1. Oktober 2024
Über die Avis-Station Fisherman´s Wharf liest man fast nur schlechtes. Aber ich wollte ein Cabrio für den Highway 1, und Avis war preislich nicht zu schlagen. Also trotte ich voller böser Vorahnung vom Hotel zu Avis und erlebe... Die beste Mietwagen-Übergabe meines Lebens

Das Auto ist von aussen nicht blitzblank geleckt, aber innen sauber und noch fast neu.
Also geht es wirklich los, ich kann´s noch gar nicht wirklich glauben. Vor allem aber habe ich natürlich noch keine Ahnung, wie schön und verrückt der Kalifornien-Teil meiner Reise noch wird.
Ich fahre zurück ins Zephyr, hole meine Koffer ab und stelle das Navi auf meinen ersten Wegpunkt ein. Taco Bell Pacifica, der angeblich schönste Taco Bell der Welt.
Ich war noch nie bei Taco Bell und bin überrascht, wie lecker ich die Crunchy Tacos finde. Und dann gehe ich hinten raus und kriege meinen ersten Eindruck davon, was mich erwartet.
Nun bin ich angefixt und glücklich. Und los geht´s...
Während ich zu meinem nächsten Wegpunkt Devil´s Slide fahre, wird mir sehr schnell klar, dass ich so einiges nicht schaffen werde, was ich im Vorfeld recherchiert hatte. Doch was soll´s? Wenn das Leben es will, kann ich irgendwann wiederkommen.


Der nächste Wegpunkt war Capitola. Eigentlich wollte ich nur schnell die bunten Häuser fotografieren, aber dann fiel mir das Schild "Best Pizza in the world Award" auf. Und die Auszeichnung könnte sogar berechtigt sein, die Pizza war der Hammer. Also wurde aus fünf Minuten eine Stunde.

Ich wollte in Carmel-by-the-sea ankommen, bevor die Sonne untergeht. Ich wollte den 17-Mile-Drive fahren. Aber wie gesagt... Ich komme vielleicht wieder.
Das Horizon Inn stellte sich als überteuert heraus, aber das hatte ich vorher schon geahnt. Immerhin war das Zimmer gut und ruhig und groß.
Es war zu spät für den 17-Mile-Drive, aber nicht zu spät für einen Besuch bei Brad Pitt. Wie üblich, spottete mich seine Security, und einer der Wagen fuhr so lange neben mir auf und ab, bis ich zu viel hatte und abgezogen bin.

Bei Doris Day war ich ebenfalls, aber dort konnte man nirgendwo vernünftig anhalten, außer im Driveway. Und da standen lauter Schilder, die den Eindruck machten, dass allein der Versuch schon tödlich sein konnte. Obwohl die Dame ja schon länger tot ist. Also kein Foto, leider.
Zurück in Carmel, wollte ich mich in den Ort verlieben. Aber das funktionierte nur bedingt. Zu glatt, zu "reich", zu elitär für meinen Geschmack. Sicher, schöne Alleen und Restaurants und Märchen-Häuschen. Vielleicht lag´s auch an meiner Tagesform. Aber für "LIeblingsort" reichte es nicht.



Abends fuhr ich noch nach Monterey, doch das war auffallend tot an dem Abend. Auf der Cannery Row war tote Hose, und auch sonst fand ich im Dunkeln keinen Grund für einen langen Spaziergang. Also ab ins Bett.