Unterwegs im Herzen Englands

Texelrita

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Wow Carmen, Stonehenge......ja das muß ein besonderes Erlebnis sein, so mystisch. Toll beschrieben und erklärt und die Funbilder sind cool, danke dafür :)
 

Caroline65

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Als wir damals in Stonehenge waren kamen wir in ein Gewitter und wurden trotz Regenschutz und Goretex Schuhen nass bis auf die Haut. Das werden wir nicht mehr vergessen. Es war übrigens das einzige Mal Regen in zwei Wochen.
 
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Cawu

Cawu

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Wow Carmen, Stonehenge......ja das muß ein besonderes Erlebnis sein, so mystisch. Toll beschrieben und erklärt und die Funbilder sind cool, danke dafür :)

Sehr gerne und dankeschön! 💕

Als wir damals in Stonehenge waren kamen wir in ein Gewitter und wurden trotz Regenschutz und Goretex Schuhen nass bis auf die Haut. Das werden wir nicht mehr vergessen. Es war übrigens das einzige Mal Regen in zwei Wochen.

Oh weia, das war bestimmt sehr unangenehm. Dort gibt es ja keinen Schutz oder irgendetwas zum unterstehen. Aber ... es bleibt dafür in Erinnerung ;). Einziges Mal Regen in zwei Wochen hört sich gut an.
 

Sommarsverige

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Oh Carmen, die Bilder aus Stonehenge sind wunderschön :love:

Und bei Euren Fun Fotos musste ich sehr lachen, man sieht, dass Ihr dabei auch jede Menge Spaß hattet.

Ich hoffe, dass ich es auch irgendwann schaffe, nochmal mehr von England zu sehen als London. Du zeigst in Deinem Bericht so wunderschöne Gegenden, in denen gefühlt die Zeit stehen geblieben ist. Ich hätte sehr große Lust, diese Orte auch irgendwann zu erkunden.

Danke für Deine Mühe und ich freue mich auf die Fortsetzung.

Gruß, Birte
 
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Cawu

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Oh Carmen, die Bilder aus Stonehenge sind wunderschön :love:

Und bei Euren Fun Fotos musste ich sehr lachen, man sieht, dass Ihr dabei auch jede Menge Spaß hattet.

Ich hoffe, dass ich es auch irgendwann schaffe, nochmal mehr von England zu sehen als London. Du zeigst in Deinem Bericht so wunderschöne Gegenden, in denen gefühlt die Zeit stehen geblieben ist. Ich hätte sehr große Lust, diese Orte auch irgendwann zu erkunden.

Danke für Deine Mühe und ich freue mich auf die Fortsetzung.

Gruß, Birte
Sorry liebe Birte, dass ich erst jetzt antworte.
Das hoffe ich auch - also ich bin total begeistert von der Landidylle Großbritanniens und hoffe ich komm bald mal wieder auf die Insel.
London würde ich schon auch gerne noch machen.

Aber jetzt geht es gleich weiter mit unserer Reise!

Ich wünsche Dir schöne Ostern! :kiss:
 
Lackock I
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Cawu

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Wir kehren den mystischen Steinen von Stonehenge den Rücken und spazieren gemütlich zurück zum Besucherzentrum. Währenddessen überlegen wir, was wir mit dem Rest des Tages anfangen sollen.

Es ist Sonntag, da ist sicher überall viel los und die beliebten Orte sind wahrscheinlich etwas überlaufen.

Bevor wir uns entscheiden, tauchen wir aber noch in die Ausstellung und das Museum hier in Stonehenge ein. Es ist interessant, mehr über die Theorien über den Bau, die Menschen, die hier lebten und die archäologischen Funde zu erfahren. Zum Abschied kaufe ich mir im Souvenirshop noch einen Kühlschrankmagneten.

Auf dem Weg zum Auto beratschlagen wir noch einmal das nächste Tagesziel. Bath, Bradford-on-Avon, Lacock und auf jeden Fall Castle Combe, hatte ich mir im Vorfeld notiert.

Die Entscheidung ist gefallen … wir fahren wir nach Lacock!​


In Lacock auf den Spuren Harry Potters

Am Ortsrand finden wir einen guten Parkplatz, von hier ist es nur ein Katzensprung ins Zentrum. Nach fünf Minuten Fußweg stehen wir auch schon vor den Toren von Lacock Abbey. Der Eintritt kostet 20 Pfund – ich mache dicke Backen - für mein Empfinden etwas viel, aber Männe winkt ab und meint „jetzt sind wir schon hier“.

Wir spazieren zuerst ein wenig durch den gepflegten weitläufigen Park, der die Abtei umgibt.

Lacock Abbey wurde 1232 als Nonnenkloster des Augustinerordens von Ela, der Gräfin von Salisbury, zum Gedenken an ihren Gatten William Longespée, den 3. Graf of Salisbury, gegründet. William war ein unehelicher Sohn von König Heinrich II. und somit ein Halbbruder von König Richard Löwenherz.

Ela selbst trat 1237 in das Kloster ein und wurde kurze Zeit später die erste Äbtissin, ein Amt, das sie zwanzig Jahre lang innehatte. Während des gesamten Mittelalters war die Abtei wirtschaftlich erfolgreich. Das fruchtbare Ackerland, das die Gräfin der Abtei vermacht hatte, sicherte ein beträchtliches Einkommen, vor allem durch Wolle.

1539 wurde Lacock Abbey dann im Rahmen der „Dissolution of the Monasteries“ – wie viele andere englische Klöster – aufgelöst.

Die Dissolution of the Monasteries bezeichnet die systematische Auflösung und Enteignung katholischer Klöster, Abteien und religiöser Stiftungen in England, Wales und Irland, die zwischen 1536 und 1541 auf Befehl von Heinrich VIII. stattfand. Sie war ein tiefgreifender Einschnitt, der die religiöse, soziale und wirtschaftliche Struktur Englands nachhaltig veränderte.

Und das alles begann, weil Heinrich VIII. nach einem Weg suchte, seine Ehe mit Katharina von Aragon annullieren zu lassen. Zum einen, weil sie ihm keinen männlichen Thronfolger gebar, zum anderen, weil er sich in Anne Boleyn verliebt hatte, die sich jedoch weigerte, seine Mätresse zu werden, und auf einer Heirat bestand.

Papst Clemens VII. lehnte Heinrichs Antrag auf Annullierung ab, nicht zuletzt wegen politischer Zwänge, denn Katharinas Neffe war Kaiser Karl V., der Druck machte.

Daraufhin verabschiedete das englische Parlament unter König Heinrich VIII. im Jahre 1534 den Act of Supremacy. Ein entscheidendes Gesetz, das die rechtliche Grundlage für die Englische Reformation bildete und die religiöse Landschaft in England von Grund auf veränderte.

Der Act erklärte König Heinrich VIII. zum „Oberhaupt der Kirche von England“. Damit endete offiziell die Autorität des Papstes über die englische Kirche. Von nun an war die englische Kirche direkt dem König unterstellt. Alle Geistlichen und Staatsbeamten mussten einen Treueid auf Heinrich als Oberhaupt der Kirche leisten. Wer sich weigerte, riskierte Amtsverlust, Gefängnis oder gar den Tod.

Damit war der Weg frei, Heinrich konnte seine Ehe mit Katharina von Aragon annullieren und Anne Boleyn heiraten.

Doch Reformation war nicht nur Glaubenssache – sie war auch eine Frage von Macht und Geld.

Die Dissolution of the Monasteries zwischen 1536 und 1541 war also eine direkte Folge des Act of Supremacy von 1534. Nachdem Heinrich die päpstliche Autorität über die englische Kirche aufgehoben hatte, richtete er sein Augenmerk auf die Klöster, die nicht nur religiöse, sondern auch wirtschaftliche Machtzentren waren. Klöster besaßen beträchtliche Ländereien und Vermögenswerte.
Es begann 1535 mit der Organisation landesweiter Inspektionen der Klöster, die angeblich moralische Verfehlungen, Aberglauben sowie Korruption aufdeckten. Diese Berichte dienten oft auch nur als Vorwand für die Schließung der Einrichtungen.
1536 beschließt das Parlament die Schließung kleinerer Klöster mit einem Jahreseinkommen unter 200 Pfund. Ihr Besitz fiel an die Krone.
Ab 1538 wurden auch große Klöster aufgelöst oder gezwungen, ihre Besitztümer an die Krone abzutreten.

In wirtschaftlicher Hinsicht führte die Enteignung der Klöster zu einer erheblichen Bereicherung des königlichen Haushalts. Die Krone konfiszierte umfangreiche Ländereien und Vermögenswerte, die an Adlige und wohlhabende Bürger verkauft wurden. Dies etablierte eine neue Landbesitzerschicht und stärkte die Loyalität gegenüber der Krone. Die Einnahmen aus den Klosterauflösungen wurden hauptsächlich zur Finanzierung von Kriegen gegen Frankreich und Schottland verwendet.

Sozial gesehen verloren Tausend Mönche und Nonnen ihre Lebensgrundlage. Einige erhielten Pensionen, viele mussten sich jedoch in die Gesellschaft integrieren oder lebten in Armut. Die Klöster boten zuvor Bildung, medizinische Versorgung und Unterstützung für Bedürftige. Mit ihrer Auflösung fielen diese Sozialleistungen weg, was vor allem die arme Bevölkerung traf.

In kultureller Hinsicht führte die Auflösung zur Zerstörung der Klosterbibliotheken und zum Verlust wertvoller Manuskripte und Kunstwerke. Die Klöster waren kulturelle Zentren und ihr Verlust bedeutete einen tiefen Einschnitt in das geistige Leben Englands.

Politisch festigte Heinrich VIII. seine Macht durch die Kontrolle der Kirche und den Erwerb von Klosterbesitz. Der Adel und das aufstrebende Bürgertum profitierten vom Erwerb ehemaliger Klostergüter, was die sozialen und politischen Strukturen Englands nachhaltig veränderte.



Lacock Abbey wurde also 1539 von der Krone beschlagnahmt und kurze Zeit später an Sir William Sharington verkauft. Sharington, ein wohlhabender Kaufmann und Schatzmeister der Münzstätte von Bristol, verwandelte die ehemalige Abtei mit viel Stil in einen repräsentativen Landsitz. Dabei ließ er viele der gotischen Klosterelemente bestehen und integrierte sie kunstvoll in die neue Architektur. So blieben der Kreuzgang, die Sakristei und der Kapitelsaal sowie weitere originale Bauten erhalten, die der Anlage noch heute eine mittelalterliche Atmosphäre verleihen.
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Im 18. Jahrhundert gelangte Lacock Abbey in den Besitz der Familie Talbot. Besonders einer ihrer Nachfahren sollte dem Ort zu weltweitem Ruhm verhelfen: William Henry Fox Talbot ein vielseitiger Gelehrter und leidenschaftlicher Tüftler, lebte hier im 19. Jahrhundert und experimentierte in seinem Arbeitszimmer mit Licht, Chemikalien und optischen Geräten. 1835 gelang ihm in Lacock Abbey ein technischer Durchbruch, der die Welt verändern sollte – die erste bekannte fotografische Negativaufnahme. Das Motiv war denkbar schlicht: ein Fenster der Abtei. (Auf dem nächsten Foto sieht man das berühmte Fenster, über der kleinen Tür). Doch dieser unscheinbare Moment markiert den Beginn der Fotografie, wie wir sie heute kennen. Talbots Arbeiten legten den Grundstein für die moderne Bildentwicklung und sein einstiger Wohnsitz wurde zu einer Pilgerstätte für Fotografiebegeisterte aus aller Welt.​

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Lacock Abbey ist nicht nur historisch bedeutsam, sondern auch ein beliebter Drehort für zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen. Besonders bekannt ist die Abtei als Kulisse für die „Harry-Potter“-Reihe. In „Harry Potter und der Stein der Weisen“ und „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ dienten die Kreuzgänge der Abtei als Korridore von Hogwarts. Auch in „Harry Potter und der Halbblutprinz“ sowie in „Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen“ wurden Szenen in Lacock Abbey gedreht.

Neben der magischen Welt von Harry Potter diente Lacock Abbey aber auch als Kulisse für andere bekannte Produktionen. In der BBC-Verfilmung von Jane Austens „Stolz und Vorurteil“ wurden Innenaufnahmen in der Abtei gemacht. Ebenso fanden Dreharbeiten für „Moll Flanders“ und die Serie „Wolf Hall“ hier statt.​

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Als wir den Kreuzgang der Abtei betreten kommen wir uns ein bisschen vor, als ob wir durch die Gänge Hogwarts schlendern. Die imposanten Gewölbedecken und die gotische Architektur schaffen eine faszinierende Atmosphäre und wir tauchen ein wenig ein, in die magische Welt von Joan K. Rowling. Vor unserem inneren Auge sehen wir Harry, Ron und Hermine an uns vorbeihuschen. Genau hier schlich Harry unter dem Tarnumhang umher und belauschte Snape und Quirrel oder McGonagall stellte ihn Oliver Wood, dem Kapitän der Quidditch-Mannschaft, vor.

Wir laufen durch die angrenzenden Räume und beobachten eine Familie mit ihren drei Kindern. Die Kinder bzw. Teenager laufen mit leuchtenden Augen und voller Freude von einem Drehort zum nächsten, rufen „Schau mal, Mama, hier war das!“ und spielen die Szenen nach. Ihre Aufregung und Freude ist total ansteckend und zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht.

Durch die Kinder wissen wir nun auch was bei den Dreharbeiten in welchen Räumen passiert ist …​

Die Wärmestube, einst der wärmste Raum der Abtei, wurde in Harry Potter und der Stein des Weisen zu Professor Quirinus Quirrels Klassenraum. Harrys Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste.
Der Kessel hat übrigens nicht mit Harry Potter zu tun, sondern ist tatsächlich ein Artefakt aus dem 16. Jahrhundert, passt aber wunderbar.

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Der Kapitelsaal - der Raum, in dem Harry auf seiner nächtlichen Erkundungstour zufällig den Zauberspiegel Nerhegeb entdeckt. Dieser zeigt ihm, was er sich sehnlichst wünscht: seine Eltern an seiner Seite.

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Der nächste Raum ist die Sakristei, die als Snapes Zaubertrank-Klassenzimmer diente.

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Lacock II
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Cawu

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Aber Lacock Abbey ist mehr als nur Hogwarts. Anschließend wandeln wir durch die Wohnräume von William Fox Talbot, dem Pionier der Fotografie. Hier, genau an diesem Ort, erfand er das Negativ-Positiv-Verfahren und machte das allererste fotografische Negativ.

Das Haus selbst erzählt noch heute viele Geschichten. Die Talbots sammelten Bücher, Kunst und wissenschaftliche Instrumente; sie lebten in einer Welt zwischen Fortschritt und Tradition. Räume wie das Arbeitszimmer von Fox Talbot oder die Bibliothek wirken, als hätten ihre Bewohner den Raum Gerade erst verlassen.​

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Nach dem Tod von William Talbot im Jahre 1877 ging der Besitz an seinen Sohn Charles Henry Talbot über. Im Jahr 1916 vermachte Charles das Anwesen seiner Nichte Matilda. Diese übergab 1944 das gesamte Anwesen und einen Großteil des Dorfes dem National Trust. Diese gemeinnützige Organisation sorgt seither mit viel Liebe zum Detail dafür, dass alles so unglaublich authentisch erhalten bleibt.

Wir besuchen noch das Fox Talbot Museum, das sich direkt am Eingang der Anlage befindet. Es ist in einer Scheune aus dem 16. Jahrhundert untergebracht, die früher als Stall diente. Im Museum erfahren wir mehr über die Geschichte der Fotografie und die bahnbrechenden Arbeiten von Talbot. Zu den Exponaten gehören Talbots berühmte Mausefalle-Kamera und frühe Fotonegative. Das Museum zeigt auch regelmäßig Ausstellungen zeitgenössischer Fotografen.

Als wir Lacock Abbey verlassen, entdecke ich eine Karte oder einen Plan, auf dem alle Drehorte von Lacock eingezeichnet sind. Ich bin überrascht, wusste ich doch nur von den Harry Potter Szenen in der Abtei. Wir wollen uns sowieso das Dorf anschauen. Ich mache ein Foto von dem Plan und unsere Entdeckungsreise geht weiter...​

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Es ist ganz schön was los, die Gassen sind gut gefüllt. Wir bummeln durch das lebendige Freiluftmuseum, in dem Geschichte, Magie und britische Lebensart aufeinandertreffen. Egal ob man Harry-Potter-Fan ist oder einfach das authentische England erleben möchte.

Wir kommen an der kleinen Bäckerei vorbei, der Duft ist unwiderstehlich. Mein Magen knurrt. Ich hole mir ein noch warmes Pastry – eine Art Fleischpastete oder Teigtasche, die mit Rindfleisch, Kartoffeln, Steckrüben, Zwiebeln, Salz und Pfeffer gefüllt ist. Da wir sowas noch nie gegessen haben, bin ich vorsichtig und kaufe nur ein Pastry. Ein großer Fehler – es schmeckt so köstlich, dass ich es nur widerwillig mit Männe teile. Jeder Bissen ist purer Genuss und viel zu schnell weg.​

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Die hübsche Dorfkirche St. Cyriac

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Das Haus am Ende der Church Street, das im ersten Harry-Potter Film als Elternhaus von Harry zu sehen ist. Dort, bzw. in Godric´s Hollow, lebte die Familie Potter, bis Lord Voldemort sie aufspürte und Lily und James Potter ermordete.

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Und die letzte Filmkulisse aus „Harry Potter und der Halbblutprinz“:
Das Haus, das als Professor Slughorns kurzzeitiges Versteck im Muggel-Dorf Budleigh Babberton diente. Im Film sieht man, wie Dumbledore und Harry hier im Dunkeln ankommen und Slughorn als Sessel getarnt vorfinden.

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Das war eine perfekte Mischung aus greifbarer Geschichte, einem Hauch von Filmmagie und dieser typischen englischen Gemütlichkeit. Ein absolut gelungener und erlebnisreicher Nachmittag. Wir laufen zurück zum Auto, vorbei an den alten Mauern und den kleinen Läden mit schiefen Schildern. Ich sage zu Männe: „Weißt du was? Im Herbst machen wir einen Harry-Potter-Marathon. Alle Filme, von vorne bis hinten.“ Diese ganzen Drehorte haben mir richtig Lust darauf gemacht. Männe lacht und nickt. „Deal“, gibt er mir zur Antwort.​
 

Norbert

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Wie immer in deinem Reisebericht, auch hier - ganz tolle Fotos und Infos aus Lacock welche uns die geschichtsträchtigen Orte aus England ganz wunderbar vermitteln (y)

Besten Dank dafür und ebenfalls schöne Ostern!
 

Suse65

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Ich bin aus der Ferne auch immer noch begeistert dabei und freue mich an den Bildern und Bericht.

Harry Potter ist jetzt nicht so richtig mein Ding, aber die Drehorte an sich sind schon toll.
 
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Cawu

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@Suse65

Ich wünsche Dir noch weiterhin einen schönen Urlaub 💕! Danke für dein Feedback! 🥰
Wir sind jetzt auch keine Potterheads, aber die Orte aus den Filmen zu entdecken, hat schon auch Spaß gemacht.
 
Castle Combe I
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Cawu

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Castle Combe

Der Parkplatz außerhalb von Castle Combe ist fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Wir lösen ein Parkticket und reihen uns in den kleinen Strom der Menschen ein, die sich auf den Weg ins Dorf machen. Nach etwa zehn Minuten Fußmarsch erreichen wir die ersten Steinhäuser, die auch hier aus einer anderen Zeit zu stammen scheinen. Castle Combe gilt als eines der schönsten Dörfer Englands – und ich verstehe sofort, warum.

Wir biegen um eine Kurve und plötzlich liegt das Dorf vor uns. Kleine, schiefe Cottages aus honigfarbenem Cotswolds-Stein, blühende Vorgärten und eine Idylle, die fast unwirklich scheint. Es sind tatsächlich viele Leute unterwegs, aber das tut der Stimmung keinen allzu großen Abbruch. Beim Fotografieren ist es allerdings nervig.

Die Cotswolds hauen uns wirklich um, hier gibt es so viele wundervolle alte Dörfer – eines schöner als das andere. Die Dörfer ähneln sich durch ihre charakteristische Bauweise und den typischen Cotswold-Stein, der überall verwendet wurde. Diese einheitliche Architektur schafft ein harmonisches Gesamtbild mit sanften Hügeln, alten Steinmauern und gemütlichen Cottages. Trotzdem besitzt jedes Dorf seine eigene Schönheit und seinen ganz eigenen Reiz – sei es durch besondere historische Gebäude, individuelle Details oder die einzigartige Atmosphäre, die jeden Ort unverwechselbar macht. So fühlt man sich in jedem Dorf wie auf einer kleinen, lebendigen Zeitreise durch das alte, charmante England in seiner schönsten Form.

Ich bin sofort verzaubert, aber seht selbst …​

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Castle Combe liegt in Wiltshire und zählt etwa 350 Einwohner. Die Geschichte reicht bis in die Römerzeit zurück, als hier eine Festung stand. Im Mittelalter errichteten die Normannen eine Burg, von der heute nur noch Ruinen existieren.

Im 14. Jahrhundert entstand der Ort in seiner heutigen Form rund um den Marktplatz mit dem überdachten Marktkreuz, dem charakteristischen Wahrzeichen des Dorfes. Früher wurden hier Waren gehandelt, heute treffen sich hier Besucher aus aller Welt.

Im Mittelalter war auch Castle Combe ein bedeutendes Zentrum der Wollproduktion. Der Wohlstand aus dem Wollhandel prägte das Dorf. Viele der heute noch erhaltenen historischen Häuser stammen aus dieser Zeit, als die Wollhändler durch den Export zu Reichtum kamen.
Ein kleines Wollmuseum, das „Weaver´s House“ erinnert an diese Geschichte. Es ist in einem der alten Cottages untergebracht und zeigt, wie die Menschen früher lebten und arbeiteten.​

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Vom Marktplatz laufen wir die Hauptstraße zum Fluss Bybrook und der berühmten Seinbrücke hinunter. Ich bin wirklich entzückt von den kleinen schiefen Cottages, die so gemütlich und einladend wirken, dass ich mir vorstelle, wie drinnen ein knisternder Ofen Wärme spendet, ein Ohrensessel zum Verweilen einlädt und niedrige mit dunklen Holzbalken versehene Decken eine heimelige Atmosphäre schaffen. Diese Häuser strahlen eine solche Wärme und Geborgenheit aus, die einen sofort umarmt.​

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Castle Combe II
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Cawu

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Die alte Steinbrücke über den Bybrook River am Dorfrand ist ein beliebter Fotospot und bietet einen der schönsten Blicke auf Castle Combe. Ein echtes Postkartenmotiv, das viele Besucher anzieht. Auf der Brücke sammeln sich Besucher, die die Szene festhalten und das perfekte Foto machen möchten. Der Andrang ist groß – mit viel Geduld starten wir einige Versuche.

Der Blick von hier auf das Dorf ist bzw. wäre einfach atemberaubend. Die alten Häuser spiegeln sich im Wasser und die Szenerie sieht aus wie ein Gemälde.

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In der Nähe der Brücke finden wir das Eingangstor zum Manor House, ein prachtvolles Herrenhaus aus dem 14. Jahrhundert. Ein echtes Schmuckstück, heute ein Luxus-Hotel mit Michelin-Restaurant, weitläufigem Grundstück, englischen Gärten und Teehaus. Leider ist das Anwesen heute wegen einer privaten Veranstaltung (ich ziehe meinen berühmten Flunsch) geschlossen - schade, denn normalerweise kann man hier auch als Nicht-Hotelgast seine Teatime stilvoll genießen.​

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In der St. Andrew´s Church aus dem 13. Jahrhundert waren wir nicht. Sie beherbergt eine der ältesten noch funktionierenden Uhren, die „Castle Combe Clock“ aus dem 15. Jahrhundert.

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Eine verwunschene Tür

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Zum Abschluss unseres Besuchs kehren wir noch im The Castle Inn am Marktplatz ein – ein uriger, wunderschön restaurierter Pub mit gemütlicher Atmosphäre. Während wir unsere Getränke genießen, beobachten wir entspannt, wie neue Gäste ankommen und ihre Zimmer beziehen. Ein bisschen neidisch bin ich schon, denn diese Glücklichen können den Zauber von Castle Combe zu jeder Tageszeit erleben. Wenn die Tagesbesucher abziehen und Ruhe einkehrt, offenbart der Ort seine wahre friedliche Ausstrahlung. Dann kann man die historischen Cottages, die sanften Hügel und das leise Plätschern des Bybrook Rivers ganz in Ruhe auf sich wirken lassen - ein echtes kleines Paradies.​

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Natürlich diente auch Castle Combe als Filmkulisse mehrerer Filmproduktionen. Die Region strahlt eine unverwechselbare, authentische Atmosphäre aus, die perfekt für historische, romantische oder märchenhafte Filme geeignet ist. Viele berühmte Produktionen wurden hier gedreht, weil die Cotswolds das englische Landleben in seiner ursprünglichsten und charmantesten Form zeigen. Die sanften Hügel, die idyllischen Dörfer und die liebevoll erhaltenen Details lassen Besucher und Filmteams gleichermaßen in eine Bilderbuchwelt eintauchen, die sich ideal als Kulisse für internationale Produktionen eignet.



In der Nähe liegt übrigens das Castle Combe Circuit, eine bekannte Rennstrecke, die Motorsport-Fans anzieht – ein starker Kontrast zum ruhigen Dorf selbst. Der Castle Combe Circuit hat eine bewegte Geschichte: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf dem Gelände des ehemaligen Militärflugplatzes RAF Castle Combe eine Rennstrecke angelegt. Die Strecke wurde 1950 eröffnet und schnell entwickelte sich Castle Combe Circuit zu einem beliebten Motorsportzentrum. Heute ist sie eine der traditionsreichsten und beliebtesten Rennstrecken Großbritanniens, bekannt für ihre familiäre Atmosphäre, vielfältige Motorsportevents und das einzigartige Setting in der Grafschaft Wiltshire.




Nach einem langen Tag voller Eindrücke kehren wir im Lola & Co ein, einem kleinen, stilvollen Tapas-Restaurant im Herzen von Tetbury. Das Lokal hat gerade erst geöffnet, die Tische sind noch leer und wir fragen vorsichtig nach einem Platz. Der Kellner blättert in seinem schlauen Reservierungsbuch und lächelt: Wenn wir nicht allzu lange brauchen – dürfen wir gerne bleiben – was für ein Glück!

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Das Restaurant ist sehr einfach, aber stilvoll eingerichtet. Die Auswahl an Tapas ist erstaunlich. Wir bestellen eine bunte Mischung, die Speisen kommen nach und nach, sodass wir uns Zeit lassen und jeden Bissen genießen können.

Auch wenn die Preise etwas gehoben sind, ist die Qualität der Zutaten und die Sorgfalt in der Zubereitung spürbar – ein echtes kulinarisches Erlebnis. Essensbilder gibt es leider keine – wir saßen in einem recht dunklen Eck.​

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Broadway I
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Cawu

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Tag 6 – Broadway

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Wir parken unser Auto auf dem großen Parkplatz mitten in Broadway und laufen voller Tatendrang drauflos. Wir wollen zum Broadway Tower, etwas außerhalb des Dorfes, aber Moment mal … wo genau geht es denn hin? Unsere Handys haben leider kein Netz – soviel zur digitalen Kartenhilfe inmitten ländlicher Idylle! Egal, ich weiß noch, dass der Weg irgendwo an der Hauptstraße startet.

In dem kleinen aber feinen Broadway Museum frage ich kurz nach. Ich schildere einer unglaublich netten Dame hinterm Tresen unser Dilemma. Füge noch hinzu wie abhängig man inzwischen von Handy und Internet ist. Früher hatte man eine Karte in der Tasche, vielleicht einen Wanderführer oder hat sich wie in diesem Moment durchgefragt. Ein nettes und lustiges Gespräch entwickelt sich. Die Dame geht mit uns nach draußen und zeigt uns hinter welchem Haus der Einstieg zum Wanderpfad ist, der uns zum Turm führen wird. Sie meint noch, das wäre ihr fast täglicher Spazierweg mit dem Hund. Problem charmant gelöst! Ein Hoch auf hilfsbereite Menschen und analoge Wegweiser!

Leider spielt die Sonne kurz nachdem wir auf unserem Weg zum Broadway Tower sind ein wenig Verstecken hinter den Wolken, aber das tut unserer guten Laune keinen Abbruch!​

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Von hier oben haben wir einen schönen Panoramabllick über die umliegende Landschaft. Okay, die Wolken hängen vielleicht ein bisschen tiefer als erhofft, aber die Weite über die sanften Hügel und Täler ist trotzdem toll.

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Nach etwa 30 Minuten erreichen wir den Broadway Tower. Ein einzelner, schlanker Turm auf der Kuppe des Hügels. Unweigerlich schießt mir das Märchen von Rapunzel durch den Kopf. „Rapunzel, lass dein Haar herunter!“, rufe ich leise aus, als ich zu den Zinnen aufblicke. Aber nein, dieser Turm war nie das Gefängnis einer armen langhaarigen Schönheit, sondern hat eine ganz andere und auch ein wenig skurrile Geschichte.

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Also, warum steht so ein Turm ganz allein auf weiter Flur?

Im Jahr 1794 ließ George William, der 6. Earl of Coventry, den Broadway Tower auf dem 312 Meter hohen Beacon Hill für seine Frau errichten. Die Lady wollte wissen, ob ein Leuchtfeuer auf diesem Hügel von ihrem Haus in Worcester aus zu sehen wäre – gute 35 Kilometer entfernt. Der 16 Meter hohe Turm, mit drei runden Ecktürmen und Zinnen, wurde also von dem berühmten Architekten James Wyatt für Lady Coventry entworfen und gebaut. Das Feuer wurde entzündet und tatsächlich war das Feuer in Worcester sichtbar.

Der Broadway Tower wurde somit als ein sogenanntes „Folly“ gebaut, ein dekoratives Bauwerk ohne praktischen Nutzen. Solche Follies sind typisch für die verspielte Architektur englischer Adelssitze des 18. und 19. Jahrhunderts. Sie waren Ausdruck von Wohlstand, Fantasie und dem englischen Humor der Bauherren.

Der Broadway Tower diente zunächst vor allem als Aussichtspunkt und dekoratives Element in der Landschaft, ganz im Sinne der romantischen Gartengestaltung jener Zeit. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wandelte sich seine Funktion. Sir Thomas Phillipps, ein exzentrischer und leidenschaftlicher Büchersammler, hegte den Traum, jedes jemals gedruckte Buch zu besitzen. Seine umfangreiche Sammlung umfasste Tausende von Manuskripten und Drucken, von denen viele ungelesen blieben und in originalverpackten Zustand in seinen Häusern verblieben. Ab 1822 richtete Phillipps im Brodway Tower seine eigene Druckerei ein, die „Middle Hill Press“. Hier ließ er historische Dokumente, Manuskripte und genealogische Werke drucken. Später wurde der Turm zu einem beliebten Rückzugsort für Künstler der Arts und Crafts- Bewegung. Berühmte Persönlichkeiten wie William Morris, Dante Gabriel Rossetti und Edward Burne-Jones nutzten den Turm als kreativen Treffpunkt und Landhaus, um sich von der idyllischen Umgebung inspirieren zu lassen.

Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts änderte sich die Nutzung erneut. Während der beiden Weltkriege diente der Broadway Tower dem Royal Observer Corps als strategischer Beobachtungsposten, von dem aus der Luftraum überwacht wurde. In unmittelbarer Nähe befindet sich zudem ein für Besucher zugänglicher Atombunker aus der Zeit des Kalten Krieges.

Zwischenzeitlich wurde das Gebäude und das umliegende Land sogar landwirtschaftlich genutzt und als „Tower Farm“ betrieben.

Seit 1976 ist der Turm für Besucher geöffnet und dient heute als Museum, Aussichtsturm und touristisches Ausflugsziel mit Café, Shop und Ausstellungen. Bei klarer Sicht kann man vom Turm angeblich 16 Grafschaften überblicken.​

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Direkt neben dem Turm befindet sich ein weitläufiges Rotwildgehege.

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Nachdem wir uns sattgesehen haben, laufen wir gemütlich nach Broadway zurück.

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Broadway II
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Die Geschichte von Broadway lässt sich bis ins frühe Mittelalter zurückverfolgen. Der Ort wurde ursprünglich an einer bedeutenden Handelsroute – der "Broad Way", der breiten Straße – gegründet, die dem Ort seinen Namen gab. Damals wie heute ist diese Straße das Herzstück des Ortes. Sie zieht sich sanft anmutig durch das Dorf, gesäumt von alten Gasthäusern, kleinen Boutiquen und gemütlichen Teestuben. Einst brausten hier Pferdewagen entlang, Händler boten ihre Waren feil und Reisende suchten Unterkunft in den prachtvollen Inns, die heute noch genauso stolz dastehen wie vor Jahrhunderten.
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Wir schlendern ein wenig durch die netten Modeboutiquen und Feinkostläden und stöbern in den kleinen Geschenk- und Handwerksläden.

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Broadway III
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Im „Hunters Tearoom“ machen wir eine kleine Pause. Wir ergattern ein gemütliches Plätzchen am Fenster und lassen uns verwöhnen. Das perfekte Timing für einen klassischen Cream Tea. Der Duft von frisch gebrühtem Tee erfüllt den Raum, dazu gibt es warme, fluffige Scones, großzügig bestrichen mit Clotted Cream und Erdbeermarmelade. Himmlisch! Hier sitzen wir, beobachten das bunte Treiben auf der Straße und genießen einfach den Moment purer Gemütlichkeit.
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Frisch gestärkt und voller schöner Eindrücke geht es erst einmal zurück in unser gemütliches Feriendomizil. Zeit um die Füße ein wenig hochzulegen, die Fotos zu sichten, die Erlebnisse der letzten Tage sacken zu lassen. Ein bisschen Chillen gehört einfach dazu.

Der Abend lockt uns dann wieder hinaus. Unser Ziel ist erneut das Frogmill Restaurant, uns hatte es beim ersten Besuch schon so gefallen und auch gut geschmeckt. Wir entscheiden uns, den milden Abend erst einmal bei einem Drink auf der herrlichen Terrasse zu genießen. Die Abendsonne blinzelt doch noch durch die Wolken und taucht die Gartenanlage in ein goldenes Licht. Was für eine Idylle.
Als es langsam kühler wird, wechseln wir ins Innere des Restaurants. Wir plaudern angeregt, lachen viel und lassen den Tag in dieser wundervollen Umgebung bei einem köstlichen Mahl perfekt ausklingen.
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Cirencester
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Tag 7 – Ein großartiger Abschluss unseres Urlaubs

Cirencester

Unser Urlaub neigt sich dem Ende zu. Am letzten Tag besuchen wir Cirencester, die „Hauptstadt der Cotswolds“. Die Stadt sprüht nur so vor Charme, Geschichte und britischem Lebensgefühl.

Cirencester blickt auf eine lange Geschichte zurück. In römischer Zeit war die Siedlung unter dem Namen Corinium Dobunnorum nach London die zweitgrößte Stadt Britanniens. Wer möchte kann die Überreste dieser römischen Glanzzeit im Abbey Grounds Park oder im preisgekrönten Corinium Museum bestaunen.

Was Cirencester auszeichnet, ist die authentische Atmosphäre. Die Stadt wirkt lebendig und echt, verbindet Tradition und Moderne: Neben historischen Gebäuden gibt es Märkte, Kunstangebote und eine kulinarische Szene, die den Besuch abwechslungsreich und spannend macht.​

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Unser erster Halt ist das „Jacks“, ein charmantes Café in der Black Jack Street, der ältesten Straße Cirencesters. Hier duftet es nach frisch gebrühtem Kaffee und hausgemachten Kuchen. Wir gönnen uns ein Frühstück – etwas Energie für den bevorstehenden Tag.

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Frisch gestärkt schlendern wir zu beeindruckenden St. John the Baptist Church, einer der größten Pfarrkirchen Englands, die mit ihrer prachtvollen Architektur und den kunstvollen Details begeistert. Wir nehmen uns Zeit, zuerst die historischen Grabmäler und dann das spätgotische Kirchenschiff zu bewundern – ein echtes Juwel aus dem 12. Jahrhundert und ein Paradebeispiel für die reichen Wollkirchen der Region.​

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Anschließend bummeln wir durch die Stadt. Die Gebäude ein sind ein bunter Mix aus honigfarbenem Cotswold-Stein, mit hübschen Sprossenfenstern, alten Schildern und kunstvoll verzierten Fassaden. Wir lassen uns treiben, tauchen ein in die verwinkelten Gassen, wo kleine Boutiquen, Antiquitätengeschäfte und Delikatessenläden zum Stöbern einladen. In den Schaufenstern funkeln Schmuckstücke, Dekoartikel, handgemachte Seifen und liebevoll aufgestapelte Teedosen. Die Auswahl an Tees ist verlockend … Assam, Earl Grey und English Breakfast wandern in unseren Rucksack. Seit unserer Englandreise, habe ich fast täglich ein Tässchen Tee genossen - eine schöne Erinnerung!​

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Jeder Laden hat seinen eigenen Charakter. Von modernen Concept Stores bis zu traditionellen Buchhandlungen und Feinkostläden ist alles dabei. Besonders in den kleinen Seitenstraßen gibt es immer wieder Neues zu entdecken – versteckte Innenhöfe, gemütliche Teestuben und liebevoll dekorierte Schaufenster.

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Weiter geht´s durch die historischen Straßen, vorbei an prächtigen Kaufmannshäusern, alten Webercottages und charmanten Fachwerkfassaden. Die Spuren vom Reichtum im Mittelalter sind noch heute im Stadtbild sichtbar. Schafzucht, Wollvertrieb, Weberei und Kleidungsherstellung machten die Stadt reich. Händler und Schneider investierten ihren Wohlstand in prächtige Häuser.​

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Cowley Manor
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Afternoon Tea im Cowley Manor

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Zum krönenden Abschluss unseres Urlaubs gönnen wir uns einen Afternoon Tea im Cowley Manor, einem prächtigen Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert. Wir nehmen auf der großzügigen und sonnendurchfluteten Terrasse Platz und alles ist wie aus einem Bilderbuch. Von unserem Tisch haben wir einen atemberaubenden Blick über den perfekt gepflegten Garten mit weitläufigen Rasenflächen, uralten Bäumen und verwunschenen Wasserläufen. Eine sanfte Brise trägt den Duft von frisch gemähtem Gras herüber. Die Ruhe und Schönheit der Umgebung laden zum Verweilen ein. Alles wirkt wie eine Szene aus einem englischen Märchen.​

Zuerst bekommen wir unseren Tee

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Kurz darauf wird uns der Afternoon Tea serviert: Eine dreistöckige Etagere, liebevoll angerichtet mit einer Auswahl an Köstlichkeiten. Auf der unteren Ebene erwarten uns warme Scones, mit und ohne Früchte, begleitet von hausgemachter Erdbeermarmelade und reichhaltiger Clotted Cream. Die mittlere Schicht verführt mit süßen Leckereien wie Praline, Himbeer-Schokoladen-Küchlein, Macarons und vielem mehr. Die oberste Ebene bietet zartes Gurkensandwich, feiner Lachs mit Frischkäse und herzhaftes Schinkensandwich, sowie Gemüsesticks mit Dip.

Die Geschichte des Afternoon Teas geht übrigens zurück bis ins Jahr 1840. Um die lange Wartezeit bis zum Abendessen zu überbrücken, ließ sich Anna Russel, die 7. Herzogin von Bedford und Hofdame von Königin Victoria, am Nachmittag ein Tablett mit Tee, Brot, Butter und etwas Kuchen servieren. Bald lud sie auch ihre Freunde zum Nachmittagstee ein und die Tea Time zwischen vier und fünf Uhr wurde zu einem gesellschaftlichen Event der Oberschicht. Tee war teuer und galt als Statussymbol.

Während wir die Delikatessen genießen, schweift unser Blick über die malerische Landschaft. Die Kombination aus kulinarischem Genuss, erstklassigem Service und der idyllischer Umgebung macht den Afternoon Tea zu einem unvergesslichen Erlebnis.​

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Nach dem Tee lädt das weitläufige Grundstück von Cowley Manor zum Erkunden ein. Der Garten zeigt sich in voller Pracht. Der Park wirkt wie ein lebendiges Gemälde, in dem man sich verlieren möchte. Kommt mit und seht selbst ...

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Ich entdecke eine Schaukel, die an einem mächtigen Ast hängt. Obwohl sie viel zu tief hängt und ich mit den Beinen aufpassen muss, kann ich nicht widerstehen.

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Der Spaziergang durch den Garten und den Park ist ein herrlicher Abschluss, der die Seele berührt und uns noch einmal tief eintauchen lässt in die Schönheit der Cotswolds.
 
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