Ich kann jetzt aus eigener Erfahrung etwas dazu anmerken, das natürlich nur meiner/unserer persönlichen Ansicht entspricht und ggfs. nicht für Euch passen muß, und somit nur als Denkanstöße zu verstehen ist, nicht als Ratschläge.
Für mich wären selbst für 12 Monate Reisezeit 9 Reiseziele viel zuviel. Da bleibt ja nur ein guter Monat pro Land und das wäre nicht meine Vorstellung eines Langzeitaufenthalts, das ist dann pro Land gerade etwas mehr als ein Monat, also nur wenig mehr als der Reisezeitraum, den man sich auch bei einer "normalen" Fernreise dort aufhalten würde. Mir wäre wichtig, bei so einem langen Zeitraum dann auch in die Tiefe zu gehen, die Lebensverhältnisse vor Ort auf mich wirken lassen zu können und wirklich zu entschleunigen, ohne das Gefühl zu haben, daß da noch was an Sehenswertem abzuarbeiten ist, bevor man schon zum nächsten Land weiterzieht. Die ganzen Unwägbarkeiten bei so vielen Flugverbindungen mit Stopovers mal gar nicht mitbetrachtet.
Eine Insel wie Mauritius kann man in zwei Wochen schon ganz gut kennenlernen, Florida braucht sicher auch nicht so lange, weil Ihr das ja schon kennt, aber alles andere... Was, zum Beispiel, meinst Du, wenn Du Südsee schreibst? Allein das Land Französisch Polynesien hat die Ausdehnung ganz Europas, da reicht ein halbes Leben nicht, um das wirklich kennenzulernen. Ich würde eher weniger Länder auf die Liste tun, als so viele verschiedene, die auch ganz unterschiedlichen Zonen der Erde liegen. Aber wie gesagt, nur meine Meinung, ich weiß, daß das verlockend ist, in einem Jahr, das einem so lang vorkommt, so viel wie möglich erleben zu wollen.
Wir haben 2022 ein dreimonatiges Sabbatical gemacht. Ein Jahr wäre mir zu lang, einfach aus organisatorischen Gründen, ein Jahr die Wohnung unbetreut lassen, die finanziellen Einbußen. Bei mir hat der Gehaltsverzicht im Ansparmodell bei 27 Monaten Ansparphase und 4 Monaten Abwesenheit (3 Sabbat und 1 regulärer Urlaub) schon fast 400 Euro netto pro Monat ausgemacht. Das und dazu zugleich so viel wie möglich für die Reise sparen zu wollen, das war schon nicht ohne.
Wir sind ja Südsee-Fans und der Plan war damals eigentlich, die Zeit zu nutzen, möglichst schwierig erreichbare Inseln zu besuchen, bei denen man nicht unbedingt auf einen pünktlichen Rückflug zählen kann, bei denen Erdbeben, Zyklone, explodierende Unterseevulkane und Tsunamis alles durcheinanderbringen können, die touristisch generell nicht so gut erschlossen sind, wo einfach alles unorganisierter und langsamer ist. Da gibt es einige Länder, für die es toll ist, wenn man einen Zeitpuffer hat. Da hat uns damals dann aber die aufkommende Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht, da diese Länder als erstes ihre Grenzen schlossen und wir somit nicht planen konnten. Da hab Ihr jetzt sicher mehr Möglichkeiten.
Das einzige Land, das während der Pandemie seine Grenzen geöffnet ließ, war Französisch Polynesien. Das hat zu einem gewaltigen Anstieg der Bsucherzahlen geführt und damit zu einem enormen Preisanstieg im Land. Wir fanden es damals bei der Planung schwierig, Preisangaben zu finden, die unseren Vorstellungen entsprachen, also normale, durchschnittliche Vorstellungen, nicht der Luxusurlauber, der sich bei der once in a lifetime-Erfahrung jetzt mal richtig gönnt, aber auch nicht der Backpacker, der sich darin gefällt, daß er alles fast für geschenkt gekriegt hat und sich noch lustig macht, wenn einer mehr bezahlt hat.
Wir haben über die zwei Reisen zwei Reiseberichte geschrieben (entsprechend der Rubriken-Aufteilung hier im Forum), einen für Florida und einen über Französisch Polynesien. Die verlinke ich Dir hier mal. Für Dich interessant sind dabei sicher der Prolog zur Vorbereitung am Anfang des Florida-Berichts und der Schluß des FP-Berichts, wo wir ein Fazit gezogen haben und auch unser Budget genannt haben. Allerdings ist das unter Vorbehalt, weil wir die Reise, die in 2022 stattfand, noch mitten in der Pandemie 2021, gebucht haben, und erst danach der gewaltige Preisanstieg kam. Die Zahlen sind also ganz sicher nicht mehr up to date, auch für Florida nicht, das nach unserem Eindruck, seither preislich auch gewaltig zugelegt hat.
Da Euch keine Pandemie einschränkt, finde ich die Pläne (auch wenn es mir zu lang wäre) ganz toll und beneidenswert, die Reiseplanung ist doch schon allein so klasse, sich in all das zu vertiefen, das macht so viel Spaß. Ich wünsch Euch eine ganz tolle Reise!
Übrigens, die Freundin, die ich damals in meinem Kommentar zum Neuseeland-Reisebericht von Floridaperle erwähnt habe, die macht 2027 schon wieder ihr nächstes Sabbatical, auch wieder ein ganzes Jahr.
Also hier die Links zu Florida
Im März dieses Jahres, als das ganze Reiseglück noch von diesem einen Moment abhing, in dem man das hoffentlich negative Testergebnis in den Händen hielt, trauten wir uns kaum, uns irgendwie auf die Reise vorzufreuen. Es machte uns abergläubisch, als würde es nicht wahr werden, so wie wenn man...
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und Französisch Polynesien, das Fazit steht dann auf Seite 10
Der Empfang in Los Angeles ist nicht freundlich, aber das kennen wir schon. Auch diesmal liegt unser Motel wieder unterhalb der Minimum Fare und das Lächeln des Taxifahrers verschwindet schlagartig, als er unsere Zieladresse hört. Immerhin nimmt er uns überhaupt mit, wir sind aus dem gleichen...
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