7. März: Lyngenalpen – Wanderung zum Blåisvatnet
Heute gilt es wieder früh aufzustehen, denn wir wollen in die Lyngenalpen fahren.
Sie sind Gebirgszug auf der Lyngen- Halbinsel, ca 40 km östlich von Tromsø und bekannt als Terrain für Bergkletterer. Der britische Kletterer William Cecil Slingsby war Erstbesteiger auf den meisten Gipfeln. Touristisch ist die Region vergleichsweise wenig erschlossen und gilt noch als Geheimtipp. Die Berge erreichen Höhen über 1.800 m.
Voller Vorfreude laufen wir hoch zum Behördenparkplatz, wo wir den Wagen über Nacht abstellt hatten. Am Eingang entdecken wir das Schild, auf dem steht, dass es in den Wintermonaten verboten ist, dass Auto über Nacht abzustellen. Aber der Toyota steht noch da, passt!
Wir verlassen Tromsø über die E8. Bei Fagernes biegen wir ab Richtung Breidvik, wo die Fähre hinüber zur Lyngenhalbinsel übersetzt. Ab hier wird die Straße einsamer. Es geht weitgehend über eine geschlossene Schneedecke, das Fahren macht richtig Spaß und wir kommen gut voran.
Am Fährhafen und auf der Fahrt haben wir Zeit für erste Fotos. Die Stimmung ist fantastisch, unsere Herzen hüpfen.
Heute haben wir drei Wanderungen zur Auswahl. Zwei davon führen zu Aussichtspunkten über dem Meer, wir entscheiden uns aber für die Wanderung zum Blåisvatnet. Der “Der Blaue See” ist eines der Highlights in den Lyngen Alpen. Je nach Perspektive und Licht erstrahlt der Blavatnet entweder grell türkis oder tiefblau und erinnert mich mit der felsigen Kulisse irgendwie an einen Bergsee in den kanadischen Rockies. Jetzt im Winter dürfte davon natürlich nicht viel zu sehen sein, trotzdem freuen wir uns riesig.
Wir stellen unser Auto auf dem Wanderparkplatz ab, schultern unsere Rucksäcke, schnallen die Spikes über (auf die Schneeschuhe verzichten wir) und schon geht es los.
Die Wanderung ist sehr moderat. Nach Lust und Laune können wir die Strecke noch mit einem Abstecher zum Aspevatnet erweitern.
Es geht erst durch ein lichtes Wäldchen, dann einem schmalen Flusslauf entlang… Anschließend führt die Strecke leicht ansteigend über eine Hochfläche. Dabei verlieren wir stellenweise die Markierungen, was nicht weiter schlimm ist, denn die Orinetierung ist aufgrund der Topographie einfach.
Was soll ich weiter schreiben: Es ist wild, es ist einsam … und es fühlt sich fantastisch an!
Nach ca. 1,5 h erreichen wir den See, der von einer dichten Schneedecke überzogen ist.
Wir bleiben ca. 20 Minuten, schießen unsere Bilder und verpflegen uns, danach laufen wir zurück. Das Wetter klart immer mehr auf und wir haben stellenweisen einen weiten Blick.
Aber auch die Spiegelung im Fluss ist nicht von schlechten Eltern - Achtung Lieblingsbild!
Nach ca. 3,5 h sind wir zurück am Parkplatz. Auch wenn wir die Blaufärbung des Sees erwartungsgemäß erleben durften, war es eine toller Hike in einer wilden, im Winter einsamen Gegend. Simone und ich schauen uns still an, und nach so vielen Jahren wissen wir, was dieser Blick bedeutet:
Wir werden wiederkommen!