panik aus.



Wir haben ein bißchen Bargeld, US-Dollar und Euro. Aber nicht genug für vier Tage plus Deposit. Die Rezeptionistin guckt mitfühlend, vermutlich sehen wir nicht aus wie Zechpreller, sondern genau wie das, was wir sind: Gestrandete, mittellose Touristen.

Jetzt haben wir beide Puls. Wo sollen wir wohnen, was werden wir essen, es wird gleich dunkel, wir können doch nicht im Auto schlafen, was machen wir denn jetzt nur? Ich brauche kein Blutdruckmeßgerät um zu wissen, daß ich gerade ganz sicher nicht 120/80 habe.

Die Rezeptionistin läßt uns freundlicherweise das W-LAN des Hotels benutzen, und während ich hektisch auf meinem Handy herumtippe und versuche, über die Sparkassen-App Klarheit zu bekommen, was da los ist, fällt uns die rettende Lösung ein: Wir buchen das Hotel online über Expedia und zahlen direkt vom Girokonto via PayPal.

Das klappt auf Anhieb, nur das Deposit, wie hinterlegen wir das, ohne funktionierende Kreditkarte? In bar? Die Mitarbeiterin guckt nicht nur mitfühlend, sie ist es auch, und erläßt uns das Deposit. Wir versprechen hoch und heilig, das Hotelzimmer in keinem verwüsteten Zustand zu hinterlassen, checken erleichtert ein und holen unser Gepäck.

Als wir dann die Tür öffnen, sind wir mit den Nerven am Ende und können gar nicht richtig würdigen, was wir da sehen: Es ist tatsächlich eine Suite.



Zwei Zimmer, zwei riesige Fernseher, voll ausgestattete Küche, ein großes Bad und jede Menge Einbauschränke. Mehr Platz als vier Personen benötigen würden haben wir für uns. Und das alles für unter 100 Dollar.



Wir sind happy. Das The View ist ein Volltreffer, und dabei haben wir das beste noch gar nicht mitbekommen: Die Fernseher mit Streaming-Funktion, auf denen wir unsere Lieblingssendungen in Endlosschleife schauen können, und das im Preis inbegriffene à la Carte-Frühstück.

Noch am Abend rufe ich die Berliner Sparkasse an und es stellt sich heraus, daß ein Hotel zweimal abgebucht hat. Das werde ich später problemlos erstattet bekommen, und ich bin mal nicht allzu sauer, denn in genau dem Hotel haben wir immerhin kostenlos geparkt. ;)

Mein freundlicher Sparkassenmitarbeiter erhöht erstmal kräftig das Limit und am kommenden Tag wird die Karte wieder problemlos funktionieren. Heute Abend nützt mir das aber noch nichts, denn damit die Änderung greift, benötigt es den Datumswechsel über Nacht.

Weshalb die Karte des Ehemanns, der weit von seinem Limit entfernt ist, nicht funktioniert hat, kann man nicht beantworten. Die wenig befriedigende Aussage dazu ist, daß Mastercard eine abnehmende Akzeptanz in den USA habe. Aber auch die Karte des Ehemanns wird am Folgetag im Gatorland wieder problemlos angenommen.

Das Problem wird uns für den Rest der Reise begleiten, allerdings nicht mehr mit so gravierenden Auswirkungen wie heute. Mal wird die eine Karte irgendwo abgelehnt, mal die andere, aber gottseidank nie wieder beide gleichzeitig. Einmal passiert es uns, daß bei zwei einander gegenüberliegenden Tankstellen an der einen unsere beiden Karten nicht genommen werden, auf der anderen Straßenseite sofort. Verstehe das, wer will. Die Lehre, die wir daraus ziehen ist, daß wir im kommenden Jahr mit mehr als zwei Kreditkarten unterwegs sein werden.

Da wir für heute Abend kartentechnisch noch auf dem Trockenen sitzen, bestellen wir als inzwischen erfahrene Uber-App-Nutzer bei Uber Eats, das erneut über PayPal abgerechnet wird. Das Essen kommt vom Burger King auf der gegenüberliegenden Seite des Orange Blossom Trail und ist vermutlich schneller da, als hätten wir es selbst geholt.

Wir sind gerettet! Noch vor ein paar Stunden waren wir zwei verzweifelte Obdachlose, jetzt hängen wir vollgefressen vor dem Fernseher und streamen unsere Lieblingsserien



bis wir viereckige Augen haben.



Währenddessen geht draußen vor den Fenstern die Sonne unter und wir dürfen daran teilhaben, wie das nur geht, wenn man im einzigen siebenstöckigen Gebäude weit und breit ganz oben wohnt. Am Ende sollte es so sein, daß wir im The View landen. Wir finden es mega und fühlen uns hier sauwohl.



Gerade nochmal die Kurve gekriegt! Mit extreme caution and bravado!
 
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Suse65

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Das liest sich alles wirklich schrecklich.
Schön, dass ihr nach all den Aufregungen mit den Kreditkarten noch eine gute und passende Unterkunft gefunden habt!

Das Horror-Hotel.

Aber danach hatten wir wirklich das Paradies, jeden Morgen lecker Frühstück und abends Sonnenuntergang.
Von da aus soll man auch einen super Blick haben, wenn die Themenparks Feuerwerk machen, das kann ich mir gut vorstellen.
 

Makadamisier

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Danke für die lebendige Beschreibung. Bei der Vorstellung ohne Geld dazustehen, bllleibt einem echt die Luft weg.
LG
Klara
Oh, ja, hatten wir auch mal… an der Kasse bei macis…alle meine Karten funktionierten nicht… Anruf bei der Bank… alles in Ordnung.im nächsten Laden gingen sie dann auch wieder 🤷‍♀️
 

Texelrita

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Liebe Suse und Ehemann.....endlich habe ich mir euren Bericht gegönnt und bin wie eigentlich wie immer, total begeistert. Wo soll ich anfangen? Alles ist toll und super interessant, beeindruckend immer wieder eure exotischen Lokations, abseits des Mainstreams.

Was mich persönlich bisher am meisten gekriegt hat, sind diese Pfahlhäuser vor Miami und irgendwie überlege ich, waren sie mir bekannt oder nicht.....irgendwas sagt mir das, aber eben nicht wirklich. Ich hatte mich mal sehr tief in die Historie der Cape Romano Dome Houses vertieft und fand es schon super beidruckend. Hier habe ich es sehr bedauert, nie dort gewesen zu sein. Wie ihr es schon beschreibt, auch Stiltsville wird früher oder später leider verschwinden - vielleicht aber, schaffe ich das noch....

Jetzt klebe ich am Bericht und bin gespannt, wie es weitergeht. Übrigens hatte wir dieses Kreditkartenfiasko 1992 als USA Ersttäter in Page am Lake Powell-das vergisst man nie wieder, wenn man auf einmal nicht einchecken kann und nicht flüssig ist......hat uns geprägt, defintitv!
 

Ehemann

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Die Kreditkartenkatastrophe hätte uns wenigstens nicht am Besuch unseres persönlichen Orlando-Highlights, dem Gatorland, gehindert. Denn als stolze Jahreskartenbesitzer kommen wir hier immer rein. Wenn man die Reisedaten passend wählt, reicht es sogar für zwei Jahre in Folge, beispielsweise für eine Reise im Mai und für den nächsten Urlaub im April. Zur Erinnerung und nochmals als kleiner Tip: der Annual Pass kostet deutlich weniger als zwei Tageseintritte. Rabatte für Gastronomie und den Souvenirshop inklusive. Auch wenn man nicht so bekloppt ist wie wir und den Park während eines Reiseaufenthalts drei- bis viermal besucht, kann sich das schon für nur einen zweiten Besuch lohnen.







Wir bewegen uns nun wie üblich abseits der großen Shows in den naturbelassenen Bereichen des Geländes. Breeding Marsh und Swamp Walk bieten hier wieder eine schöne, ruhige Atmosphäre und unser Lieblings-Pavillion ist wie fast immer nicht besetzt, so daß wir uns dort für längere Zeit niederlassen können. Von dort aus geht es mit der Kamera über den Boardwalk durch den Sumpf. Bis zum nächsten Restroom und der Getränkeausgabe läuft man von hier aus aber auch nur zwei bis drei Minuten zurück. Alles perfekt!













Unter Birdern ist das Gatorland seit eh und je für seine beeindruckenden Vogelkolonien bekannt. Wir sind dieses Jahr etwas spät dran und sehen kaum noch Küken, aber tolle Motive gibt es dennoch: Reiher, Geier, Störche und Kormorane.










 

Ehemann

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Der Swamp Walk des Gatorlands ist tatsächlich ein Headwater der Everglades. Trotz der allgemeinen Dürre im Land führt er bei unserem Besuch reichlich Wasser. Die ganze Umgebung ist üppig grün, wir finden Bromelien und Farne unterschiedlichster Art in diesem halb untergetauchten Zypressenwald und die drei standorttreuen Schnappschildkröten erfreuen uns am üblichen Platz mit ihrer Anwesenheit. Nur die Köpfe schauen aus dem mit Salvinia überwucherten Wasser heraus, jederzeit bereit, zuzuschnappen. Sei es ein Frosch oder der Finger eines unvorsichtigen Besuchers, der ihnen zum Opfer fällt...

















Der Tag endet für uns in der Beschaulichkeit der nahen Abenddämmerung und wenn man nicht wüßte, daß die Bewohner der Umgebung überwiegend gefährliche Raubtiere sind, könnte man die Stimmung hier als friedlich bezeichnen. Fast alle Besucher des Parks sind bereits gegangen, als wir kurz vor der Schließung das Gelände verlassen.




 

Ehemann

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Liebe Suse und Ehemann.....endlich habe ich mir euren Bericht gegönnt und bin wie eigentlich wie immer, total begeistert.
Wir freuen uns, daß es Dir gefällt!

Was Stiltsville angeht, so ist es auch für uns immer wieder spannend, Unbekanntes in diesem Land, das man so gut zu kennen glaubt, entdecken zu können. In dieser Hinsicht ist Florida eben ein echtes Füllhorn. Und wenn Ihr diese Kreditkartenprobleme schon 1992 hattet, ist das ganz schön krass. Ich stell mir vor, wie hilflos ich zu dem Zeitpunkt gewesen wäre. Kein Handy, kein Internet, und keine Erfahrung mit dem exotisch fremden Land. Sogar ordinäres Telefonieren war damals schwierig bis unmöglich und quasi unbezahlbar. 1992 war ich zufällig auch zum ersten Mal in den USA. Mit meinen Jugendfreunden und eine Kreditkarte besaß keiner von uns. Einer bekam dann von seinem Vater eine zeitlich befristete Partnerkarte zur Verfügung gestellt, anderenfalls hätten wir die Reise gar nicht machen können.

Wir wünschen Dir noch viel Spaß bei unseren Reiseabenteuern!
 

Texelrita

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Wir freuen uns, daß es Dir gefällt!

Was Stiltsville angeht, so ist es auch für uns immer wieder spannend, Unbekanntes in diesem Land, das man so gut zu kennen glaubt, entdecken zu können. In dieser Hinsicht ist Florida eben ein echtes Füllhorn. Und wenn Ihr diese Kreditkartenprobleme schon 1992 hattet, ist das ganz schön krass. Ich stell mir vor, wie hilflos ich zu dem Zeitpunkt gewesen wäre. Kein Handy, kein Internet, und keine Erfahrung mit dem exotisch fremden Land. Sogar ordinäres Telefonieren war damals schwierig bis unmöglich und quasi unbezahlbar. 1992 war ich zufällig auch zum ersten Mal in den USA. Mit meinen Jugendfreunden und eine Kreditkarte besaß keiner von uns. Einer bekam dann von seinem Vater eine zeitlich befristete Partnerkarte zur Verfügung gestellt, anderenfalls hätten wir die Reise gar nicht machen können.

Wir wünschen Dir noch viel Spaß bei unseren Reiseabenteuern!
Noch kurz off-topic......wir hatten unsere allererste KK und natürlich Amex...kein Plan von nix aber die nimmt man da in Amerika ....Das Problem war das Limit, wir hatten die Reise vorab damit bezahlt, denn auch damals ging es wohl schon um Umsätze machen....tja und dann war das Limit erschöpft, wovon wir auch kein Plan hatten. Zwei Tage vor Abbuchungstag war Ende.... und ich verstand damals nicht, warum die denn nicht einfach abbuchen, das Geld ist ja auf meinem Konto. Frag nicht, es war definitv ein Horror und eine teure Telefonrechnung nachts so gen Frankfurt zu telefonieren. Sie haben dann gnädigerweise die Hotelbuchung und etwas Geld freigeschaltet, dass wir nicht verhaftet wurden. Zum Glück hatten wir aber noch als Back-up Traveller Checks, aber das vergisst man nie wieder, glaub mir! 🤯. So weiter bei Dir, aber da kam die Erinnerung hoch 🙈.
 

Ehemann

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Bevor wir Orlando verlassen, um in den wilden Norden Floridas zu fahren, starten wir unseren letzten Ausflug in Richtung Lakeland. Dafür müssen wir auf die I-4, jene Interstate, die eine ausgeprägte West-Ost-Ausdehnung hat und jahrzehntelang mit North/South-Kennung für Desorientierung bei Touristen sorgte, nur weil sie in der Mitte ein kleines Gefälle aufweist. Dümmer geht's wirklich nicht, aber man scheint daraus gelernt zu haben. Seit zwei Jahren fällt uns auf, daß die Beschilderung, zumindest im Großraum Orlando, entsprechend angepaßt wurde. Die Straße gilt, gemessen an den Unfallzahlen, außerdem als die gefährlichste der ganzen USA.

Die I-4 führt uns lm Westen letztendlich in die Circle B Bar, den legendären Park, in dem wir 2022 einen der dort ansässigen Monster-Alligatoren betrachten konnten, als er uns stundenlang den Rückweg zum Parkplatz versperrte. Ein Riesenspektakel, daß man nie vergessen wird. Zur Erinnerung ein Foto von damals.





Nicht immer hat man das Glück, diese Tiere zu sehen, aber einen Besuch ist dieser Sumpf immer wert. Der Eintritt ist kostenlos, es gibt ein Übermaß an Parkplätzen und das Gelände ist so groß, daß man unterwegs kaum andere Menschen trifft. Die Landschaft ist wunderschön, teilweise aber auch unheimlich. Jederzeit kann eins der großen Raubtiere aus dem Wasser steigen und das kündigt sich nicht an. Das passiert einfach und dann wird es lebensgefährlich, wenn man beispielsweise gerade am Wasser steht. Kinder gehören hier an die Hand!

Schon die Einfahrt auf das Gelände ist beeindruckend. Die Straße windet sich unter uralten Eichen, die mit tonnenweise Spanish Moss behangen sind. Ein echter Urwald jenseits der Zivilisation. Wir parken den Killer-Honda und sind kurz danach bereits mitten im Sumpf.









Was wir diesmal sehen, gehört eher in die Kategorie niedlich und harmlos, mit einer Ausnahme. Eine riesige Weichschildkröte klettert in einiger Entfernung aus dem Wasser, verborgen hinter einer Hecke. Das Foto ist ein reiner Glückstreffer. Sie sitzt da nur für eine Sekunde, dann ist sie wieder weg. Das Tier ist so groß wie eine Meeresschildkröte, mit einer Panzerlänge von etwa einem Meter. Die größte, die ich jemals sah.





Gelbwangen und Wasservögel säumen den Weg und hier und da sehen wir kleine Gators. Es wie immer wunderschön und ruhig hier. Wie in einem Zauberwald.











Unser persönliches Ende der Tour mündet in einen großen offenen See. Hier gibt es eine Schutzhütte, in der man rasten kann. In Sichtweite gibt es weitere Alligatoren und Vögel und man kommt gelegentlich in's Gespräch mit anderen Naturliebhabern. Die, die hier in der Umgebung leben, kann man nur beneiden. Sie haben das perfekte Ausflugsziel gleich vor der Tür.




 

Ehemann

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Wir verweilen hier für über eine Stunde und beobachten die Umgebung. Das blaue Wasser des Sees steht in krassem Gegensatz zum sumpfig-braunen des Kanals, der uns bis hierher geführt hat. Der offizielle Name dieses Abschnitts ist Alligator Alley. Man hat praktisch eine Garantie, die Tiere zumindest hier zu sehen. Von hier aus starten weitere Wanderwege über das riesige Gelände des Parks, der auch mit Rädern befahren werden darf. Wir machen uns schließlich auf den Rückweg zum Parkplatz und sehen nochmals Schildkröten und Vögel, die die letzten Sonnenstrahlen genießen.














 
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Die letzten Sonnenstrahlen des Tages genießen dann auch wir, allerdings im The View.



Daß es uns hier so gut gefallen würde, hätten wir gar nicht erwartet. Unverhofft kommt oft. Beim nächsten Mal Orlando wohnen wir auf jeden Fall wieder hier.

Ein letztes Frühstück, dann geht es mit Sack und Pack auf den Turnpike. Auf nach Norden, in die Wälder, zu den Quellen, Schildkröten und einsamen Landstraßen. Und zu den letzten zwei Punkten im Titel des Reiseberichts.



Zuerst ist nichts davon zu erahnen. Die Straßenränder leuchten gelb und lila, Thunbergien und Phlox, die zwei für die Landstraßen Floridas typischen Blumen.

Die Grenze markiert immer Ocala. Ab hier beginnt der Norden. Sobald man Don Garlits' Dragster-Museum passiert hat, ist man im Norden, das was die Einheimischen the real Florida nennen.



Und jedesmal fragen wir uns, ob Big Daddy Don Garlits noch lebt.



Irgendwann hinter Ocala dann die erste Hinweistafel auf ein Citrus Center. Die Babygators mit ihren Windeln werden von uns freudig begrüßt, das ist das Zeichen, daß wir bald am Ziel sind.



Angekommen in Lake City. Die Econo Lodge an der Kreuzung zwischen I75 und I10 liegt äußerlich unverändert in der Sonne. Die Managerin empfängt uns herzlich, man hat in den Jahren, in denen wir immer hier abgestiegen sind, ein gewisses freundschaftliches Verhältnis entwickelt, und so lassen wir uns erstmal auf den neuesten Stand bringen, was das Schicksal der einzelnen Mitarbeiter betrifft.



Da gibt es nicht nur Gutes, manche sind krank, andere in Rente, so auch Hausmeister Tom. In Toms alter Wohnung wohnt jetzt eine andere Mitarbeiterin, die wir schon länger kennen, so daß wir immer Nachbarn und eine Insiderquelle für lokale Neuigkeiten haben.

Nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf geht es auf zu Walmart und einen Blick auf den Lake de Soto werfen. Alles wie immer hier. Später sitzen wir auf unseren Klappstühlen mit Blick auf den Pool und den Parkplatz, der abends die Tageshitze abstrahlt.

Da ahne ich ja noch nicht, daß der Pool, auf den ich gerade gucke, bis auf eine winzige Ausnahme, der einzige Wasserkontakt sein wird, den ich auf dieser Reise noch haben werde.
 
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Der erste Tag dient erstmal der Hausarbeit. Seit Andros schleppen wir unsere tropenfeuchten verschwitzten Sachen mit, endlich Zugang zu einer Waschmaschine, das wird ein Fest!

Tide habe ich schon besorgt, und genügend Quarter habe ich auch. In den Pool würde ich jetzt gern, da aber Samstag ist, sind wir nicht allein im Motel, am Wochenende sind so gut wie immer mehrere Gäste auf der Durchreise da und angesichts der Hitze sind die natürlich alle im Wasser. Also vertrödele ich die Zeit mit Lesen und Breezer Trinken, während die Waschmaschine und der Trockner ihre Arbeit tun.

Auch der Grillpavillon ist bis spät in die Nacht besetzt, und dabei grillen die Leute dort nicht einmal, sondern hängen nur herum und kiffen. Aber morgen sind sie bestimmt alle weg!

Und genau so kommt es auch, am Sonntag sind wir schon wieder allein auf der gesamten Anlage. Einen zweiten Tag in Serie wollen wir hier aber nicht mehr vertrödeln. Wir waren lange nicht hier und da ist so einiges, das wir machen wollen. Zuallererst: Zum Suwannee, dem magischsten aller Flüsse Floridas.


White Springs, eine Kleinstadt nördlich von Lake City, haben wir vor vielen Jahren beim Herumcruisen über die Landstraße des Columbia County per Zufall entdeckt. Daß diese verschlafene Stadt mit ihren schönen alten Häusern einmal die Hochburg des Tourismus in Florida war, lange vor Micky & Co., wußten wir damals noch nicht.



Seitdem zieht es uns immer wieder hierher, und jedesmal, wenn man den Suwanee überquert, ist es, als würde man durch ein Portal in eine andere Zeit eintreten.







Kleine Veränderungen gibt es. White Springs liegt auf dem Florida Quilt Trail


und viele der Gebäude hier sind mit „Barn Quilts“, auf die Wände gemalten klassischen Quilt-Mustern, geschmückt.



Adam's Country Store hat statt dessen jetzt Murals, die die Natur Nordfloridas darstellen.





Das Outdoor Café ist leider immer noch nicht fertig renoviert



Und in der River Street steht eine beim letzten Mal noch bewohnte Holzvilla zum Verkauf. Es ist eines der prächtigsten Gebäude in der Straße.



Wenn man sich das leisten könnte…

Auch das Telford Hotel, einstmals Dreh- und Angelpunkt des Nachtlebens in White Springs, hat immer noch keinen Abnehmer gefunden



Hier zu leben wäre für mich durchaus vorstellbar. Neben den einsamen Inseln, die wir auf unseren Reisen besucht haben, ist der Ort, an den ich zuhause am häufigsten zurückdenke, tatsächlich der Swanee.


Direkt am Fluß gelegen, die Badeanstalt an den White Sulphur Springs, deretwegen die Leute einstmals in Scharen hierherkamen.



Heute nur noch ein Relikt, das halbwegs instand gehalten wird. Aber gewisse Anzeichen des Verfalls sind schon zu sehen.



Man kommt derzeit auch nicht mehr hinein und kann es nur von außen betrachten. Also steigen wir mal runter zum Fluß



Unten am Flußufer wird uns dann schlagartig vor Augen geführt, was wir beim Anflug von Andros über die Everglades schon ahnen konnten: Die Dürre, die ganz Florida seit letztem Herbst im Griff hat.



Der Swanee hat mehrere Meter Wasser verloren und ist hier an dieser Stelle fast nur noch ein Schatten seiner selbst in einem engen Flußbett, ganz anders, als wir ihn zuletzt gesehen haben.





Abends im Motel lesen wir es dann in der Zeitung, wie wenig es seit letztem September geregnet habe. Noch wird das Wasser nicht rationiert, aber es gilt bereits die höchste Waldbrandwarnstufe und ein Verbot offenen Feuers ist in Kraft. Die Grills in den Parks dürfen nicht genutzt werden und auch privat sind lediglich geschlossene Grills erlaubt.

Das erklärt, weshalb vorgestern so viele Leute Kugelgrills aus dem Walmart geschleppt haben.



Den Grill am Parkplatz des Motels dürfen wir aber weiter nutzen, so daß sich am Abend noch eine Tour zu Aldi anschließt. Auch in diesem Jahr ist das die beste Adresse für Fleisch, man muß es leider so sagen, für uns ist das Preis-Leistungs-Verhältnis auch in diesem Jahr nirgends so gut gewesen.

Wir hoffen, so oft wie möglich grillen zu können, bevor es vielleicht ganz verboten wird, also legen wir direkt los. Während die Steaks brutzeln, haben wir immer eine alte Eistee-Gallone mit Wasser offen danebenstehen. Auch wenn der Grill am asphaltierten Parkplatz steht, sicher ist sicher.
 

Norbert

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Seitdem zieht es uns immer wieder hierher, und jedesmal, wenn man den Suwanee überquert, ist es, als würde man durch ein Portal in eine andere Zeit eintreten.

Eine ähnliche Wahrnehmung hatten wir, als wir auf dem Weg zum Florida Caverns State Park, durch Orte wie Graceville oder Marianna gefahren sind.
Ein volkommen anderer Eindruck als die Städte und Ortschaften im Süden Floridas.
 
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Eine ähnliche Wahrnehmung hatten wir, als wir auf dem Weg zum Florida Caverns State Park, durch Orte wie Graceville oder Marianna gefahren sind.
Ein volkommen anderer Eindruck als die Städte und Ortschaften im Süden Floridas.

Wir lieben die Gegend da oben ja sehr, und je kleiner die Landstraße, desto lieber. Naja, wenn eine Dirt Road ins Spiel kommt, sträubt sich der Ehemann manchmal ein bißchen, das hängt aber auch davon ab, wie gern er den jeweiligen Mietwagen hat, deswegen war es dieses Jahr nicht so ein Problem. ;)
 
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