3. September: Schnorchelausflug bei Mnemba Island
Heute stehen wir früher auf, denn um 7:30 Uhr werden wir für den Transfer nach Stone Town abgeholt. Für unterwegs haben wir noch einen Schnorchelausflug bei Mnemba Island an der Nordostküste sowie den Besuch einer Spice Farm gebucht.
Da wir für das Frühstück etwas länger brauchen, starten wir mit 15 minütiger Verspätung. Nach ca. 75 Minuten erreichen wir Kigomani, dem Ausgangspunkt der Schnorcheltour.
Mnemba Island ist eine exklusive Privatinsel, die während der Trips nicht betreten werden darf. Umgeben ist es von einem Korallenriff. Beworben wird es als bester Schnorchelspot Sansibars, außerdem besteht die Chance, Delfine zu sehen.
Bei der Ankunft wartet schon die Crew unseres Privatbootes. Sie besteht aus drei Mann, dem sogenannten Capt’n, der sagt, wohin gefahren wird, ein Mann am Steuer und ein dritter, von dem wir nicht so recht wissen, wozu er da ist. Auf dem Weg zum Boot, quasi im Vorübergehen, bekommen wir unsere Schnorchelausrüstung, und, weil ich es lausiger Schwimmer bin, nehme ich eine Schwimmweste dazu. Außerdem kommt noch ein großer Beutel mit frischem Obst mit aufs Boot.
Am Ufer sehen wir gleich, dass das keine einsame Veranstaltung wird. Viele Boote liegen bereit und viele andere sind schon unterwegs.
Der Trip ist ziemlich durchgetaktet.
Nach gut einer Viertelstunde erreichen wir den Bereich, wo Delfine sind. Ich habe noch nichts Gutes über die Delfinbeobachtungen auf Sansibar gehört. Vor Jahren lebten die Tiere an der Südspitze der Insel, aber durch das aggressive Delfin-Watching und –Swimming, bei denen die Säuger richtiggehend gejagt wurden, sind sie in den Norden abgewandert.
Was wir erleben, übertrifft unsere schlimmsten Erwartungen, und wir schämen uns ein wenig, weil wir gerade Teil davon sind. Vielleicht 50 – 60 Boote befinden sich auf See. Wenn immer ein Delfin auftaucht, rasen alle Boote, unseres eingeschlossen, wild durcheinander hin. Von einigen Booten springen die Touris ins Wasser, wenn ein Delfin vorbeischwimmt, um mit dem Tier zu „schwimmen“.
Gelegentlich sehen wir sogar einen grauen Flecken zwischen all den Booten kurz auftauchen. Unser Cap’n gibt sich, in der Hoffnung auf ein höheres Trinkgeld, alle Mühe, dass wir welche sehen. Das kann uns er aber überhaupt nicht beeindrucken. Bei unserer Wildlife Cruise einige Jahre zuvor vor Anacapa Island, Kalifornien, hatten wir Duzende Delfine gesehen. Und so wissen wir, wie schön und verträglich Delfinbeobachtungen sein können.
Viel interessanter finde ich, dass bei all dem Chaos, das sehr an das Chaos auf afrikanischen Straßen erinnert, nichts passiert. Keine Zusammenstöße und auch kein Touri wird überfahren.
Und dann haben wir tatsächlich Glück. Als die meisten Boote schon zum Schnorchelrevier weitergefahren sind, schwimmt doch ein Delfin ziemlich nahe vorbei.
Jetzt fahren wir auch zu dem Schnorchelspot, einem ca. 40 m auf 40 m großen Bereich, wo das Wasser nur so um die 3m tief ist. Nach der Delfinjagd sind nun alle Boote dort. Da aber alle gleichzeitig schnorcheln, sieht man zwischendurch immer wieder Beine, Arme oder sonstwas, so dass man das nicht so richtig genießen kann.
Wieder auf dem Boot beginnt der schönste Teil des Trips.
Das Blau des Meeres ist unbeschreiblich, traumhaft schön.
Dazu erwartet eine fantastische Obstplatte: Mango, Maracuja, Ananas, Kokos, süße Minibananen. Während wir uns über das Obst hermachen, fahren wir weiter zu einer Sandbank, wo wir wieder aussteigen. Und genauso unbeschreiblich wie das Blau des Ozeans ist es, einfach mitten im Meer zu stehen. Amelie und ich sind uns sofort einig, die Delfin-Hatz hätten wir nicht gebraucht, aber mit einem Privatboot herumzuschippern, das hat schon was. Allein diese letzten Minuten sind den Ausflug wert.
Kann man sich einen schöneren Anblick wünschen:
Nach und nach machen sich die Boote auf den Rückweg, während wir noch mal zum Schnorchel-Spot fahren. Dort sind jetzt nur noch wenige Boote und wir haben viel Platz. Wir sehen mit Ausnahme einzelner anderer Fische am Grund im Prinzip nur Riff-Seargentfische. Trotzdem macht das jetzt, wo wir fast alleine sind, zum Abschluss noch mal richtig Spaß.
Nach insgesamt knapp drei Stunden sind wir wieder an Land. Als nächstes steht ein Mittagessen als Teil unseres Arrangements an, danach werden wir eine Spice Fam besuchen.
Viele Grüße
Harald