Nach diesem wunderschönen Sanctuary ist es für uns dann auch schon an der Zeit Pattaya wieder zu verlassen. Wir entscheiden uns erneut gegen den „bemalten Berg“ und machen uns direkt auf den Weg zu unserem nächsten Ziel. Dieser führt uns den kompletten gestrigen Weg wieder zurück. Erneut biete ich Roland an das Auto zu wechseln, aber er bleibt stur. Hupen wir beim Einsteigen halt fröhlich weiter.
Ihr erinnert euch, dass ich getrocknete Früchte gesucht habe? Via FB hat mich eine Philippina kontaktiert, welche als Dozentin an der Uni Bangkok arbeitet. In der Nähe des Campus befindet sich der Talaad Thai, ein 80ha großer Lebensmittel-Großmarkt. Dort geht sie regelmäßig einkaufen und sie ist sich sicher, dass es dort meine Früchte gibt. Sie war sogar so lieb extra hinzugehen um nachzuschauen und hat mir ein Video von den Ständen geschickt. Während unseres kompletten Urlaubs schreiben wir immer mal wieder hin und her und jetzt habe ich auch viele Tipps für die Philippinen.
Also auf zum Talaad Thai. 80ha wisst ihr ja schon – und das ist riesig, insbesondere wenn man dort
die Nadel im Heuhaufen eine kleine Tüte Obst sucht. Hier noch ein paar weitere Facts and Figures.
Der Markt besteht aus sehr sehr sehr vielen mehr oder weniger spezialisierten Hallen. So haben wir alleine 3 Hallen entdeckt in welchen es ausschließlich Reis zu kaufen gibt, eine nur für Ananas und eine für Wassermelonen.
Und alles was wir wissen ist, dass sich unsere Tüte in der Halle zwischen der Blumen- und der Fleischhalle befindet. Die Hallen sind beschriftet und es gibt Wegweiser, außer für die Blumen- und die Fleischhalle. Dank modernster Technik (ÜbersetzungsApp) konnten wir uns aber zumindest die grobe Richtung erfragen und irgendwann hatten wir unsere Halle gefunden.
Das Konzept der Halle war „Foodcourt und alles was in den anderen Hallen keinen Platz mehr gefunden hat“ und so war es
ein Fest eine Herausforderung für alle Sinne, welche alle Reize anregte – auch den Würgereiz 😊. Denn genau in der Mitte, wo man wenn man die Orientierung verloren hatte (und das geht schnell) immer wieder vorbeikommt, befanden sich die Fleisch- und Fischstände. Und insbesondere getrocknete Qualle ist schon ein besonderes olfaktorisches Erlebnis.
Irgendwann hatten wir einige Stände mit getrockneten Lebensmitteln gefunden – es gab Kiwi, Durian (ekelhaft, wirklich ekelhaft), Erdbeeren und eine Tüte welche aber v.a. getrocknetes Gemüse enthält. Nee – weitersuchen. Nach ein paarmal Verlaufen samt Überquerung der Fischmeile und weiteren Gemüsetüten haben wir uns dann für je einmal Kiwi (passt schon, es blieb bei der einen Tüte), Gemüse (äh – nein) und Erdbeeren entschieden.
Wir haben uns dann noch dazu entschieden im Foodcourt etwas zu essen. Roland hatte glaube ich eine Art Hot Dog und ich hatte knusprigen Schweinebauch. Mit roter Soße welche laut Roland nicht scharf ist. Ich sage nur eins: Depp.
Nachdem er mehr davon genommen hatte wurde sein Kopf auch rot.
Als so ziemlich einzige käseweiße Farangs fallen wir auf dem Markt natürlich auf und so wurden wir immer mal wieder neugierig angesprochen und gefragt, wo wir denn herkommen, wie lange wir bleiben, was wir anschauen und so weiter. Sie waren alle sehr erstaunt, dass wir den Talad Thai kennen. Thai freuen sich, wenn man Interesse für ihr Land zeigt und auch wiederkommt. Aber gefühlt freuen sie sich noch ein bisschen mehr, wenn man sich auch für Orte abseits der Tourispots interessiert.
Wobei ich dazu sagen muss, dass unsere erste Reise ja die ich sag mal Backpacker oder Reisenden-Route schlechthin war (von den "ich verlasse mein Hotel in Pattaya maximal für die Strandpromenade und PingPong Show" Touristen rede ich jetzt mal nicht) und auch die zweite schon eher weitere Highlights beinhaltete. Und letztendlich sind diese Orte ja nicht umsonst so beliebt.
Zum Nachtisch haben wir dann die Erdbeeren probiert. Und OMG sind diese Erdbeeren lecker. Wahnsinn.
150g gefriergetrocknete Erdbeeren, welche es in groß und klein gibt, kosten übrigens unverhandelt 99 TBH. Das wäre meine nächste Business Idee, denn in Deutschland habe ich sie bisher immer bei mind. 10 Euro/100g gefunden.
Ich habe beschlossen, dass ich mir für die weitere Reise einen Erdbeer-Vorrat anlege und so haben wir an einem der Stände 5x kleine und 5x große Erdbeeren gekauft. Aufgrund der Menge haben wir nur noch 80 TBH pro Tüte bezahlt.
Ich glaube, dass selten so viele Erdbeeren auf einmal gekauft werden, denn wir wurden doch immer mal wieder erstaunt angeschaut. Auf dem Weg zum Auto wechselten noch Weintrauben und eine kleine Staude dieser wahnsinnig leckeren Minibananen den Besitzer – mein Frühstück für die nächsten Tage steht entsprechend fest.
Warum wir anschließend nicht in die Blumenhalle sind verstehe ich bis heute nicht.
Ohne weiteren Zwischenstopp machten wir uns nun auf den Weg nach Ayutthaya, der alten Königsstadt, wo wir uns morgen den Geschichtspark ansehen wollen. Da wir zur Sonnenuntergangszeit ankommen schlage ich Roland vor, noch kurz zu einem der Tempel zu fahren. Auf dem Weg gelingt uns noch ein Schnappschuss dieses hübschen Gebäudes.
Wie wir dann feststellen findet dort gerade der letzte Tag eine Kulturfests statt und so brauchen wir mehrere Runden um einen Parkplatz zu finden. Aber entweder sind wir beim falschen Tempel oder ich hab mir was falsch aufgeschrieben – für einen Sonnenuntergang liegt dieser eher ungeeignet.
Egal, ein Kulturfestival ist ja auch toll und wir kommen gerade rechtzeitig zum Start einer thailändischen Oper. Joa … sagen wir es mal so, meine westlich geprägten Ohren fanden es … interessant. Wobei das größere Problem eher jenes war: wenn Thai Musik machen, dann laut. Sehr laut.
Leider bekomme ich es nicht hin, das Video hier einzufügen, daher wieder mal ein Link in unsere Cloud:
https://kdrive.infomaniak.com/app/share/1708615/2b07f7ea-3376-4d6e-973e-1a55792e73fd
Und das war auf Dauer dann doch sehr nervig, sodass wir uns nach einem Kartoffelspieß dafür entschieden haben unser Essen To Go zu kaufen. Wir entschieden uns für Frühlingsrollen, einen Sticky Rice und irgendeine Spezialität aus einer Blume. Ich hatte verstanden, dass es Krokus ist. Wobei ich immer dachte Krokus sei giftig. Na die werden es schon wissen.
Anschließend sind wir zu unserem Hotel, dem N2 Resotel, gefahren, welches etwas außerhalb an der Autobahn lag. Also eher ein Motel würde ich sagen, aber schon hübscher als die in den USA. Hier hatten wir einen Standard Room für 30 Euro ohne Frühstück.
Ich wollte unbedingt diese Badewanne ausprobieren. Der Erbauer hat den Einstieg aber nach hinten gelegt und zwischen Kante und Mauer war nicht sehr viel Platz. Wannenrand und Boden waren zudem sehr klitschig sodass ich eher unelegant reingerutscht bin. So richtig dicht war sie auch nicht, und nachdem ich festgestellt habe, dass es mindestens eine Stunde dauern würde bis sie voll ist und ich von Mücken attackiert wurde, habe ich aufgegeben und mein Heil in einer uneleganten Flucht á la gestrandeter Wal (I feel you Timmy) gesucht.
Nun war es noch Zeit uns an die örtliche Spezialität heranzutrauen – giftig hin oder her 😊.
Ich durfte mal wieder als erstes probieren.
Ergebnis: es schmeckt wie ein ziemlich seltsames Gummibärchen. Nicht schlimm, aber ein zweites Mal muss auch nicht sein. Und da wir es überlebt haben, hat es sich sehr wahrscheinlich um Khanom Dok Din gehandelt, welches aus der seltenen Dok Din Blume hergestellt wird. Zusätzlich kommen noch Kokosmilch, Klebereis, Tapiokastärke, Zucker und für oben drauf Kokosraspel hinzu. Eingepackt wird es wie so viele in Bananenblätter.
Die Frühlingsrollen waren gut und mein krönender Abschluss, der MSR – naja. Da hatte sie die Soße vergessen und damit fehlt der leckerste Teil.
Und nun gute Nacht.