Etwas Miami, eine Brise Keys, ein bisschen Clearwater – gewürzt mit Disney und Universal

Tag 2: Ein Tag, viele Stopps: Unser Weg von Tampa nach Miami Neu
OP
S

Schlumpfine

FLI-Member
Registriert
23 Aug. 2011
Beiträge
217
Ort
Oberösterreich
Ich möchte mich jetzt gleich mal entschuldigen für den vielen Text. Es wird immer mehr und mehr. Ich bin nicht gerade gut darin zu kürzen. 🙈
Einen Reisebericht einfach so aus dem Kopf zu schreiben, ist übrigens gar nicht so leicht – vor allem dann nicht, wenn sich mein Mann und ich schon jetzt uneinig sind, wann genau eigentlich was passiert ist 😄. Aber gut, ein bisschen Improvisation gehört schließlich auch zum Reisen dazu, wir arbeiten uns an unserem Fotoalbum von Aktivität zu Aktivität. Hier noch unser Zimmer im Tampa Airport Mariott.


12.JPEG
Wobei recht viel sieht man nicht. 😄

Vom Fluglärm haben wir eigentlich nichts mitbekommen, könnte aber auch daran liegen, dass wir Erwachsenen am Flug fast kein Auge zubekommen haben.
Der Tag begann jedenfalls… sagen wir mal „sportlich“. Um halb fünf waren wir munter – freiwillig natürlich, weil Jetlag ja bekanntlich ein großer Freund von Familienurlauben ist 🙈. Unser erster Weg führte uns schnurstracks zu Starbucks, der außerordentlich gut gelegen war (direkt gegenüber von unserem Hoteleingang). Ohne Koffein wäre der erste Tag wohl nicht zu schaffen gewesen. ;)

Das Packen war schnell erledigt: Wir hatten ohnehin nicht viel ausgepackt, also warf jeder einfach die paar Klamotten zurück in den Koffer, die er am Vortag rausgefischt hatte. Kurz frisch gemacht, Kinder eingesammelt – und schon ging es um halb sechs Richtung Autovermietung.

Ich hatte im Vorhinein online bei Alamo eingecheckt und war voller Hoffnung, dass das Ganze ein schneller, reibungsloser Prozess werden würde. Samstag, 27. Dezember, gaaaanz früh morgens – was sollte da schon schiefgehen?

Wir schnappten uns unsere Koffer und machten uns auf den Weg zur Tram, die uns zu den Rental Car Stations bringen sollte. Dort angekommen stellten wir fest, dass die Autovermietungen noch nicht besetzt waren. Ein Schild erklärte uns dann immerhin, dass wir direkt in die Garage gehen sollten.

Dieses ganze Prozedere hatte ich in Gedanken schon unzählige Male durchlebt – kein Wunder also, dass mein Mann mich regelmäßig liebevoll für ein bisschen verrückt erklärt. 🫣
In meinen Unterlagen stand längst nicht nur „Zur Autovermietung gehen“. Es war vielmehr eine kleine, bis ins Detail ausgearbeitete Reise für sich: rechts abbiegen, den Aufzug nehmen, dieses Stockwerk, jenes Stockwerk … jeder einzelne Schritt war schon vorab greifbar, fast so, als wäre ich bereits dort gewesen.
Ich hatte schließlich neun Monate Zeit – neun Monate voller Vorfreude, voller Träume. Stundenlang habe ich mich durch YouTube-Videos geklickt, habe mich verloren in Bildern und Eindrücken: Wo ist was? Welche Autos warten in welcher Choiceline? Hotels, Natur, kleine Geheimtipps … Ich wollte alles aufsaugen, jedes Detail fühlen, lange bevor die Reise überhaupt begann.
(Und irgendwie ist es fast schon ironisch, dass ich diesen liebevoll zusammengestellten Ordner im Urlaub genau ein einziges Mal geöffnet habe. 😅) Manchmal glaube ich, ich könnte spontan einen fünfstündigen Vortrag über Florida halten.
Denn für mich ist diese Vorfreude, dieses Planen und Träumen, nicht nur ein Teil der Reise – es ist schon ein Stück Urlaub. Während andere sich vielleicht ausmalen, was alles schiefgehen könnte, male ich mir aus, wie wunderbar alles sein wird: die Wärme, die Leichtigkeit, dieses ganz besondere Gefühl von Freiheit. 🥹
So lebe ich meinen Urlaub nicht nur für zwei Wochen – sondern schon 300 Tage vorher.
Und das Schönste daran: Florida hat noch nie enttäuscht.😍

Screenshot 2026-01-21 092733.pngScreenshot 2026-01-21 092645.png


Und tatsächlich: Unten angekommen lief alles überraschend glatt. Der Online-Check-in hatte funktioniert! Nur die Sache mit der „Choice Line“ in unserer gebuchten Kategorie (FFAR) fiel leider aus – es gab schlicht nichts auszuwählen. Stattdessen stand da unser Jeep Wagoneer, frisch gewaschen, und wartete auf uns.
Und ich muss sagen: Ich war begeistert. Dieses Auto war ein Raumwunder und sehr komfortabel.

IMG_4536.JPEGIMG_4539.JPEGIMG_5756.JPG

Ein Thema bei der Planung war auch der Kindersitz. Für unsere vierjährige Tochter hatten wir uns im Vorfeld durch diverse Optionen gewühlt. Schließlich stieß ich hier im Forum auf eine aufblasbare Sitzerhöhung – praktisch, leicht und platzsparend. Falls wir mal ein Uber brauchten einfach zum Mitnehmen (Spoiler: Wir haben kein Uber gebraucht. Denn Alles ließ sich auch wieder nicht planen.😅) Einziger Haken: Lieferung nach Österreich? Fehlanzeige, weil nicht normkonform. Also Plan B: Bestellung direkt in den USA, Lieferung nach Österreich. Und siehe da – hat wunderbar funktioniert.
Beim Einräumen des Autos dann allerdings die große Erkenntnis: Wir hatten den Kinderwagen vergessen. Keine Ahnung wie das passieren konnte.🙈
Unsere Tochter läuft normalerweise überall selbst, daher hatten wir schlicht nicht daran gedacht. Aber diesmal hatten wir große Pläne – viele Schritte, viele Ausflüge, viel „Mama, ich kann nicht mehr“. Also war schnell klar: Ein Kinderwagen muss her. Das würden wir später erledigen.

Unser Ziel für diesen Tag: Miami. Genauer gesagt ein Apartment in Brickell. Auf dieser Reise galt ganz klar unser Motto: Der Weg ist das Ziel. (Und manchmal auch: Der Weg ist ein kleiner Umweg mit Parkplatzsuche.)

IMG_4547.JPEG1774862484533.jpeg

Unser erster Stopp führte uns jedenfalls nach Anna Maria Island. Der Plan war simpel: gemütlich frühstücken, ein bisschen Insel erkunden und dann entspannt weiterfahren Richtung Miami.

Als Frühstücksspot hatte ich mir das Ginny & Jane E’s Café ausgesucht – ausgezeichnete Google-Bewertungen, süßes Ambiente, klang nach einem Volltreffer. Bei meiner Google Suche stellte sich dann heraus: Es ist nicht nur ein Café, sondern auch ein ziemlich großer Giftshop. Unsere Tochter war entsprechend begeistert („Mamaaa, schau mal das!“), während wir Eltern eher damit beschäftigt waren, dezent „Nein“ zu sagen. Am Ende haben wir tatsächlich nichts gekauft – ein kleiner Sieg für das Urlaubsbudget.

Bevor wir überhaupt ans Essen denken konnten, stand allerdings die erste Herausforderung an: Parkplatz finden. Offenbar hatten viele andere Menschen exakt die gleiche brillante Idee wie wir - und das obwohl wir so früh dran waren. Gegenüber gab es zwar einen kostenpflichtigen Parkplatz, aber sagen wir mal so: Die Preise waren… ambitioniert.

Wir dachten uns trotzdem: „Gut, zahlen wir halt, wir wollen ja noch ein bisschen herumspazieren.“ Also Handy gezückt, QR-Code gescannt – und dann begann das eigentliche Abenteuer. Trotz amerikanischer SIM-Karte wollte das Bezahlen einfach nicht funktionieren. Nach fünf bis zehn Minuten Herumprobieren (und leicht steigender Nervosität) gaben wir auf, drehten noch eine Runde – und fanden plötzlich direkt beim Café einen kostenlosen Parkplatz.

Das Frühstück selbst war okay. Die Kinder waren glücklich – und das ist ja bekanntlich die halbe Miete. Ich hingegen hatte einen Avocado-Toast, der leider nicht ganz meinen Geschmack traf. Rückblickend kann ich sagen: Ich hatte an diesem Tag generell kein besonders gutes Händchen bei der Essenswahl.
IMG_4560.JPEG

Nach dem Essen ging es zurück ins Auto und – Überraschung – wieder auf Parkplatzsuche. Diesmal allerdings erfolgreicher: Auf Anna Maria Island kann man tatsächlich an manchen Stellen kostenlos parken. Ich habe sogar noch eine Einheimische gefragt um ganz sicher zu gehen. 😅

Dann kam endlich der entspannte Teil: ein Spaziergang über die Insel. Vorbei an wunderschönen Häusern, Palmen, die sich im Wind wiegen, und dieser typischen „Hier könnte ich einfach bleiben“-Atmosphäre. Schließlich landeten wir am Strand – und was soll ich sagen: Anna Maria Island fühlte sich einfach jedes Mal wie ein kleines Paradies an.

Definitiv einer meiner absoluten Lieblingsstrände. Hach ...
Screenshot 2026-01-21 092227.png

IMG_4568.JPEG IMG_4573.JPEG

Wir waren weit und breit die einzigen mit langen Hosen und ohne Flip Flops - also ganz offensichtlich Touristen :D

Bei unserer nächsten Rundreise bleiben wir hier ganz sicher länger. Dieses Mal hatten wir allerdings schon die Keys eingeplant – und mussten uns daher schweren Herzens wieder losreißen.
Aber für den Moment hieß es: Zurück ins Auto, weiter Richtung Miami – mit Sand an den Füßen, Sonne im Gesicht und dem Gefühl, dass sich dieser kleine Umweg mehr als gelohnt hatte.
Dann ging es wieder weiter – diesmal Richtung Fort Myers. Und hier stand ein ganz wichtiger Programmpunkt auf der Liste: Walmart
Warum ich davon keine Fotos gemacht habe, ist mir bis heute ein Rätsel. :ROFLMAO:
Dafür wissen wir dank anderer Bilder immerhin: Hier haben wir bereits unseren „Ersatz-Kinderwagen“ gekauft. Problem gelöst, Eltern glücklich, Urlaub gerettet. Zusätzlich landete noch eine Fitnessmatte im Einkaufswagen – voller Motivation, die ich zu diesem Zeitpunkt noch hatte. (Spoiler: Die Matte hatte später deutlich mehr Urlaub als ich, obwohl ich normalerweise SEHR konsequent bin was mein Training anbelangt.) Außerdem deckten wir uns mit den absoluten Essentials ein: Getränke, Snacks und alles, was Kinderherzen im Urlaub höherschlagen lässt.

Nach diesem kurzen Stopp ging es weiter zum Gulf Coast Town Center. Und dort begann der Teil, auf den wir uns fast genauso gefreut hatten wie auf den Strand: Shoppen.
Unsere Hauptanlaufstellen: Ron Jon Surf Shop und Bass Pro Shops. Diese Läden lieben wir – und sie gehören inzwischen fix zu jeder Florida-Reise dazu. Und natürlich sind wir auch diesmal nicht mit leeren Händen rausgegangen. Besonders unsere Tochter war im absoluten Kaufrausch und das mit 4. (Ich habe jetzt schon etwas Angst davor was uns mal bevorsteht, wenn sie ein Teenager ist.)

Screenshot 2026-01-21 091645.pngIMG_5728.JPGScreenshot 2026-01-21 091811.png
Zum Essen legten wir einen Stopp bei Miller’s Ale House ein. Ich entschied mich für einen Klassiker: den „Zinger Mountain Melt“. Klang großartig. War es… leider nicht.
1774863373316.jpeg1774863406223.jpeg

An diesem Tag zog sich meine kulinarische Pechsträhne konsequent durch. Wer was gegessen hat? Keine Ahnung mehr. Gedächtnis: im Urlaubsmodus. Meine Tochter liebt übrigens Burger, aber mit Burger meint sie: Nur das Brötchen mit Ketchup. Ich habe mich jedoch nur einmal im Urlaub dazu durchgerungen das zu bestellen. Ansonsten habe ich das Patty gegessen und das war auch hier lecker.


Gegen 18 Uhr entdeckten wir dann endlich die ersten Miami-Schilder. Und entgegen aller Erwartungen lief der Verkehr erstaunlich flüssig. Kein Stau, kein Chaos, einfach entspanntes Durchrollen Richtung Ziel: Brickell. Vor unserem Hotel nutzten wir dann zum ersten Mal das Valet Parking. Und plötzlich standen wir vor einer ganz neuen Herausforderung: Trinkgeld. Wie viel? Wann? Jedes Mal? Nur einmal? Bar oder doch über die QR Codes? Fragen über Fragen.
Ich denke wir lagen im Endeffekt ganz richtig.
Unsere Tochter hatte die Fahrt übrigens nicht ganz durchgehalten und schlief tief und fest, als wir ankamen.

Beim Check-in im Fortune House Hotel in Brickell bekamen wir zwei Gläser Champagner angeboten. Mein Mann war kurz davor abzulehnen (schlafendes Kind, Chaos, Müdigkeit), aber wir nahmen sie trotzdem mit aufs Zimmer und genossen kurz den Ausblick.
IMG_4636.JPEGIMG_4635.JPEG

Unsere Koffer wurden hochgebracht, die Kleine wachte aber dann doch noch auf – und dank unseres neu erworbenen Kinderwagens beschlossen wir, noch eine kleine Runde durch Brickell zu drehen. Sehr entspannt: Kind liegt, Eltern spazieren.

Screenshot 2026-01-21 090346.pngScreenshot 2026-01-21 090421.png

Für den perfekten Tagesabschluss holten wir uns noch einen Snack bei Walgreens, bevor es zurück ins Apartment ging.

Und das Apartment? Die Lieblingsunterkunft meines Sohnes im gesamten Urlaub :D. (Hauptsächlich deshalb, weil er ein eigenes Zimmer hatte.)
Zwei Schlafzimmer, jeweils mit eigenem Bad, eine voll ausgestattete Küche, Waschmaschine, Trockner, ein gemütliches Wohnzimmer und ein riesiger begehbarer Kleiderschrank. Und dann noch diese Aussicht… Hach…
Screenshot 2026-01-21 090523.pngScreenshot 2026-01-21 091108.png
Screenshot 2026-01-21 091139.pngScreenshot 2026-01-21 091224.png
Ein perfekter Ort, um nach so einem langen Tag anzukommen.

 

Ohio23

FLI-Bronze-Member
Registriert
4 Apr. 2023
Beiträge
429
Zuviel Text ist das nicht 👍. Sehr unterhaltsam geschrieben und so schöne Bilder ! Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung 🐬🌴🦩.
Danke für deine Mühe 👍.
 
OP
S

Schlumpfine

FLI-Member
Registriert
23 Aug. 2011
Beiträge
217
Ort
Oberösterreich
Tag 3 – Mein Ordner hatte einen Plan – Miami hatte einen anderen

Ich sag’s, wie’s ist: Ich bin kein riesiger Miami-Fan. Und bei den Keys hatte ich schon früher im Gefühl, dass wir da jetzt nicht unbedingt Stammgäste werden. Aber: Mein Mann wollte es unbedingt einmal sehen – also los ging’s. (Spoiler: Die Keys werden uns so schnell nicht wiedersehen. Miami… naja, die Aussicht von unserem Balkon hatte es mir schon angetan.)
IMG_4646 (1).JPEG

Der Jetlag hatte uns noch fest im Griff, was immerhin den Vorteil hatte, dass wir jeden Morgen zum Sonnenaufgang bereitstanden. Wirklich wunderschön – leider existieren davon nur Videos, also gibt’s kein Sonnenaufgang-Foto.

Bevor wir loszogen, haben meine Tochter und ich noch hochmotiviert die neue Fitnessmatte eingeweiht. Fotos? Gibt’s. Allerdings eher verschwommen – wir waren angeblich einfach zu schnell für die Kamera. ;):lacry:
IMG_5720.JPEG

Danach gab’s ein improvisiertes erstes Frühstück aus den Resten vom Vortag (nachhaltig und praktisch zugleich), und dann kam – Trommelwirbel – mein liebevoll vorbereiteter Ordner zum ersten und einzigen Mal zum Einsatz. Ziel: unsere Hop-on-Hop-off-Tour. Der Weg zur Bayside war länger als gedacht, also wurden die Kinder kurzerhand mit der Aussicht auf Eis bestochen.🙈 (Funktioniert übrigens immer wieder erstaunlich zuverlässig – dennoch liegt mir der Große bis heute hin und wieder vorwurfsvoll in den Ohren, dass wir ihn damals in Miami zu 20.000 Schritten „gequält“ hatten. Memo an mich: Nie wieder die Schrittzahl erwähnen, wenn die Kinder in der Nähe sind.:ROFLMAO:) Wir kamen tatsächlich punktgenau zum ersten Bus (glück gehabt) und ergatterten Plätze oben auf dem Dach.
IMG_4648.JPEG
IMG_4650.JPEG
IMG_4658.JPEG
IMG_4664.JPEG

In meinem Kopf sah der Plan übrigens so aus: entspannt in South Beach aussteigen, dann weiter zu den Wynwood Walls, danach Little Havana – alles natürlich mit ausreichend Zeit und völliger Gelassenheit. In der Realität… nun ja. Sagen wir so: Mein Ordner hatte ungefähr ein halbes Kilo „Geheimtipps“, die immer noch geheim sind. 🫣

Den ersten Punkt haben wir tatsächlich geschafft: South Beach. Kurzer Spaziergang zum Strand, ein nettes Plätzchen fürs zweite Frühstück – und überraschenderweise fühlte ich mich danach auch nicht abgezockt. Preis war okay für Frühstück mit Aussicht am Ocean Drive.

IMG_4679.JPEG


IMG_4687 (1).JPEGIMG_4696.JPEG
IMG_4692.JPEGIMG_4694.JPEGIMG_4695.JPEG
IMG_4676.JPEG
IMG_4677.JPEG
IMG_5738.JPG
IMG_5758.JPG
Zurück an der Bushaltestelle kam dann der erste kleine Dämpfer: Der Bus ließ auf sich warten… und warten… und warten. Hinter uns wuchs die Schlange. Als er endlich kam, waren wir immerhin weit genug vorne, um wieder gute Plätze zu ergattern. Kleiner Reality-Check: Wir waren erst bei Haltestelle Nr. 2 und der Bus schon rappelvoll.

Der Verkehr zog ordentlich an, und plötzlich wurde aus der entspannten Sightseeing-Tour eine kleine Geduldsprobe. Überraschung des Tages: Die Kinder hatten überhaupt keine Lust auszusteigen. Kein Gemecker, kein „Wann sind wir endlich da?“ – stattdessen saßen sie brav da und genossen die Aussicht. Mein Sohn hing sogar gebannt an den Kopfhörern und hörte sich alles auf Englisch an. Er hätte natürlich auf Deutsch umschalten können. Als er mir später eine kurze Zusammenfassung über die verschiedenen Gebäude gab, war ich doch sehr überrascht: erstens von seinem plötzlich aufkommenden Interesse an Architektur – und zweitens davon, dass er scheinbar keinerlei Probleme hatte, allem auf Englisch zu folgen. Wir genossen die warmen Temperaturen am Dach, nur ganz selten zog der Wind unangenehm. Sonst war es für einen Dezember Tag sehr gut auszuhalten.

IMG_4721.JPEGIMG_5664.JPG
IMG_4723.JPEGScreenshot 2026-01-21 085808.pngIMG_5719.JPG
Screenshot 2026-01-21 085640.png

Am Ende entschieden wir uns, einfach im Bus sitzen zu bleiben und die Tour durchzuziehen. Im Nachhinein absolut die richtige Entscheidung – wir waren nämlich trotzdem erst gegen 15 Uhr wieder im Hotel. Und was wollten die Kinder? Pool. Natürlich.

IMG_4731.JPEG

Während die Jüngeren planschten, gönnten wir Erwachsenen uns ein Bud Light von der Poolbar. Ich hätte ja lieber einen Cocktail gehabt – aber gut, man kann nicht alles haben. Also wurde der Cocktail gedanklich auf den Abend verschoben. Prioritäten setzen und so.
IMG_4737.JPEG

Nach einer kurzen Dusch- und Chillpause im Apartment ging’s nochmal los zum Essen – direkt in unserer Anlage. War nicht der Hammer, aber völlig okay. Der Hunger hielt sich in Grenzen, also fiel die Wahl auf die Happy Hour – und damit auf kleine Sünden: Wings, Fingers, Nachos… und endlich mein Cocktail. Ich hatte mir übrigens auch stundenlang Videos über mögliche Restaurants angesehen und mich schon darauf gefreut, verschiedene Dinge zu probieren – aber dieser Roadtrip-Style-Urlaub brachte irgendwie mit sich, dass es dann doch öfter einfach nur „schnell Fast Food“ oder irgendein Snack wurde.

Gegen 20 Uhr waren wir schon erstaunlich bettreif, schalteten noch kurz den Fernseher ein – und weg waren wir.
War aber auch gut so. Denn mein durchgetakteter Masterplan hatte für den nächsten Tag eine klare Ansage: Aufstehen vor Sonnenaufgang.

Schon bei der Planung war mir klar: Zwischen Weihnachten und Silvester auf die Keys? Bedeutet Verkehr. Viel Verkehr. Also hatte ich mir einen cleveren Plan zurechtgelegt: Am 29.12. ganz früh Richtung Key West starten und am 31.12. wieder zurück aufs Festland – bevor alle anderen auf die gleiche Idee kommen.

Und was soll ich sagen: Manchmal funktioniert mein Planer-Ich dann doch ganz gut.
 

Anhänge

  • IMG_4755.JPEG
    IMG_4755.JPEG
    532,6 KB · Aufrufe: 21

Montana

FLI-Silver-Member
Registriert
21 Apr. 2022
Beiträge
1.212
Toller Bericht...wie sympathisch :)

Ich habe in Miami eine Amphibien-Bustour gemacht und fand sie ganz gut.

Würdest Du den Hop on Hop off Bus empfehlen? Ich brauche eigentlich kein Transportmittel, sondern möchte einfach mal die Ecken sehen, die man sehen sollte und selbst irgendwie nie hinkommt.
 

Cawu

FLI-Gold-Member
Registriert
8 Okt. 2013
Beiträge
4.270
Ort
Schwarzwald
Bei der Schoko-Pancake Portion deines Sohnes musste ich doch echt lachen. :D Hat er die Pfannkuchen alleine vernichtet?
Schöner Bericht! (y):love:
 
OP
S

Schlumpfine

FLI-Member
Registriert
23 Aug. 2011
Beiträge
217
Ort
Oberösterreich
Toller Bericht...wie sympathisch :)

Ich habe in Miami eine Amphibien-Bustour gemacht und fand sie ganz gut.

Würdest Du den Hop on Hop off Bus empfehlen? Ich brauche eigentlich kein Transportmittel, sondern möchte einfach mal die Ecken sehen, die man sehen sollte und selbst irgendwie nie hinkommt.

Um möglichst viel zu sehen, eignet sich die Tour auf jeden Fall ganz gut.

Man muss sich aber darauf einstellen, dass der Loop schon ordentlich Zeit frisst – selbst wenn man, so wie wir, nur selten aussteigt. Ich weiß nicht, wie genau sie ihre Fahrpläne normalerweise einhalten, aber bei uns war absolute Hochsaison, und das hat man natürlich auch deutlich am Verkehr gemerkt.

Als es dann wieder zurück zum Bayside Marketplace ging, bewegte sich einfach gar nichts mehr – weder vor noch zurück – während gefühlt alle nur noch gehupt haben. Das wurde schon ein bisschen zur Zerreißprobe 🙄

Ich habe da zwar keine persönliche Vergleichserfahrung, kann mir aber gut vorstellen, dass das in der Nebensaison etwas entspannter ist.

Wenn man genug Zeit hat und vielleicht sogar den 2-Tages-Pass nimmt, kann man mit der Tour auf jeden Fall einige Spots abdecken, die man als Tourist einfach mal gesehen haben sollte 😄
 
OP
S

Schlumpfine

FLI-Member
Registriert
23 Aug. 2011
Beiträge
217
Ort
Oberösterreich
Bei der Schoko-Pancake Portion deines Sohnes musste ich doch echt lachen. :D Hat er die Pfannkuchen alleine vernichtet?
Schöner Bericht! (y):love:
Er hatte sich das Restaurant ganz gezielt ausgesucht – nur wegen genau dieser Pancakes auf dem Bild. Wir mussten sogar nochmal umdrehen, um wieder dorthin zurückzugehen.

Ganz aufgegessen hat er sie zwar nicht, aber weil er sich so über seine Pancakes gefreut hat, hat er mich schließlich überredet, den Rest einpacken zu lassen und den ganzen Weg mitzuschleppen.

Vor dem Abendessen (das darf man auch nur im Urlaub :lacry:) hat er die übrig gebliebenen Pancakes dann doch noch mit großer Begeisterung verputzt.
 
OP
S

Schlumpfine

FLI-Member
Registriert
23 Aug. 2011
Beiträge
217
Ort
Oberösterreich
Sooo, weiter geht’s.
Let’s go to the Keys…


Ganz nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel. Und ja, der Weg ist traumhaft schön – aber nach spätestens einer Stunde wird er irgendwie doch ein bisschen eintönig. Vielleicht liegt es an mir, und ich bin da ganz so, wie ich es meinen Kindern öfter vorwerfe: Man hat es so schön und weiß es gar nicht richtig zu schätzen. Oder vielleicht kann man sich einfach nicht drei Stunden lang nur auf Brücken und Wasser konzentrieren. Ich weiß es nicht genau.
Screenshot 2026-01-20 114926.png
IMG_4784.JPEG


Was ich aber ganz sicher weiß: Am besten gefallen mir auf den Keys diese Tiki-Bar-Style-Restaurants. Dort könnte ich es wirklich stundenlang aushalten – lecker essen, ein kühles Getränk schlürfen und einfach die Aussicht genießen. Hach… Vielleicht mache ich das mal, wenn ich in Rente bin. Im Moment bin ich allerdings mit Kindern unterwegs, die das Ganze nicht ganz so spannend finden. Zum Glück bekommen sie aber auch mal Hunger, also kann ich diesen Punkt auf meiner Liste trotzdem abhaken. YES.


Wir fuhren also früh morgens in den Sonnenaufgang hinein, Richtung Homestead und immer weiter, bis wir unseren ersten Stopp beim The Island Fish Co. Restaurant & Tiki Bar einlegten. Ich bat um einen Tisch direkt am Wasser – und bekam ihn auch. Allerdings mussten wir dafür ein bisschen frieren, denn ganz so warm war es dort morgens noch nicht.


Meine Tochter war begeistert von ihrem Frühstück: ein Croissant mit frischen Früchten – viel glücklicher hätte man sie kaum machen können. Mein Sohn blieb sich treu und bestellte Pancakes. Und ich liebe ja Eggs Benedict. Eigentlich hätte ich sie mit Bacon bestellt, bekam sie aber mit Ham – und entschied mich dann dagegen, sie zurückgehen zu lassen. (Die Hashbrowns hätten für meinen Geschmack ruhig etwas knuspriger sein können.) Aber alles in allem war es ein sehr leckeres Frühstück, und die Aussicht hat sofort dieses Urlaubsgefühl geweckt, wegen dem ich überhaupt hier war.
IMG_4783.JPEG
IMG_4779.JPEG
IMG_4780.JPEG

IMG_5667.JPEG
Wir waren immer noch früh dran, als wir in Key West ankamen, obwohl es durch den Verkehr eine kleine Verzögerung gab. Trotzdem waren die Straßen noch angenehm ruhig. Wir stellten unseren Jeep beim Best Western Hibiscus ab und sagten kurz Bescheid, dass wir schon da waren. Natürlich war das Zimmer noch nicht fertig – aber wir wollten ohnehin erst einmal Key West erkunden.

Und das taten wir – zum Leidwesen meines Sohnes – zu Fuß.

Es war bereits mein zweites Mal auf den Keys. Beim ersten Mal, noch ohne Kinder, haben wir die ganze Pub-Stimmung deutlich mehr ausgekostet. Dieses Mal ging es weniger um Cocktails und Partys, sondern vielmehr darum, die Landschaft und das Wetter zu genießen. Es war wirklich heiß, also bekamen die Kinder erst einmal ein Eis, um sich von den „Strapazen“ des Spaziergangs zu erholen.
Screenshot 2026-01-20 115318.pngScreenshot 2026-01-20 115358.pngIMG_4804.JPEGIMG_4809.JPEGIMG_4810.JPEGIMG_4802.JPEG

Danach mussten sie allerdings wieder weiterlaufen – schließlich wollten wir Erwachsenen uns auch noch ein Getränk gönnen. Beim Vorbeigehen an den verschiedenen Bars und Pubs war ich dann aber ganz froh, dass wir mit Kindern ohnehin draußen bleiben mussten. Der Geruch, der aus manch einer Bar strömte, erinnerte mich stark an meine Jugend – an Nächte, in denen ich um vier Uhr morgens noch in irgendeiner kleinen Kneipe saß.
IMG_4803.JPEGIMG_5656.JPEG


Irgendwann hatten die Kinder genug gesehen und wollten zurück – zum Pool. Und ehrlich gesagt war mir das auch ganz recht. Ab morgen sollte es kühler werden, und ich wollte die warmen Temperaturen noch ausnutzen. Also: ab ins Wasser.

IMG_5692.JPEG

IMG_4793.JPEG
Screenshot 2026-01-20 115242.png

Danach ging es zurück ins Zimmer, kurz duschen – und anschließend noch einmal los Richtung Southernmost Point, um dort in der Nähe zu Abend zu essen. Die Bedienung war leider unglaublich unfreundlich, und mein erster Gedanke war, dass das Trinkgeld wahrscheinlich schon automatisch draufgeschlagen wurde. War es aber – zu meiner Überraschung – nicht.



Mein Mahi war dafür fantastisch. Mir läuft jetzt schon wieder das Wasser im Mund zusammen, wenn ich daran denke.

IMG_4837.JPEGIMG_4838.JPEG
IMG_4844.JPEG


Ich glaube, man merkt ein bisschen, dass meine Euphorie für die Keys sich in Grenzen hält. Ganz persönlich finde ich, dass sie ein kleines bisschen überbewertet sind – hoffentlich werde ich für diese Aussage nicht geköpft. Einmal sollte man sie auf jeden Fall gesehen haben, aber in Zukunft werden wir unseren Fokus wohl eher wieder aufs Festland legen. Auch wenn wir morgen noch einen seeeehr entspannten Tag auf Islamorada verbringen werden.
 

Montana

FLI-Silver-Member
Registriert
21 Apr. 2022
Beiträge
1.212
Du weckst Fernweh in mir, obwohl ich in 4 Monaten selbst wieder dort bin. Macht so viel Spass Dir zu folgen.
Ich sehe es mit Key West genauso. Ich bin mal dort und dann reicht es für viele Jahre wieder. Preislich ist das ja sowieso völlig überteuert, auch wenn man dort eine gute Zeit verbringen kann.

Dieses Jahr lassen wir die Keys auch wieder aus...
 

avdB

FLI-Starter
Registriert
6 Dez. 2025
Beiträge
36
Ort
Euskirchen
Na dann bin ich mal gespannt.
Wir werden im Juli nach einer Übernachtung in Homestaed für zwei Tage von Marathon aus die Key's erkunden und gehen die Sache ganz entspannt an.
Aber Danke für deine schönen Impressionen.
Hast Du vielleicht ein paar "do's and dont's", die Dir spontan einfallen?
 
OP
S

Schlumpfine

FLI-Member
Registriert
23 Aug. 2011
Beiträge
217
Ort
Oberösterreich
Na dann bin ich mal gespannt.
Wir werden im Juli nach einer Übernachtung in Homestaed für zwei Tage von Marathon aus die Key's erkunden und gehen die Sache ganz entspannt an.
Aber Danke für deine schönen Impressionen.
Hast Du vielleicht ein paar "do's and dont's", die Dir spontan einfallen?
Also, wir hatten ja wirklich Großes vor… eine ganze Liste an Plänen, Ideen und Must-dos – umgesetzt haben wir davon genau: nichts. 😅

Ein paar Sachen stehen aber definitiv noch auf meiner „Falls wir nochmal wiederkommen, holen wir das nach“-Liste. Manches war einfach nicht möglich, weil wir aufgrund unseres sehr frühen Aufbruchs einfach zu bald da gewesen wären. Da wäre zum Beispiel ein Smoothie bei Robert is Here in Homestead oder ein Stück Key Lime Pie bei Blond Giraffe, inklusive Love Lock (ein bisschen an der Beziehung arbeiten schadet auch im Urlaub nicht :D). Und das Tarpon-Füttern bei Robbie’s würde ich mir auch gern mal aus nächster Nähe anschauen – das Füttern selbst würde ich aber lassen, dazu bin ich persönlich ein zu großer Angsthase.

Vor gut 15 Jahren war ich auch im Turtle Hospital, und das hat mir damals richtig gut gefallen. Dieses Mal habe ich aber gedacht, dass es für meine Tochter vielleicht etwas zu langweilig sein könnte – dort wird viel erklärt, und ohne Englischkenntnisse ist das dann wahrscheinlich nur halb so spannend.

Diese Glasboden-Kanutour reizt mich übrigens auch total… aber da bin ich allein, mein Mann ist da nämlich ganz klar raus. 😄

Auf Key West selbst war ich damals bei meinem ersten Besuch gleich drei Tage – ist allerdings schon ewig her. Da haben wir ziemlich außerhalb im Doubletree by Hilton gewohnt und sind immer mit dem Shuttle hin und her gefahren. Um dort umher zu kommen hatten wir ein 2-Tages-Ticket für die Conch Train Tour, was wirklich super entspannt war. Man erfährt einiges über die Geschichte und kommt mühelos von A nach B. Damals war ich Mitte Dezember und die Menschenmassen waren DEUTLICH geringer. Es gibt aus diesem Urlaub sogar ein Foto vom Southernmost Point. Für dieses Foto hätte ich aber bei dieser Reise nicht meine wertvolle Urlaubszeit verschwendet. Die Schlange war extrem lang.

Dieses Mal war der Plan eigentlich ein frühes Abendessen bei der Happy Hour im Boathouse und danach rüber zum Mallory Square, um den Sonnenuntergang ganz klassisch-touristisch zu genießen. Warum wir diesen Plan dann komplett über Bord geworfen haben? Ehrlich gesagt… keine Ahnung mehr. 🙈

Sobald ich dazu komme, schreibe ich den Bericht weiter – und dann kommt auch das, was mir an den Keys am allerbesten gefällt: der Bahia Honda State Park, das Sunset Grille and Raw Bar und einfach dieser unglaubliche Ausblick 😍, den wir am nächsten Reisetag zur genüge genießen werden.
 

MareikeH

FLI-Bronze-Member
Registriert
17 März 2024
Beiträge
449
Um möglichst viel zu sehen, eignet sich die Tour auf jeden Fall ganz gut.

Man muss sich aber darauf einstellen, dass der Loop schon ordentlich Zeit frisst – selbst wenn man, so wie wir, nur selten aussteigt. Ich weiß nicht, wie genau sie ihre Fahrpläne normalerweise einhalten, aber bei uns war absolute Hochsaison, und das hat man natürlich auch deutlich am Verkehr gemerkt.

Als es dann wieder zurück zum Bayside Marketplace ging, bewegte sich einfach gar nichts mehr – weder vor noch zurück – während gefühlt alle nur noch gehupt haben. Das wurde schon ein bisschen zur Zerreißprobe 🙄

Ich habe da zwar keine persönliche Vergleichserfahrung, kann mir aber gut vorstellen, dass das in der Nebensaison etwas entspannter ist.

Wenn man genug Zeit hat und vielleicht sogar den 2-Tages-Pass nimmt, kann man mit der Tour auf jeden Fall einige Spots abdecken, die man als Tourist einfach mal gesehen haben sollte 😄
wir waren im Juli unterwegs - da war der Verkehr nicht so arg. Wir sind gegen 9h von Miami Beach gestartet und haben (die Kinder wollten nicht zu den Wynwood Walls) die Tour bis Bayside durchgemacht. Dort waren wir eine Zeit lang, sind dann bis zum Ocean Drive zurückgefahren. Das war kein Problem, kein Anstellen, keine schlimme Verkehrssituation. Für uns war das Zuhören und das nach-Downtown-rüber-kommen die Hauptentscheidung für den Hop-on-hop-off Bus. Die Tickets hatte ich von Ö aus gebucht, über die App alles kein Problem. Bei uns war auch zusteigen während der Tour vom Platz aus immer möglich
 

avdB

FLI-Starter
Registriert
6 Dez. 2025
Beiträge
36
Ort
Euskirchen
Also, wir hatten ja wirklich Großes vor… eine ganze Liste an Plänen, Ideen und Must-dos – umgesetzt haben wir davon genau: nichts. 😅

Ein paar Sachen stehen aber definitiv noch auf meiner „Falls wir nochmal wiederkommen, holen wir das nach“-Liste. Manches war einfach nicht möglich, weil wir aufgrund unseres sehr frühen Aufbruchs einfach zu bald da gewesen wären. Da wäre zum Beispiel ein Smoothie bei Robert is Here in Homestead oder ein Stück Key Lime Pie bei Blond Giraffe, inklusive Love Lock (ein bisschen an der Beziehung arbeiten schadet auch im Urlaub nicht :D). Und das Tarpon-Füttern bei Robbie’s würde ich mir auch gern mal aus nächster Nähe anschauen – das Füttern selbst würde ich aber lassen, dazu bin ich persönlich ein zu großer Angsthase.

Vor gut 15 Jahren war ich auch im Turtle Hospital, und das hat mir damals richtig gut gefallen. Dieses Mal habe ich aber gedacht, dass es für meine Tochter vielleicht etwas zu langweilig sein könnte – dort wird viel erklärt, und ohne Englischkenntnisse ist das dann wahrscheinlich nur halb so spannend.

Diese Glasboden-Kanutour reizt mich übrigens auch total… aber da bin ich allein, mein Mann ist da nämlich ganz klar raus. 😄

Auf Key West selbst war ich damals bei meinem ersten Besuch gleich drei Tage – ist allerdings schon ewig her. Da haben wir ziemlich außerhalb im Doubletree by Hilton gewohnt und sind immer mit dem Shuttle hin und her gefahren. Um dort umher zu kommen hatten wir ein 2-Tages-Ticket für die Conch Train Tour, was wirklich super entspannt war. Man erfährt einiges über die Geschichte und kommt mühelos von A nach B. Damals war ich Mitte Dezember und die Menschenmassen waren DEUTLICH geringer. Es gibt aus diesem Urlaub sogar ein Foto vom Southernmost Point. Für dieses Foto hätte ich aber bei dieser Reise nicht meine wertvolle Urlaubszeit verschwendet. Die Schlange war extrem lang.

Dieses Mal war der Plan eigentlich ein frühes Abendessen bei der Happy Hour im Boathouse und danach rüber zum Mallory Square, um den Sonnenuntergang ganz klassisch-touristisch zu genießen. Warum wir diesen Plan dann komplett über Bord geworfen haben? Ehrlich gesagt… keine Ahnung mehr. 🙈

Sobald ich dazu komme, schreibe ich den Bericht weiter – und dann kommt auch das, was mir an den Keys am allerbesten gefällt: der Bahia Honda State Park, das Sunset Grille and Raw Bar und einfach dieser unglaubliche Ausblick 😍, den wir am nächsten Reisetag zur genüge genießen werden.
Vielen Dank für die Tipps.
Da haben wir auf jeden Fall ein paar Punkte, die in unsere Planung mit einfließen werden.

Mal schauen, wieviel wir davon am Ende umsetzen werden. 😉
Aber es gibt meines Erachtens nichts schlimmeres als planlos an den interessantesten und schönsten Plätzen vorbei zu irren. Das macht Reiseberichte ja schließlich so interessant.
 
OP
S

Schlumpfine

FLI-Member
Registriert
23 Aug. 2011
Beiträge
217
Ort
Oberösterreich
Weiter geht’s…


Und mal ehrlich – was gibt es Schöneres, als nach den Osterfeiertagen noch ein bisschen in Erinnerungen zu versinken?
Auch wenn es schon vorbei ist: Frohe Ostern an euch alle.


Unser Tag begann – wie so oft auf dieser Reise – sehr früh. Wir waren die Ersten beim typisch amerikanischen Frühstück im Best Western Hibiscus. Wobei „Frühstück“ bei uns eher Kaffee bedeutete. Alles andere sprach uns nicht wirklich an.
Mein Sohn war fest entschlossen, sich eine Waffel zu machen – die Enttäuschung folgte prompt. Ein Bissen, ein skeptischer Blick… man konnte sofort sehen, dass sie nicht seinen Geschmack traf. Also stand schnell fest: Unterwegs würden wir noch etwas „Richtiges“ essen.
Doch zuerst ging es an einen Ort, der mir ganz besonders am Herzen liegt: den Bahia Honda State Park. Für mich einer der schönsten State Parks, die ich bisher in Florida besucht habe.
Leider spielte das Wetter nicht ganz mit. Ein Temperatursturz war angekündigt. Am frühen Morgen bis in den frühen Nachmittag hinein sollte es noch halbwegs angenehm sein, aber der Wind wehte uns bereits ordentlich um die Ohren.
Wir zahlten den Eintritt, parkten bei der alten Bahia Honda Bridge – und die Kinder mussten… laufen.
Auch an diesem Tag nicht gerade ihre Lieblingsdisziplin.



IMG_5674.JPEG
IMG_4854.JPEG
IMG_4870.JPEG
IMG_4877.JPEG
IMG_4861.JPEG
IMG_5707.JPG

Mein Sohn schlug sich tapfer, aber als ich erwähnte, dass wir uns auch noch die andere Seite anschauen wollten, war es vorbei mit der Motivation. Komplett.

Zum Glück griff mein Mann ein und schlug vor, einfach mit dem Auto rüberzufahren. Rückblickend: eine sehr gute Entscheidung. Ich war die Strecke schon einmal gelaufen, hatte aber völlig verdrängt, wie weit sie tatsächlich ist – laut Google Maps etwa 1,7 Meilen. Für die Kinder wäre das eher eine kleine Tortur geworden.

Und als wir schließlich drüben ankamen, wurde schnell klar: Die Aussicht war wunderschön – aber nicht so anders, dass sich der Weg unbedingt gelohnt hätte. Beim letzten Mal hatten wir jedoch viele Schildkröten, Schmetterlinge und einige Leguane am Weg gesehen – vielleicht kam mir die Strecke deshalb kürzer vor als diesmal im Auto.

Währenddessen meldete sich bei den Kindern ein sehr vertrautes Gefühl: Hunger.
Und in meinem Kopf formte sich sofort die perfekte Idee – ein gemütlicher Brunch, vielleicht sogar so ausgiebig, dass wir später eine Mahlzeit auslassen könnten.
(Spoiler: Nein. Hat nicht funktioniert.)
Es zog uns zu einem weiteren Lieblingsort von mir: dem Sunset Grille Raw Bar.
Doch es wurde immer kälter. Für Islamorada waren gerade einmal um die 15 Grad angesagt – mit ordentlich Wind.
Natürlich entschieden wir uns trotzdem für den Tisch mit der schönsten Aussicht. Logisch.
Und genauso logisch: Es war der kälteste Platz überhaupt. Selbst schuld – einfach noch eine Jacke überziehen.
Also saßen wir da, warm eingepackt, mit Blick aufs Wasser – und irgendwie war es trotzdem perfekt.

Mein Sohn bestellte Cheesecake, wir gönnten uns zum ersten Mal einen Key Lime Pie als „Dessert nach dem Frühstück“. Leider traf dieser nicht meinen Geschmack. Vielleicht war es einfach nicht die richtige Location – oder ich mag Key Lime Pie einfach nicht. Aber ganz ehrlich: Es ging ja auch um die Erfahrung.
Ich hatte meinen Bacon, meinen Kaffee – und diesen Ausblick.😍
Ich hätte dort stundenlang sitzen können. Einfach nur schauen.
Manchmal frage ich mich, warum ich mich am liebsten für Rundreisen entscheide… vielleicht genau deshalb: weil man so viele unterschiedliche, wunderschöne Ausblicke bekommt.

IMG_4895.JPEGIMG_4897.JPEGIMG_5670 (1).JPEG


Vor Jahren hatte ich hier großartiges Sushi und überraschend gute Cocktails – inklusive Souvenir-Becher.
Dieses Mal blieb es beim Kaffee. Halb elf morgens und noch einiges an Strecke vor uns.
Eigentlich nehme ich mir sowieso immer wieder vor, keine Cocktails mehr zu bestellen, weil sie mir in Florida oft viel zu stark sind… aber ich weiß jetzt schon: Ich werde es wieder tun.
Aber dazu dann später mehr – in Orlando. 😄

Am frühen Nachmittag ging es weiter Richtung Islamorada.
Und wir hatten Glück – riesiges Glück. Während wir entspannt vorankamen, staute sich der Verkehr in Richtung Key West kilometerweit.
Gleichzeitig wurde uns klar: Weiter in Richtung Festland zu fahren wäre auch keine gute Idee gewesen, denn irgendwann hätten wir sowieso wieder zurückgemusst.
Also stellten wir das Auto bei unserer Unterkunft ab: dem Creekside Inn. Das günstigste Motel der ganzen Reise – und ja, das sah man hier und da auch. Der Boden hätte sauberer sein können… aber ganz ehrlich? Für 110 Euro pro Nacht auf den Keys zu dieser Zeit – absolut in Ordnung.
Und der wahre Grund für meine Buchung war sowieso ein anderer: wie immer die Aussicht. (ich weiß, ich hab es schon oft genug gesagt)

Das Zimmer war noch nicht fertig für den Check-in, aber der Mann an der Rezeption war unglaublich bemüht.
Die Reinigungskraft hingegen… weniger begeistert.
Sagen wir es so: Vom Balkon aus bekamen wir später ungefilterte Einblicke in ihre Meinung über ihren Chef. 😄
Jetzt hieß es erstmal: Zeit überbrücken.
Und ja – wir gingen tatsächlich noch einmal spazieren. Immerhin sollte sich das viele Essen nicht direkt ansetzen.🙈
(Zum Glück wusste mein Sohn nichts von meinem ursprünglichen Plan, die Seven-Mile-Bridge bei Pigeon Key zu Fuß zu erkunden – denn er verdrehte jetzt schon wieder die Augen.)

Die nähere Umgebung hatte nicht viel zu bieten. Eine ganz normale amerikanische Nachbarschaft – aber genau das mögen wir.
Diese Häuser. Diese kleinen Details. Und immer wieder überrascht uns diese typisch amerikanische Art, politische Meinungen offen im Garten zu zeigen.
Fotos habe ich leider kaum gemacht.
Nur eines – und selbst das entstand nur, weil mein Mann unbedingt den Elektro-Hummer im Hintergrund fotografieren wollte.
Männer. 😄 🙈

Irgendwann zog es uns in ein italienisches Restaurant – das Lido 73.
Unser Plan: draußen am Wasser sitzen.
Daraus wurde nichts, weil alles besetzt war.
Also dann eben drinnen – „typisch italienisch“ mit Sangria (weird), statt Aperol Spritz in der Sonne.

IMG_4907.JPEGIMG_4909.JPEG


Wir bestellten ein paar Kleinigkeiten, nahmen uns Zeit und reservierten direkt für den Abend denselben Tisch im Innenbereich. Das Wetter sollte noch schlechter werden – und viel Auswahl gab es rund um unser Motel ohnehin nicht.
Nach dem Snack konnten wir endlich einchecken. Für alle war klar: erst mal entspannen.
Die Kinder verschwanden sofort mit ihren Tablets im Bett – dringend notwendige Erholung von ihrer „gnadenlosen“ Mutter.
Und ja: Bildschirmzeit ist im Urlaub bei uns quasi unbegrenzt. Nicht pädagogisch wertvoll, aber ehrlich gesagt… es funktioniert. 🙈Und es macht alles entspannter.;)

Screenshot 2026-01-20 114819.png

Wir Erwachsenen landeten auf dem Balkon.
Und dieser Nachmittag… war einfach schön.


Pelikane, die durch die Luft glitten.
Leguane, die zwischen den Pflanzen auftauchten.
Boote, die teilweise direkt am Motel anlegten.


IMG_4912.JPEGIMG_4917.JPEG
Screenshot 2026-01-20 114707.png
IMG_4927.JPEG

Ich habe versucht, all das festzuhalten – mit Fotos, mit Videos.
Aber wie so oft: Die Stimmung selbst lässt sich nur begrenzt einfangen.
Es war keiner dieser spektakulären Tage. Und trotzdem einer der schönsten der Reise.
Wir hatten einfach Glück. Saßen in der Sonne auf unserem windstillen Balkon, während es auf der anderen Seite des Hotels schon unangenehm kalt war – und genossen einfach, dass wir hier waren. Irgendwann ging die Sonne unter. Und plötzlich wurde es auch bei uns ungemütlich. Also schnell unter die Dusche – und dann zurück ins Restaurant.
Wir huschten so schnell wie möglich hinüber, noch immer nicht an die kühleren Temperaturen gewöhnt… und waren dann ziemlich überrascht, als unser reservierter Tisch plötzlich draußen sein sollte. Das war uns definitiv zu kalt. Drinnen war nichts frei.
Also Plan B: Essen to go.
Klang einfach. War es nicht.
Wir bestellten – und bekamen die Info, dass es dauern würde. Kein Problem. Also gingen wir nochmal zurück ins Zimmer. Zur vereinbarten Zeit fuhren wir mit dem Auto zurück. Die anderen blieben sitzen, ich ging allein hinein.
Eine Schlange. Ungeduld. Gereizte Stimmen. Menschen, die irgendwann einfach aufgaben und gingen.

Und ich? Ich wartete.
Und wartete.
Und wartete.

Nach über einer Stunde hielt ich endlich unsere Pizza und Lasagne in der Hand.
Als ich zurück zum Auto kam, schlief unsere Tochter tief und fest.
Mein Sohn war kurz davor einzuschlafen.


So sehr das unsere Geduld auf die Probe gestellt hatte – wir hatten trotzdem Glück im Unglück. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie es gewesen wäre, hätten wir das Auto stehen gelassen und ich hätte mit den Kindern dort warten müssen.

Ob das wohl ein Vorgeschmack auf morgen war? Silvester – und wir hatten trotz meiner akribischen Planung keine Reservierung.
Der nächste Tag war eigentlich nur dafür gedacht, die Strecke zu teilen… - geplant war gar nichts.
Aber gesehen haben wir dann trotzdem einiges. ;)
 

Anhänge

  • Screenshot 2026-01-21 093618.png
    Screenshot 2026-01-21 093618.png
    790,6 KB · Aufrufe: 14

Sommarsverige

FLI-Gold-Member
Registriert
5 Apr. 2009
Beiträge
4.797
Ort
Hamburg
Ich habe es nun auch auch endlich mal wieder ins Forum geschafft und Deinen Reisebericht gelesen!

So wunderschön die Fotos und Deine Erzählungen :love: Ich mag es sehr, dass Du so ausführlich berichtest, das macht Deinen Bericht total lebendig und man spürt förmlich die Florida Sonne auf der Haut ☀️

Ich finde auch, dass die Keys überbewertet sind. Man sollte es mal sehen, aber alle paar Jahre reicht dann auch. Wir waren vor 2 Jahren noch mal wieder dort, aber nur bis Islamorada, da wir mit den Kindern ins Dolphin Research Center wollten. Die Atmosphäre auf den Keys ist schon total schön, aber insgesamt ziehe ich auch auf jeden Fall die Westküste vor.

Ich bin gespannt wie es weitergeht :)

Gruß, Birte
 
OP
S

Schlumpfine

FLI-Member
Registriert
23 Aug. 2011
Beiträge
217
Ort
Oberösterreich
Hallo liebe Mitreisende,

es war der 31.12. und wir waren weit davon entfernt, irgendwelche Vorsätze zu treffen. Ganz im Gegenteil – hier fühlte es sich nicht so an, als würden wir etwas Altes hinter uns lassen, um „besser“ weiterzumachen. Eher so, als wollten wir alles genau so beibehalten, wie es war.

Um „unsere Geschichte“ vollständig erzählen zu können, brauche ich an dieser Stelle noch ein paar Insider-Infos. Wie schon im Vorwort erwähnt, wurde diese Reise schon sehr laaange geplant. Angefangen hat alles vor ziemlich genau einem Jahr, als es einen plötzlich eingetretenen Todesfall in der Familie meines Sohnes bzw. meines Ex-Mannes gab. Dadurch konnten wir zwei Tage länger einplanen, weil mein Sohn – überraschenderweise sogar ein Jahr später – schulfrei bekam. Naja, nach Florida und retour ist man halt auch nicht gerade in zwei Tagen, das Begräbnis fiel also sowieso aus und so sollte es eher eine Gedenkfeier werden. Ursprünglich war für uns erst eine kleine Reise im Süden als Familie geplant, und im neuen Jahr wollte ich meinen Sohn für ein paar Tage zu seiner amerikanischen Familie bringen – dorthin, wo auch mein Ex-Mann sein sollte.
Aber wie so oft kam alles anders: Mein Ex-Mann sagte kurzfristig ab und blieb doch in Österreich. Plötzlich lag es an mir, das Ganze zu regeln. Es fühlte sich irgendwie komisch an – immerhin hatte ich so gut wie keinen Kontakt mehr zu meiner „Ex-Familie“ und war nun mit meinem „neuen“ Mann und unserer Tochter unterwegs. Aber letztendlich sind wir alle nur Menschen, und es war halb so wild. Es ging ja nicht darum, wie ich mich fühle, sondern darum, dass mein Sohn auf beiden Seiten eine gute Basis hat. Also nahm ich all meinen Mut zusammen und kontaktierte im Vorfeld meine Ex-Schwiegereltern (die ebenfalls getrennt sind) – jeweils einzeln.
Zuerst dachte ich, wir könnten vielleicht Silvester gemeinsam verbringen, aber wir waren noch in Islamorada und hätten 5,5 Stunden nach Plant City fahren müssen. Theoretisch machbar, aber praktisch? Wahrscheinlich hätten wir Mitternacht ohnehin verschlafen – also warum sich stressen?

Der Plan war daher, gemütlich über den Tamiami Trail nach Naples zu fahren und erst am nächsten Tag den ersten Verwandtschaftsbesuch einzuplanen.

Damals – vor gefühlten Ewigkeiten – stellte ich mir den Tag so vor: Ausschlafen 😅 , gemütlich frühstücken:lacry:, die Loop Road fahren 😅, viele Tiere sehen, die neu gebaute Raststation mit Aussichtsplattform besuchen, die ich in einem YouTube-Video gesehen hatte 😅, und dann am frühen Nachmittag in Naples ankommen. Dort wollten wir ein bisschen durch die Stadt schlendern, abends essen gehen – was mich immer noch etwas nervös machte, da wir keine Reservierung hatten – und vielleicht noch ein Feuerwerk anschauen. Wobei wir schon zu Hause wussten, dass das nichts wird: Das Feuerwerk war auf den 3. Jänner verschoben worden.

Gekommen ist es dann so:

Wir blieben bis zum Schluss unseres Urlaubs Frühaufsteher. Auf den Keys hielt uns nicht viel – es war ziemlich kalt, Frühstück gab es im Motel keines, also programmierten wir auf Wunsch der Kinder ein IHOP ins Navi. Mein Sohn hatte dort 2022 angeblich den besten French Toast ever gegessen – allerdings nicht in Homestead. Es war gut, aber man merkte schon, dass die Qualität von Location zu Location sehr schwanken kann. Aus dem gemütlichen Frühstück wurde außerdem auch nicht wirklich etwas – eigentlich hätten wir wissen müssen, dass es am 31.12. nicht ganz gechillt zugehen wird; das Lokal war proppenvoll.

IMG_4931.JPEGIMG_4933.JPEGIMG_4934.JPEGIMG_4935.JPEGIMG_4936.JPEG

Gestärkt ging es weiter Richtung Everglades. Wir fuhren an vielen großen Alligatoren am Straßenrand vorbei, wurden dann aber irgendwie an der ersten Einfahrt vorbeigelotst und landeten auf der weiter entfernten Seite der Loop Road, wodurch wir wieder in die entgegengesetzte Richtung gefahren wären. Zuerst dachten wir: Egal, fahren wir eben alles doppelt – wir hatten ja Zeit. Aber auch nach 20 Minuten passierte nicht viel: Die Landschaft blieb gleich, Tiere sahen wir diesmal kaum. Also beschlossen wir zu wenden – vielleicht würden wir ja doch noch die Raststation finden.

IMG_4942 (1).JPEG
IMG_4938.JPEG

Natürlich kam auch das anders: Wir hielten stattdessen vorher auf einem kleinen Rastplatz – das war eine gute Entscheidung. Diesmal konnten wir Alligatoren im Wasser fotografieren, und mein Sohn entdeckte sogar eine Schlange, die er ziemlich cool fand. Es waren nur ein paar Leute dort, und einige von ihnen waren sehr kommunikativ. Ein netter Stopp – wo genau, kann ich leider nicht mehr sagen.

IMG_4951.JPEG
IMG_5659.JPGScreenshot 2026-01-20 114420.png

Wir vertraten uns ein wenig die Beine, stiegen wieder ins Auto und hielten noch bei einem Supermarkt für Snacks – ich meine, es war ein Publix, aber Fotos gibt es (mal wieder) keine, was ich jetzt sehr bereue, weil Einkaufen in Florida für mich genauso ein Programmpunkt ist wie jede andere Aktivität. Dort fühlt sich selbst das nach Urlaub an.

Relativ früh kamen wir bei unserem Motel, dem La Quinta Inn Downtown, an. Unsere Kriterien bei der Buchung waren simpel: günstig, zentral und sauber – und das hat das La Quinta absolut erfüllt. Außerdem konnten wir schon um 13:30 einchecken – perfekt für eine Zwischenübernachtung.

Ich hatte dieses Hotel, sowie das nächste in Clearwater, über Stayforlong gebucht und danach einige negative Berichte über die Buchungsplattform gelesen. Das kann ich allerdings nicht bestätigen – bei uns lief alles reibungslos, unsere Buchung war im System, es gab keine versteckten Kosten und wir wurden genauso freundlich behandelt wie jeder andere Gast, obwohl wir nur die Hälfte bezahlt haben von dem, was auf der Hotelwebsite ausgewiesen war.

Screenshot 2026-01-20 114243.png

Also rein mit unseren vier (!) Koffern ins Zimmer. Hier hinkte mein Plan ein wenig: In meiner Vorstellung hätten wir immer nur einen Koffer mitnehmen müssen, weil ich natürlich auch das perfekt organisiert hatte – NICHT. :rolleyes: Ich weiß, einige von euch reißen wahrscheinlich gerade erschrocken die Augen auf – wer lässt denn bitte sein Gepäck im Auto? Die Antwort ist: Ich. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass jemand unser Auto wegen Koffern aufbrechen würde. Wir waren in unserem typisch gechillten Florida-Look unterwegs, nicht in Louis Vuitton, in unseren Koffern befand sich überhaupt nichts Wertvolles und noch dazu im Land der totalen Videoüberwachung.

Nur: Der Plan, wenig zu schleppen, ging ohnehin nicht auf. Am Ende wusste ich selbst überhaupt nicht mehr, was in welchem Koffer war. Immerhin hatte ich regelmäßig gewaschen – das war der einzige Vorteil: Am Ende hatten wir nur ein Gepäckstück voller Schmutzwäsche, der Rest war sauber und roch leicht nach Florida.

Die Kinder wurden wieder mal mit Eis überredet, spazieren zu gehen, der Jeep blieb stehen und wir liefen Richtung Downtown – einfach geradeaus, nur um einen Blick aufs Meer zu erhaschen.

IMG_4961.JPEG
IMG_4962.JPEG
IMG_4971.JPEG
IMG_5641.JPG
IMG_5648.JPG

Es war unglaublich viel los auf den Gehwegen, und ich machte mir immer noch Sorgen um unser Abendessen. Naples gefiel uns gut, und bei wärmeren Temperaturen hätten wir sicher noch mehr erkundet. Aber mein Schritteziel war ohnehin erreicht,:ROFLMAO: also zurück zum Hotel – mit einem Zwischenstopp beim Olive Garden gegenüber, um nach einer Reservierung zu fragen.

Keine Chance.

In meinem Kopf spielten sich schon Horrorszenarien ab – wie damals 2006 in Orlando, als wir ewig nach einem freien Tisch suchen mussten. Da war ich erst 18 Jahre alt, und man könnte meinen, so etwas hätte weniger Auswirkungen auf einen Teenager – scheinbar hatte sich das aber sehr fest in mir verankert.🫣:lacry:

Uns wurde gesagt, wir sollten einfach zur gewünschten Zeit wiederkommen und es erneut versuchen.

Also gut: Kleid anziehen (mein einziges eingepacktes), Winterjacke drüber (sah wirklich seltsam aus) und los. Der Parkplatz war inzwischen gut gefüllt.

Und dann die Überraschung: Das Restaurant war riesig – und fast leer. Offenbar gingen die meisten lieber in teurere Restaurants in Downtown. Am Essen lag es jedenfalls nicht: Es war hervorragend, und wir lieben den „neverending Salad“.
Zur Feier des Tages gönnte ich mir ein Glas Prosecco. Die Kinder waren ebenfalls zufrieden und spielten auf den Self-Ordering-Devices.

IMG_4973.JPEG
C856908D-B902-4F0A-B124-08D6D6D85267.jpg

Nach dem Essen war es noch kälter geworden, und wir hatten ohnehin nichts mehr vor. Also zurück ins Hotel – Wäsche waschen.

Irgendwo im Hinterkopf hatte ich plötzlich Gedanken an die Raunächte (obwohl ich mich damit gar nicht auskenne :ROFLMAO:). Ich ignorierte das, ließ mir an der Rezeption Quarters wechseln und startete die Waschmaschine. Währenddessen stießen mein Mann und ich noch auf das neue Jahr an – auch wenn es sich gar nicht nach Jahreswechsel anfühlte.

Dann kam eine Nachricht von der Tante meines Sohnes: Alle ihre Kinder seien da, und sie würden sich freuen, wenn ihr Neffe morgen eine Nacht bei ihnen verbringen dürfte. Der geplante gemeinsame Lunch morgen Mittag wäre damit hinfällig, und sie würde ihn am darauffolgenden Tag zurück nach Clearwater bringen.

Mein Mutterherz wurde schwer. So spontan, in einem fremden Land, meinen gerade mal zehnjährigen Sohn ALLEINE dort lassen?

Ich zwang mich zurück in die Realität: War diese Angst überhaupt begründet? Vielleicht ein bisschen. Also klärten wir alles:

„Willst du dort übernachten?“ – „UNBEDINGT!“
„Bleibst du erreichbar, wenn du WLAN hast?“ – „VERSPROCHEN!“
„Kommst du sprachlich klar?“ – Augenrollen – „EASY!“

Na gut. Abgemacht.

Und erstaunlicherweise hatte ich in dieser Nacht trotzdem ganz gut geschlafen.
 
Oben