Good bye Florida 2020 - Viva Espana 2020 đŸ’ƒđŸ»

Caroline65

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Hallo Carmen, ich schaue jeden Tag, ob es hier weiter geht... ich hoffe bist gesund und nur sonst verhindert am Weiterschreiben. Liebe GrĂŒsse Caroline
 

Cawu

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Wow, ich bin ganz geflashed... đŸ€© die GĂ€rten sind ja der Wahnsinn... mega angelegt und auch mit den WasserlĂ€ufen und den Brunnen - wunderschön und ĂŒppig, was ja in Andalusien keine SelbstverstĂ€ndlichkeit ist... und diese feinen Steinmetzarbeiten, die auch auf den klassischen Alhambra-Photos immer zu sehen sind, finde ich wirklich unglaublich toll. Überrascht bin ich, wie wenig davon zu sehen ist, auf den Fotos,die ich frĂŒher von der Alhambra gesehen habe, wirkte es so, als wĂ€ren diese feinen Arbeiten ĂŒberall zu sehen.

FĂŒr mich ist es toll, diese Bilder zu sehen, da ich es bei meinen Andalusien-Urlauben nie geschafft habe, dort mal hinzufahren (wir waren immer in der Ecke von CĂĄdiz, das war uns zu weit), so sehe ich, wie die Alhambra aufgebaut ist und wie sie aussieht. Ich finde immer wieder wundervoll ĂŒber Dich (und auch andere im Forum) neue Ecken kennenzulernen oder auch bekannte Ecken neu zu entdecken... 😍
Liebe Feuerfeder,
die Mauren waren ja damals Meister was das Wissen um Wasserspeicher- und Versorgungsanlagen anging. Wirklich sehr bewundernswert! Von den wundervollen Stuck- und Steinmetzarbeiten bekommst Du in meinem nÀchsten Beitrag noch einiges zu sehen. ;)

Vielleicht schafft ihr es beim nĂ€chsten Andalusienurlaub der Alhambra einen Besuch abzustatten. Plant unbedingt eine Übernachtung in Granada ein - die Stadt soll wunderschön und die Tapas dort sehr köstlich sein!

Boah was fĂŒr tolle Bilder!
Davon wĂŒrde ich mir einige groß ausdrucken lassen. Vor allem das mit der Kirche durch den Fensterbogen.
Ich mag ja dieses schnörkelige arabische Design. Da könnte ich mich stundenlang nur mit Anschauen beschÀftigen.
Und dann auch noch tolle Blumenfotos.

Und das mit den schwĂ€bischen Prinzen ist herzallerliebst! AkzentmĂ€ĂŸig gewinnt der auch um Welten, oder?
Liebe Biene,
vielen lieben Dank. Dann geht es Dir wie mir - 1001 Nacht eben - bei mir mit schwÀbischem Dialekt :love:!
Unser Akzent ist doch herzallerliebst :ROFLMAO::ROFLMAO::ROFLMAO::kiss:


Hallo Carmen, ich schaue jeden Tag, ob es hier weiter geht... ich hoffe bist gesund und nur sonst verhindert am Weiterschreiben. Liebe GrĂŒsse Caroline
Liebe Caroline,
ja, vielen Dank uns geht es gut! đŸ„° Viele Termine, aber momentan fehlt mir auch etwas die Motivation zum Schreiben, muss ich ehrlich zugeben.
Angefangen mit dem nĂ€chstgen Beitrag habe ich schon :giggle: und ich möchte bis nĂ€chstes Wochenende tatsĂ€chlich mit dem Bericht fertig werden. 😅



Also, bis bald Ihr Lieben und ich wĂŒnsche euch morgen allen einen guten Wochenstart!

Liebe GrĂŒĂŸe
Carmen
 

Cawu

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  • #165
So Ihr Lieben, jetzt geht es weiter 


TEIL II

17. August 2020 – Wie ein MĂ€rchen aus 1001 Nacht đŸ’«đŸŒ™

Es war heiß an diesem Tag, aber da man in dem großen Komplex immer wieder ausreichend schattige und schöne PlĂ€tzchen fĂŒr eine Pause gefunden hat, war das ganze doch recht ertrĂ€glich.

Wir machten uns also durch die weitlĂ€ufigen und ĂŒppigen Garten- und GrĂŒnanlagen auf den Weg in Richtung 


















Durch das Tor „Puerta del Vino“ erreichten wir den Eingang der Alcazaba, der eigentlichen Festungsanlage und dem Ă€ltesten Teil des Alhambra Komplexes.



Die Festung mit ihrem dicken Mauerwerk und den TĂŒrmen (es gab einmal 24 davon) war die hauptsĂ€chliche Verteidigungsanlage fĂŒr die Alhambra um Angriffe von außen abzuwehren und diente als Schutz und Zufluchtsort.

Von ihren Mauern hatten wir einen weiten Blick ĂŒber die unter dem Sabikah-HĂŒgel erstreckende Stadt Granada mit ihrem Ă€ltesten, komplett in weiß gehaltenem Stadtviertel AlbaicĂ­n.







Granada 
 was fĂŒr eine tolle Stadt. Ich war total begeistert von dieser Aussicht.

Im gegenĂŒberliegenden Altstadtviertel AlbaicĂ­n gibt es den Aussichtspunkt Mirador San Nicolas. Auf dem nĂ€chsten Bild links oben bei der Kirche San Nicolas kann man die Aussichtsplattform mit den vielen Leuten erkennen. Von dort soll man einen fantastischen Blick auf die Alhambra mit den im Hintergrund liegenden Bergen der Sierra Nevada haben haben - im Herbst, Winter und FrĂŒhjahr auch gerne einmal schneebedeckt. Am Nachmittag oder zum Sonnenuntergang sei es besonders schön.









Der Wachtturm „Torre de la Vela“, mit dem Glockenturm und den vier Flaggen (Andalusien, Granada, Europa und Spanien) ist mit 26,8 Metern der Hauptturm und höchste Turm der gesamten Alcazaba und bietet natĂŒrlich einen weiteren fantastischen Panoramblick auf Granada, die Berge der Sierra Nevada und auf die umliegenden Dörfer. Die Glocke wird traditionell immer zum 2. Januar gelĂ€utet – dem Tag des Einzugs der katholischen Könige Isabella und Ferdinand.







 

Cawu

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  • #166
















Durch den Jardin de los Adarves (Garten mit Rampen) gehen wir zurĂŒck zu unserem Ausgangspunkt der Festungsanlage.

Das Gartenareal war ursprĂŒnglich ein Graben und wurde zu militĂ€rischen Zwecken bis zum 16. Jahrhundert mit Wasser gefĂŒllt. Nach der Vertreibung der Mauren wurde das Areal zu GĂ€rten umfunktioniert. Legenden besagen, dass das Geld fĂŒr die Gartengestaltung in KrĂŒgen unter den Rampen gefunden wurde.









Unser nÀchstes Ziel sollten die NasridenpalÀste sein. WÀhrend sich meine Lieben schön in die Reihe stellten, schaute ich noch kurz in den danebenliegenden Palast Karls V.

Ab 1526 ließ ihn Karl V. errichten, dafĂŒr wurden leider Teile der NasridenpalĂ€ste abgerissen. Der Entwurf des wuchtigen Renaissancebaus stammt von dem spanischen Architekten Pedro Machuca. Karl V. bewohnte den Bau leider nie, genauso wenig wie er je vollendet wurde. Der quadratische Palast gibt sich nach außen hin streng, im Inneren birgt er einen runden Innenhof mit einer zweistöckigen SĂ€ulengalerie, die ein wenig an eine Stierkampfarena erinnert. Heute sind hier das Alhambra-Museum und das Museum der Schönen KĂŒnste untergebracht.











Fortsetzung und der absolute Höhepunkt unseres Alhambrabesuchs folgt demnÀchst :)

WĂŒnsche euch schon mal einen guten Start ins Wochenende!
Liebe GrĂŒĂŸe
Carmen
 

Feuerfeder

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Tolle Bilder und ich schließe mich Caroline65 an, die Blumenbilder sind phantastisch. Ich finde auch nach wie vor die GĂ€rten und grĂŒnen Ecken wundervoll. Ist eigentlich das, was aussieht wie MauerĂŒberreste von RĂ€umen tatsĂ€chlich das oder waren da mal Gartenparzellen angelegt?
 

Cawu

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  • #169
Juhu, es geht weiter! Diesmal gefallen mir die Blumenfotos am besten! Danke fĂŒr‘s Weiterschreiben!
Hallo Caroline, das freut mich - vielen Dank! 🧡 Sitze gerade an der Fortsetzung :)

Tolle Bilder und ich schließe mich Caroline65 an, die Blumenbilder sind phantastisch. Ich finde auch nach wie vor die GĂ€rten und grĂŒnen Ecken wundervoll. Ist eigentlich das, was aussieht wie MauerĂŒberreste von RĂ€umen tatsĂ€chlich das oder waren da mal Gartenparzellen angelegt?
Hallo Feuerfeder,
ganz lieben Dank 💜!
Ich hatte vergessen den Text einzufĂŒgen ... Du liegst genau richtig
"In der Medina befanden sich die HĂ€user der Soldaten, Angestellten und Diener. Noch heute kann man die Grundmauern der RĂ€ume erkennen"

Liebe GrĂŒĂŸe
Carmen
 

Cawu

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TEIL III
17. August 2020 – Wie ein MĂ€rchen aus 1001 Nacht
đŸ’«đŸŒ™

Palacios Nazaries – NasridenpalĂ€ste 🕌

Die NasridenpalĂ€ste bilden mit den dazugehörigen GĂ€rten das HerzstĂŒck der Alhambra und stellen den Höhepunkt der islamischen Baukunst und Kultur auf der iberischen Halbinsel dar.

Hier befanden sich damals der Regierungssitz der maurischen Herrscher sowie die PrivatrĂ€ume. Dem Besucher sind drei PalĂ€ste zugĂ€nglich, die ĂŒber die Zeit zu einem Komplex verbunden wurden. El Mexuar ist der Ă€lteste aus dem 13. Jahrhundert, es folgen der Palacio de Comares sowie der Palacio de los Leones, welcher Mitte des 14. Jahrhunderts seine Gestalt erhielt. Die Architekten der Alhambra waren besonders darum bemĂŒht, selbst die kleinsten Stellen mit dekorativen Elementen zu versehen. Die meisten Bögen im Inneren sind keine echten, ihre Funktion ist nicht stĂŒtzender, sondern rein dekorativer Art. Die WĂ€nde der PalĂ€ste sind mit wunderschönen, edlen Keramiken und mit Arabesken und arabischen SchriftzĂŒgen aus Stuck besonder aufwendig gestaltet und reich verziert. Die Decken sind aus kunstvoll geschnitztem Holz verkleidet und die Kuppeln, deren Innenseite mit Stalaktitengewölben (Muqarnas) verziert wurden, sind eine Besonderheit.
Diese wundervolle Kunst sorgt fĂŒr das typisch orientalische Flair, welches die Alhambra auszeichnet.


Folgendes ist bei einem geplanten Besuch zu beachten:
Da die Alhambra zu den meist besuchten Touristenattraktionen Europas gehört und die Tickets heiß begehrt sind, ist es empfehlenswert die Eintrittskarten Wochen vorher online zu buchen. Es gibt verschiedene Ticketoptionen fĂŒr den Besuch der Alhambra. Wir hatten immer das General Alhambra Ticket (14€), denn darin sind alle wichtigen und sehenswerten Abschnitte der Festung enthalten. Beim Onlinekauf wĂ€hlt ihr das Besuchsdatum aus und mĂŒsst dann auch die gewĂŒnschte Besuchszeit der NasridenpalĂ€ste auswĂ€hlen.

Die NasridenpalĂ€ste können nur zu dieser gebuchten Zugangszeit betreten werden. Wenn ihr drin seid, könnt ihr euch soviel Zeit lassen wie ihr möchtet. Wichtig ist nur nicht zu spĂ€t zu kommen, denn sonst wird euch der Einlass verwehrt. Ich rede da leider aus Erfahrung – bei unserem zweiten Besuch waren wir zu spĂ€t dran - und was soll ich sagen 
 es gab zwei sehr lange Gesichter.

Es ist auch nicht einfach die richtige Seite fĂŒr den Kauf der Tickets zu finden. Bei der Googlesuche werden nĂ€mlich bevorzugt die typischen TickethĂ€ndler angezeigt.

Hier geht es zur offiziellen Seite der Alhambra: https://tickets.alhambra-patronato.es/en/



Nach der Sicherheitskontrolle, bei der wir gebeten wurden unsere RucksÀcke vorne auf dem Bauch zu tragen, damit wir nicht an den kostbaren Wandverzierungen entlangstreiften, kamen wir zum Eingang, der doch recht unscheinbar wirkt. Nach maurischer Baukunst entfaltet sich die ganze Pracht immer erst im Inneren der GebÀude.



Wir kamen in den Mexuar, dem frĂŒheren Verwaltungstrakt oder Versammlungsort der Minister des Sultans.

Da das GebĂ€ude ĂŒber die Jahrhunderte hinweg von den maurischen und katholischen Königen derart hĂ€ufig umgebaut wurde, hat der Raum kein erkennbares architektonisches Konzept und die Vermischung von den unterschiedlichen Strukturen verwirrt etwas. GlĂŒcklicherweise ist jedoch die ursprĂŒngliche maurische Innengestaltung zu einem großen Teil erhalten geblieben.

Die WÀnde sind bis auf Kopfhöhe mit farbigen Keramikkacheln verkleidet und unterhalb der Decke mit prunkvollen Stuckarbeiten dekoriert.







Wunderschöne mit Stalaktitendekor und Stuckornamenten verzierte SÀulen



Das prachtvolle Deckenmosaik mit orientalischen Mustern besteht aus dunklem Zedernholz mit kunstvoll geschnitzten Einlegearbeiten und ist mit Goldmalereien ĂŒberzogen.





Die Zwischendecke oder der Chor wurde im Jahre 1632 von den Katholischen Königen eingezogen, als der Raum als Kapelle genutzt wurde und nahm dem Saal sehr viel von der eigentlichen Pracht.





Der hintere kleine, reich geschmĂŒckte Raum diente als Gebetsraum und ist nach Mekka gerichtet.









Über den Hof des goldenen Zimmers (Patio Cuarto Dorado) ging es zum Comares Palast.
So langsam steigerte sich das „GefĂŒhl“ von 1001 Nacht đŸ’«đŸŒ™





Vom Innenhof hatten wir einen herrlichen Blick zurĂŒck auf die Außenfassade des Palacio Mexuar, mit ihren kunstvollen orientalischen Motiven und prachtvollen Wandmosaiken aus bunten Keramikfliesen.







In der Fassade des Comares Palastes sind die beiden TĂŒren wunderschön mit Fliesenmosaiken und Stuck verziert, die Fenster umlaufen kalligraphische SchriftbĂ€nder mit dem mehrmals wiederholten Wahlspruch der Nasriden „Es gibt keinen Sieger außer Gott“.







Wunderschöne teilvergoldete Zedernholzdecke







Über diesen hĂŒbschen Gang kamen wir zum Myrtenhof.
 

Cawu

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  • #173


Der Comares-Palast diente als reprĂ€sentativer Ort fĂŒr die StaatsgeschĂ€fte und als privater Wohnsitz. Der Hof war einst der Mittelpunkt der diplomatischen und politischen TĂ€tigkeit der Alhambra und strahlt auch heute noch durch seine Architektur WĂŒrde und dezente Macht aus. Weißer Marmor bildet einen schönen Kontrast zum dunklen ausladenden Becken, in dessen Wasser sich der Palast glasklar spiegelt. Umrahmt wird der Hof durch Myrtenhecken, die ihm seinen Namen geben.

Hier die SĂŒdseite des Myrtenhofs mit dem Renaissancepalast Karl V. im Hintergrund. Die einstigen RĂ€umlichkeiten der Nasriden am sĂŒdlichen SĂ€ulengang wurden teilweise fĂŒr den Bau des Palastes Karls V. abgerissen.







Ein mit Stalaktiten, Arabesken und SchriftzĂŒgen aus Stuck geschmĂŒckter Wandschrank.
Die meisten Inschriften in diesem Hof sind Lobpreisungen auf Gott oder den Emir.













Im folgenden Bild: Blick auf die Nordseite des Myrtenhofs. Im Hintergrund der Comares-Turm in dem sich der Botschaftersaal befindet. Im oberen Teil des Turmes war das Winterschlafzimmer des Emirs untergebracht.

Anscheinend fand in diesem Turm die Ratssitzung statt, in der beschlossen wurde, dass Granada an die Katholischen Könige ĂŒbergeben werden sollte. Man berichtet, als Boabdils Mutter erfuhr, dass ihr Sohn die Übergabe mit den Christen verhandelte, soll sie von einem Balkone aus zu ihm gesagt haben: Sieh dir an, was du ĂŒbergibst und erinnere dich, dass alle deine Vorfahren als Könige Granadas starben und das Königreich stirbt in dir“.

Boabdil war schon auch etwas zu bemitleiden 










Wir betraten den bereits erwĂ€hnten Botschaftersaal (SalĂłn de los Embajadores), in dem sich der Thron befand und offizielle EmpfĂ€nge abgehalten wurden. Wir standen staunend in der Mitte des Saales und ließen diese wundervolle Pracht auf uns wirken. Die WandflĂ€chen des 18 Meter hohen quadratischen Raumes sind ĂŒber und ĂŒber mit wundervollen Stuckornamenten und arabischen Schriftzeichen verziert. In den Nischen, auf Bögen und den WĂ€nden finden sich ĂŒberall Gedichte, Lobpreisungen auf Gott und den Emir, der Leitspruch der Nasriden, sowie Korantexte.

In den Bann zog uns auch die funkelnde, aus tausenden von vergoldeten ZedernholzplĂ€ttchen eingefĂŒgte Intarsiendecke. Diese Meisterleistung der Schreinerkunst stellt die sieben Himmel des islamischen Paradieses mit dem Gottesthron dar.

Einer Legende nach soll Christopher Kolumbus hier die Katholischen Könige von seiner Expedition nach Indien ĂŒber den Westen ĂŒberzeugt haben, wĂ€hrend der er am 12. Oktober 1492 Amerika entdeckte und fĂŒr deren Finanzierung ihm Königin Isabella ihren Schmuck anbot.













Ob dieser Gang wohl zu den PrivatgemĂ€chern des Sultans fĂŒhrte????

 

Cawu

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  • #174
Palacio de los Leones – der Löwenpalast

Der Löwenpalast ist eine Meisterleistung mittelalterlicher maurischer Architektur, die hier unvergleichliche Schönheit und Harmonie erreicht. Licht, Wasser, Farben und Dekor wandeln diesen Palast in ein VergnĂŒgen fĂŒr die Sinne.

Tief beeindruckt und begeistert betraten wir den Löwenhof (Patio de los Leones), den Kern des Palastes. Der Innenhof ist von einem SĂ€ulengang mit 124 weißen MarmorsĂ€ulen umgeben. An den Stirnseiten ragen zwei ĂŒberdachte Pavillons in den Hof hinein. Die Arkadenbögen und SĂ€ulenkapitelle sind mit filigran ausgearbeiteten Arabesken und anderen orientalischen Ornamenten, sowie arabischen Inschriften prunkvoll dekoriert.

Dem Grundmuster maurischer Wohnarchitektur folgend, gruppieren sich separate WohnsĂ€le um den Innenhof. Er war der Mittelpunkt aller Wohnkultur – die Orientierung der Baukunst nach innen ist das Wesensmerkmal islamischer Architektur, wie schon einmal erwĂ€hnt. Diesem Prinzip entspricht die gesamte Alhambra: Die massiven Außenmauern haben Festungscharakter, wĂ€hrend das Innere kaum filigraner ausgestaltet sein könnte.

FrĂŒher befand sich in der Mitte des Hofes ein prachtvoller Garten, der im Laufe der Jahre oft umgestaltet wurde und schlussendlich ganz entfernt wurde und durch Marmorplatten ersetzt wurde.

Den Boden durchlaufen vier BewĂ€sserungskanĂ€le, die wohl die vier FlĂŒsse des biblischen Paradieses symbolisieren. In der Mitte des Platzes steht der Löwenbrunnen mit seinem wunderschönen Alabasterbecken, welches von zwölf wasserspeienden Löwenstatuen aus weißem Marmor getragen wird. Am Rand des Brunnens ist ein Spruch des Dichters Ibn Zamrak zu lesen: „Selig ist das Auge, das diesen Garten der Schönheit sieht“.

Um den Brunnen ranken sich viele Geschichten und bis heute wird ĂŒber die Herkunft gerĂ€tselt, da im Islam Darstellungen von Mensch und Tier verboten sind (Niemand und somit auch kein getreulich nachbildender KĂŒnstler darf sich mit Allah, als Schöpfer aller Lebewesen, messen)

Man nimmt stark an, dass der Löwenbrunnen wahrscheinlich ein Geschenk der damaligen jĂŒdischen Gemeinde an die Alhambra-Herrscher war. In der jĂŒdischen Zahlensymbolik steht die Zwölf vor allem fĂŒr die 12 StĂ€mme Israels und ihren Bund mit Jahwe sowie fĂŒr die 12 FrĂŒchte des paradiesischen Lebensbaums, der in der islamischen Glaubenslehre ebenfalls ein zentrales Symbol ist. FĂŒr den Bezug auf das Alte Testament hat die Alhambra-Forschung ferner angefĂŒhrt, dass König Salomon 12 Löwenfiguren zu Seiten seines Throns setzen ließ.



















Die um den Löwenhof liegenden Palastbauten enthielten die PrivatrĂ€ume des Emirs sowie die GemĂ€cher seiner Frauen und wurden darĂŒber hinaus auch fĂŒr offizielle Festlichkeiten genutzt. Ganz ehrlich 
 da wĂŒrde ich auch gerne mal eine Party schmeißen :updown:





Der Rundgang durch den Löwenpalast fĂŒhrte uns nun weiter in den Saal der Könige. Drei mĂ€chtige Stalaktitportale gliedern den 30 Meter langen Raum, in den sich die königliche Familie zur Ruhe und zu GesprĂ€chen zurĂŒckziehen konnte, aber er diente wie gesagt auch als Fest- und Versammlungssaal.





Der Raum ist dreigeteilt, ĂŒber den beiden Ă€ußeren Teilen sitzt eine quadratische Kuppel, die mit einem prĂ€chtigen Stalaktitengewölbe (Muqarnas) geschmĂŒckt ist.

Muqarnas sind ein wichtiges dekoratives Stilelement der islamischen Architektur. Der Name Muqarnas kommt aus dem Arabischen und bedeutet wörtlich „das Erstarrte, Gefrorene!. Sie erinnern stark an Stalaktiten in Tropfsteinhöhlen und werden daher auch gerne als Stalaktitendekoration oder Stalaktitengewölbe bezeichnet. Diese Kunst kam erstmals Mitte des 10. Jahrhundert als damals noch einfaches Architekturelement auf und verbreitete sich mit zunehmender KomplexitĂ€t schnell im gesamten islamischen Kulturgebiet von Spanien bis Indonesien. Das Material aus dem die Muqarnas gemacht werden sind Gips, Holz, Ziegel, glasierte Keramik oder Stein.



Seitlich des langgezogenen Hauptraums befinden sich noch drei quadratische Alkoven, deren elliptische, mit Leder ĂŒberzogene Zedernholz-Kuppeln jeweils ein DeckengemĂ€lde aufweisen.

Die GemĂ€lde mĂŒssten eigentlich aus der Zeit nach der Reconquista stammen, da im Islam ja Darstellungen von Mensch und Tier verboten ist.





 

Cawu

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  • #175
Dann kamen wir in den Saal der Abencerrajes (Sala de los Abencerrajes). Seinen Namen erhielt der Saal nach dem mĂ€chtigen maurischen Geschlecht der Abencerrajes, das den Emiren von Granada lange Zeit zu Diensten war und sich im 15. Jahrhundert in deren Politik einzumischen begann. Wegen einer LiebesaffĂ€re (erinnert ihr euch an die ErzĂ€hlung im Garten des Generalife), so die Sage, wurden die meisten mĂ€nnlichen Angehörigen in die Alhambra gelockt und einer nach dem anderen, neben dem in der Mitte eingelassenen zwölfeckigen Marmorbecken, exekutiert. Auf dem weißen Marmorboden neben dem Brunnen kann man noch zwei rotbraune Flecken sehen, die der Legende nach Blutflecken dieses Massakers sind.
Ok. – die Flecken sind eigentlich ganz langweilige Rostflecken, aber so hört sich das doch viel spannender an und diese Geschichte wurde gern von Dichtern und Opernkomponisten aufgegriffen.

Als wir den Raum betraten fiel unser Blick gleich auf das gewaltige Stalaktitengewölbe (Muqarnas) ĂŒber uns. Die Decke in Form eines achtzackigen Sternes schien ĂŒber dem Raum zu schweben. Durch die Fenster tritt sanftes Licht ein, das die Stalaktiten erhellt und sie einzigartig aussehen lĂ€sst.







Der Saal der zwei Schwestern (Sala de dos Hermanas)
 vorhin noch, im Saal der Abencerrajes, glaubten wir mit der Gewölbekuppel den Höhepunkt des maurischen Stalaktitenkunst gesehen zu haben 
 wir wurden jedoch eines besseren belehrt. Du meine GĂŒte war das schön. Mit ihren abertausend Muqarnas-Zellen gilt sie als eine der prĂ€chtigsten und auch grĂ¶ĂŸten der islamischen Welt. Umfasst wird sie von einem riesigen achtzackigen Stern und entfaltet zu ihrem Innern hin weitere Dekormuster. Auf 16 kleine, durch ebenso viele Oberlichter erleuchtete Kuppeln folgt zu ihrem Mittelpunkt hin schließlich ein dichtes Gespinst von Stern- und auch BlĂŒtenmustern.













An dem Raum angrenzend kamen wir zu dem reizenden, mit Zwillingsbogenfenster versehenen, Aussichtspavillon „Mirador de Lindaraja“.

Die Namensbedeutung von „Lindaraja” („Augen des Hauses der Aixa”) bezieht sich darauf, dass sich die Sultanin Aixa, die energische Mutter des letzten Nasriden-Emirs Boabdil, hier gern mit ihren Hofdamen zu musikalischen Darbietungen niederließ. Debussy hat sich von diesen Szenen zu seinem KlavierstĂŒck ‚Lindaraja' (1901) inspirieren lassen.

Das kĂ€mpferische Naturell der Aixa zeigte sich ein letztes Mal auf der spĂ€ter so benannten Anhöhe „Der letzte Seufzer des Mauren” (El ultimo Suspiro del Moro), als nĂ€mlich Boabdil beim Blick zurĂŒck, auf die nun fĂŒr immer verlorene Alhambra, aufseufzte und seine Mutter dies mit dem geflĂŒgelten Wort kommentierte: „Du tust wohl 
 dass du das wie ein Weib beweinst, was du nicht wie ein Mann verteidigen konntest“. Das Zitat stammt aus den „ErzĂ€hlungen von der Alhambra“ (1832) von Washington Irving.

Von dem Aussichtspavillon hat man einen schönen Blick in den Patio de la Lindaraja, den wir kurz darauf besuchten. Das Bild des grĂŒnen Innenhofs stammt von einem Besuch aus 2013, da konnte man den Pavillon noch betreten. Zur Zeit der Nasriden konnte man von hier aus ins Tal des Flusses Darro sehen und da wo sich heute der Innenhof befindet waren wundervolle GĂ€rten angelegt.



Das Bogenfenster ist ein wahres Meisterwerk maurisch-barocker Architektur. Eine der Inschriften ist ein Gedicht. Den oberen Abschluss des Bogenfensters bildet eine mit Muqarnas dekorierte Blendarkade, darunter sieht man eine Dekoration aus feinen Stuckarbeiten. Das Fenstersims ist nahe des Bodens, so dass man sitzend die Aussicht genießen konnte.







 

Cawu

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8 Okt 2013
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  • #176


Wir verließen die NasridenpalĂ€ste und kamen in den Patio de la Lindaraja. Der Garten des Innenhofs ist wunderschön mit Zypressen, Akazien, Orangen- und LimonenbĂ€ume gestaltet. Wie die angrenzenden WohngebĂ€ude wurde er erst 1526 anlĂ€sslich der Hochzeitsreise von Kaiser Karl V. und Isabella von Portugal im Renaissancestil angelegt. Die schöne muschelgleich gerippte Brunnenschale stammt aber noch aus der Nasridenzeit des spĂ€ten 14. Jahrhunderts.







Der Ausgang der NasridenpalÀste



Die letzte Station unseres Alhambra Rundganges war der Portikus Palast (Palacio de Portico) mit dem Damenturm (Torre de las Damas). Durch die schöne Spiegelung im Wasserbecken ein beliebtes Fotomotiv.



Die drei kleinen GebÀude, Casa Nazaries (HÀuser der Nasriden), zur Linken des Portikus wurden von der Dienerschaft bewohnt und stammen aus dem 14. Jahrhundert.









Die sehr weitlĂ€ufigen und terrassenförmigen GĂ€rten hat man erst zu Beginn des 20. Jh. angelegt. WasserlĂ€ufe durchziehen die GĂ€rten, wir kamen an Seerosenteichen und einem hĂŒbschen Pavillon vorbei und stießen hier und da auf Ruinenreste.























Hier nochmals ein schöner Blick auf den Sommerpalast Generalife



Dann machten wir uns, nach sechs Stunden, mit schweren Beinen auf den Weg Richtung Ausgang.



Ein letzter Blick auf Granada bevor wir die Alhambra verlassen.




Fazit:
Es war ein wunderschöner Besuch und sicherlich nicht unser letzter!

Eigentlich wÀre ich noch gerne nach Granada, denn von allen StÀdten Andalusiens hat sie ihr maurisches Aussehen und das arabische Erbe am besten bewahrt. Dies zeigt sich besonders in der Altstadt Albacaín. Gerne wÀre ich durch ihre Gassen mit den arabischen BÀdern, den Teestuben (Teterías) und Basaren geschlendert oder hÀtte vom Aussichtpunkt Mirador de San Nicolas die fantastische Aussicht auf die Alhambra bewundert und wÀre danach vielleicht noch in einer Tapas-Bar eingekehrt.

Daher mein Tipp: Plant bei einem Besuch ausreichend Zeit ein. Die ĂŒberall angegebene Zeitangabe von drei Stunden empfinde ich als lachhaft. Am besten plant ihr zwei Tage und ĂŒbernachtet in Granada, damit ihr auch die Stadt in Ruhe erkunden könnt. :hug:



Ich wollte ja dieses Wochenende den Reisebericht beenden, aber der Alhambrabericht war so umfangreich, dass ich mein Ziel nun leider nicht erreicht habe. đŸ€·â€â™€ïž

Im nÀchsten und letzten Beitrag erzÀhle ich euch von unserem absoluten Highlight des Spanienurlaubs 2020.
Seid gespannt – fĂŒr uns war es ein mega tolles Erlebnis.

Schönen Sonntag wĂŒnsche ich euch!
Liebe GrĂŒĂŸe Carmen
 

Reisezottel

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29 Mai 2014
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Oh mein Gott!! Ich bin begeistert und beeindruckt! Immer wenn ich dachte, jetzt sind sie gleich durch, kamen noch mehr tolle EindrĂŒcke, zum Schluß noch der Garten. GefĂŒhlt wart Ihr einen ganzen Tag dort - wie sollen 3 Stunden reichen?

Und jetzt kommt noch ein Highlight?? Komm, Carmen, lass uns nicht hĂ€ngen, der Tag ist doch eine Stunde lĂ€nger -:)) Nein, kein Streß, mach es so wie es fĂŒr Dich gut ist, dann stiegt noch die Spannung

Viele GrĂŒĂŸe und bleibt gesund!

Angelika
 

Floridaperle

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20 Jan 2011
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Du machst mir Lust auf mehr! Danke Carmen!

Das ist wirklich ein Highlight, so beeindruckend habe ich mir die Alhambra nicht vorgestellt. Das sich dieser Bau ĂŒberhaupt ĂŒber die Jahrhunderte gehalten hat und anscheinend auch gepflegt wurde ist ja schon eine Leistung! Granada setze ich auf meine Bucketlist!
 

Texelrita

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11 Jul 2008
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Carmen ......ganz lieben Dank fĂŒr die Sonne in meinem Wohnzimmer! Was fĂŒr ein wunderschöner und interessanter Tag! Man kann fast die Sonne und die Luft spĂŒren und riechen :love:
 

Feuerfeder

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20 Jul 2004
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Oh Mann, 😼 mir fehlen echt die Worte... đŸ€ die NasridenpalĂ€ste sind genau das Bild, das ich von der Alhambra habe und doch noch so viel mehr. Der Löwenpalast und der Saal der drei Schwestern ist unglaublich schön 💕 und ich bewundere die Arbeit, die dahinter steht ganz enorm. Wie man so etwas zu dieser Zeit umsetzen konnte, ist mir ein vollkommenes RĂ€tsel. Und dass Du da gerne Feste gefeiert hĂ€ttest, verstehe ich... Ich auch ;)

Auch die nachfolgenden spĂ€ter angelegten GĂ€rten sind wunderschön und ein ruhiger und bezaubernder Abschluß dieser Tour...

Vielen lieben Dank, dass Du diese Schönheiten mit uns geteilt hast đŸ„°đŸ€—
 
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