Wie haben wir das eigentlich früher gemacht - so vor 20 Jahren?

Feuerfeder

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@ Pinto - sehr unterhaltsam geschrieben :D Ich habe mich besonders in der Beschreibung des ersten Supermarktbesuches wiedergefunden - bei mir war es Wooleys in Downtown FLL, ein Supermarkt, der bis Mitternacht geöffnet hatte. Im Vergleich zu Publix war er eher klein, aber im Vergleich zu unseren damalig in D existierenden war er riesig. Ich war in Gang 3 als meine Eltern, die in meiner ersten Woche da waren und alles schon kannten, schon an der Kasse standen. Schöne Erinnerungen...

Ich bin in FLL "hängengeblieben" bzw nach Lauderdale-by-the-Sea "abgewandert" (Urlaubstechnisch). Über die Veränderungen in FLL am Beach bin ich auch nicht glücklich, allerdings finde ich, dass sich Downtown wunderbar entwickelt hat und auch andere Gegenden sehr schön geworden sind, allerdings etwas abseits der großen Touri-Gebiete :)
 

topefa

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Vielen Dank an alle Berichterstatter hier! Ich habe ein Dauergrinsen beim Lesen. (y)

@ Microbi (cooles Schild und Name :LOL:)
@ Pinto (oh weia, was für eine erste Flugreise o_O)

Ich habe mich köstlich amüsiert über Eure Beschreibungen und fühlte mich gleich zurückversetzt in die 90-er, als die Handys erst noch in den Kinderschuhen waren (ja, ich habe mich auch einige Male mit dem Operator herumschlagen müssen :rolleyes:), die Männer noch in knackig kurzen Jeans-Shorts rumliefen :giggle: und wir unsere Motels telefonisch nach dem Tourbook von AAA, über Coupon-Deals vom Visitor Center, oder schlicht nach dem oben erwähnten Schema "Can I have a look at the room?" fanden. :-p Dass es auch Kettenrestaurants, wie Dennys & Co., gibt, erfuhren wir leider erst nach unserer ersten Reise an die Westküste. :confused: Aber so lernt man halt dazu für's nächste Mal.

In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an einen sehr amüsant geschriebenen Ersttäter-Reisebericht von 2007, "Breakfast in America ....." von floridajack, zum Niederknien! (y)
http://www.florida-interaktiv.de/showthread.php?9497-Breakfast-in-Amerika-Floridajack-s-Reisetagebuch&highlight=Floridajack

In diesem Sinne einen schönen Tag beim in alten Zeiten schmökern!

LG,
Topefa :)
 

Pemimae

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Boah, Pinto, was für ein Start in den Honeymoon und was für eine tolle Story.
 

Feuerfeder

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Florida-Rolf

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Die erste Floridareise des jungen Florida-R.

Ich fand diesen thread hier schon immer sehr spannend, viele lustige und interessante Geschichten. Da es nun nur noch wenige Tage bis zum 20jährigen Jubiläum meiner ersten Reise nach Florida sind, habe ich mich entschlossen, auch ein paar Zeilen zu schreiben.

Den Urlaub verbrachte ich mit meiner damaligen Freundin. Wir waren ein paar Monate vorher zum Studieren nach Frankfurt gezogen und haben tatsächlich direkt am Flughafen ein „fly and drive-Angebot“ gebucht. Gefunden haben wir das Ganze, in dem wir die handschriftlich verfassten Angebote an den Schaltern gelesen haben. Ich glaube heute immer noch eine vollkommen normale Vorgehensweise, oder?
Den Urlaub hatten wir uns hart durch Nebenjobs erarbeitet, sauer verdientes Geld; entsprechend haben wir uns auf den Tag der Abreise gefreut.

Die Flüge gingen mit British Airways über London nach Miami und als ein Freund uns morgens zum Flughafen karrte, konnte ich fast nicht glauben dass es erstmalig über den großen Teich gehen sollte. Damals saß man tatsächlich auch auf den Zubringerflügen noch recht kommod, kein Vergleich zu den heutigen Viehtransportern.

In London herrschte am Flughafen großes Gedränge. Angeblich sollte David Beckham irgendwo ankommen und ich sah, wie rau es in dem Business zugeht. Völlig zu recht habe ich mich damals entschieden, nicht weltberühmt zu werden :)

Während der Wartezeit sahen wir tatsächlich noch eine echten Superstar, denn eine Concorde landete und starte auch später wieder. Ein Erlebnis.

Der Flug nach Miami war lang und als wir dann endlich angekommen waren, ging es nach einer schnellen Passkontrolle (ja, so war das damals) ohne großes Brimborium in den Empfangsbereich des Miami Airport. Ich glaube mich zu erinnern, dass es damals das Car Rental Center in der heutigen Form noch nicht gab und wir mit einem Bus zur Mietwagenfirma gekarrt wurden, ein großer Parkplatz mit einem Häuschen drauf. Das ist mir so präsent, denn der Fahrer bedankte sich für unser Erscheinen ( „Because you come to the US, I have a job“).
Nach dem Abarbeiten einer endlosen Schlange gab uns ein tatsächlich englisch sprechender Mitarbeiter (soll ja heute nicht unbedingt eine Einstellungsvoraussetzung für die Arbeit am MIA-Airport sein) unser erstes richtiges Ami-Traumfahrzeug: ein weißer Chrysler Neon. Etwas beunruhigend war die ausführliche Belehrung über die richtigen Routen von und zu dem Flughafen, und das man lieber nicht davon abweichen sollte. Erst kurz vorher hatte man die speziellen Kennzeichen der Mietwagen abgeschafft. Miami war damals ein heißes Pflaster.

Für die erste Nacht war ein Hotel im Paket, praktischerweise direkt neben der Mietwagenstation. Das war gut so, denn wir waren ordentlich müde. Auf der kurzen Fahrt übten wir das Kopfnicken, es war meine erste mit Automatik und der linke Fuß musste erst lernen, das auch er Urlaub hatte.

Der nächste Tag begann sehr früh. Nie werde ich den ersten Morgen vergessen. Diese Luft, das Licht am frühen Morgen, dieses Schwüle und die Feuchtigkeit, die auf den Autoscheiben kondensiert war. Und das ständige Brummen der Stadt, Verkehr hört sich noch heute in den USA anders an als zu Hause.
Wir sind dann auch gleich losgefahren, Richtung Miami Beach und dann auf der A1A Richtung Norden. Auch 1998 die Atlantikküste schon solide betoniert. Gefrühstückt haben wir in Fort Lauderdale, in einem kleinen Café, direkt am Strand. Herrlich.

Es ging weiter Richtung Jupiter Inlet, wo wir uns ein Motelzimmer gesucht haben. Ja, gesucht, denn wir hatten nix vorgebucht. Meistens haben wir uns mit den Coupons aus „Florida on the go“ orientiert. Und das alles ohne Navi. Wie ging das nur?

Auf unserer Rundreise fuhren wir nördlich bis St. Augustine (ach, da war ich auch schon zu lange nicht), von dort aus über Ocala (wo wir eine tolle Wanderung in teilweise beunruhigender Einsamkeit durch den Ocala National Forest machten) nach Mt. Dora. Der kleine Ort ist mir in sehr guter Erinnerung geblieben. Nach dem üblichen Orlando-Programm ging es nach Fort Myers. An einem dieser Tage verliebte ich mich in Sanibel Island.

Wir hörten auf den langen Fahrten immer schön Radio, denn so was Verrücktes wie ein CD-Player war im Chrysler nicht verbaut. In Erinnerung geblieben ist „Iris“ von den GoGoDolls, dass die Sender zu jener Zeit systematisch zu Tode spielten. Das Lied kann ich bis heute kaum ertragen.

Über die Everglades erreichten wir schließlich Key West, vielleicht damals noch nicht so überlaufen wie heute. Die Fahrten über die Brücken, ein Wahnsinn. Der Chrysler, wirklich eines der hässlichsten Autos, das ich je gefahren bin, leistete uns treue Dienste; an die Automatik hatte ich mich längst gewöhnt. Nicht so sehr an den Kaffee, den Starbucks und ein Hauch von Respekt für dieses Getränk war noch weit entfernt. Dafür gab es Styroporbecher und die Plörre war auch 4 Stunden später noch kochend heiß. Das Tanken war damals auch ein echtes Abenteuer, pay at the pump gab es noch nicht und der Hebel an der Zapfsäule war jedesmal irgendwo anders angebracht.

Irgendwo auf den Keys buchten wir uns mit einem Coupon ein Zimmer und waren in einem kleinen Häuschen auf einem Resort-Gelände untergebracht. Wir wollten nach einem langen Tag ins Bett, als wir mehrere Ameisenstrassen vor dem Bett bemerkten. Der Versuch umzubuchen scheiterte, statt dessen wollte man uns die chemische Keule empfehlen. Wir sind dann noch spontan in ein Motel umgezogen, so etwas habe ich seitdem erfreulicherweise nicht mehr erleben müssen. Im Motel ging meine Freundin ins Bad, auf einmal ein Schrei. Ein Gecko hatte sich direkt auf den Badezimmerspiegel gesetzt. Ich konnte ihn einfangen und in die Freiheit entlassen. Intensive Kontakte zur Tierwelt, die wir am nächsten Tag bei Schwimmen mit Delfinen fortsetzen konnten. Hat damals für uns beide mit einem Coupon 50 Dollar gekostet...

Von KeyWest ging es wieder nach Miami, in North Beach hatten wir ein recht preiswertes Hotel gefunden. In den letzten beiden Tagen vor dem Abschluss erkundeten wir Miami, für mich unvergesslich war das Holocaust-Museum. Und Key Biscane , schon damals sehr nobel.

Nach 2 Wochen ging es wieder in die Heimat, rückblickend haben wir ein unglaubliches Pensum absolviert, da hätte ich ehrlich gesagt heute keine Lust mehr drauf. Aber die Bilder zeigen es: wir waren jung, unfassbar jung.

Seit dieser Zeit geht es regelmäßig in die USA, meine Frau und ich durften auch zwei Jahre in Michigan leben.

Heute sind die Urlaube anders, klar mit Kindern reist man doch langsamer. Über Handytarife, Navigation und regelmäßiges Melden in der Heimat haben wir damals keinen Gedanken verschwendet.

Danke an alle, die mir in die Vergangenheit gereist sind und an die, die ihre Story erzählt haben und noch erzählen werden.
 

Feuerfeder

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Ich glaube mich zu erinnern, dass es damals das Car Rental Center in der heutigen Form noch nicht gab und wir mit einem Bus zur Mietwagenfirma gekarrt wurden, ein großer Parkplatz mit einem Häuschen drauf. Das ist mir so präsent, denn der Fahrer bedankte sich für unser Erscheinen ( „Because you come to the US, I have a job“).
Nach dem Abarbeiten einer endlosen Schlange gab uns ein tatsächlich englisch sprechender Mitarbeiter (soll ja heute nicht unbedingt eine Einstellungsvoraussetzung für die Arbeit am MIA-Airport sein) unser erstes richtiges Ami-Traumfahrzeug: ein weißer Chrysler Neon. Etwas beunruhigend war die ausführliche Belehrung über die richtigen Routen von und zu dem Flughafen, und das man lieber nicht davon abweichen sollte. Erst kurz vorher hatte man die speziellen Kennzeichen der Mietwagen abgeschafft. Miami war damals ein heißes Pflaster.

Das weiß ich auch noch... die Parkplätze gab es noch einige Jahre, je nach Rental Car Company gab es einen Bus, der die Besucher zu den jeweiligen Stationen brachte. Manche gehörten auch zusammen und teilten sich einen Parkplatz und Bus.

Und die Geschichte mit den Kennzeichen habe ich auch relativ nah erlebt. Ich war zu der Zeit in FLL für drei Monate und hatte auch einen Wagen mit den bekannten YYX-Schildern... Es gab ja schon vorher viele Berichte zu Überfällen in der Airportgegend auf Touristen und an der Vermietstation bekamen wir einen Zettel mit „Verhaltensregeln“ (nicht anhalten, nicht aussteigen...). Als am 03.04.1993 eine Deutsche von Räubern auf der Wegfahrstrasse des Airports umgebracht wurde, ist in den Medien dort alles eskaliert. Und bei uns natürlich auch. Ich war damals 26, recht behütet, gerade mal drei Wochen dort und diese Art der Berichterstattung nicht gewöhnt. Ich hatte schon ziemlich Panik. Kurz danach habe die Mietwagengesellschaften angeboten, die Schilder in normale unauffällige Schilder zu tauschen, was ich auch dankbar angenommen habe...
 

Five Lakes

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Kennzeichen am Mietwagen

Das weiß ich auch noch... die Parkplätze gab es noch einige Jahre, je nach Rental Car Company gab es einen Bus, der die Besucher zu den jeweiligen Stationen brachte. Manche gehörten auch zusammen und teilten sich einen Parkplatz und Bus.

Und die Geschichte mit den Kennzeichen habe ich auch relativ nah erlebt. Ich war zu der Zeit in FLL für drei Monate und hatte auch einen Wagen mit den bekannten YYX-Schildern... Es gab ja schon vorher viele Berichte zu Überfällen in der Airportgegend auf Touristen und an der Vermietstation bekamen wir einen Zettel mit „Verhaltensregeln“ (nicht anhalten, nicht aussteigen...). Als am 03.04.1993 eine Deutsche von Räubern auf der Wegfahrstrasse des Airports umgebracht wurde, ist in den Medien dort alles eskaliert. Und bei uns natürlich auch. Ich war damals 26, recht behütet, gerade mal drei Wochen dort und diese Art der Berichterstattung nicht gewöhnt. Ich hatte schon ziemlich Panik. Kurz danach habe die Mietwagengesellschaften angeboten, die Schilder in normale unauffällige Schilder zu tauschen, was ich auch dankbar angenommen habe...
Hallo,

Ja da können wir uns auch noch gut dran erinnern .
Ca 3 Wochen nach dem Überfall landeten wir in MIA.
Nach dem üblichen Arm heben für den Shuttle Bus von Hertz oder Dollar-ich weiss es nicht mehr-kamen wir auf dem grossen Parkplatz an.
Dort begrüsste der Manager uns und ein anderes europäisches Pärchen:
Wir erhielten nicht den damals üblichen
gebuchten Compakt chevrolet cavalier ,sondern erhielten wir

auch etwas compaktes eckiges : Volvo 244 oder so ähnlich mit kennzeichen aus Maryland bzw. North carolina.

Der Manager meinte es ist sicherer und so erkennt man sie nicht als Europäer.
Freunde von uns wollten ihren Urlaub stornieren , wir haben sie dann doch in mia abgeholt,nur den Mietwagen haben sie umgebucht auf eine kleine Station in Pompano Beach....
Ja das waren Zeiten.....Telefon ist auch so eine Sache ,meine Eltern haben damals sich für 4-6 Wochen Festnetz ins Apartment legen lassen,der Vermieter war zu geizig ,
southern bell staunte immer, wenn die Rechnung gleich cash bezahlt wurde ,don't pay you have credit.

Schöne verschneite Ostern aus dem Norden

Five lakes
 

Michael1893

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@florida Rolf:
schöner Bericht. Wir waren zu ähnlicher Zeit dort. Ich könnte ganz vieles nachvollziehen :)

Gruß aus OWL
Michael
 

Coppifan

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Ich finde mich in allen Berichte auch so ziemlich wieder.

Meine erste Reise nach Florida war meine Hochzeitsreise (mittlerweile geschieden). Wir sind 1992 mit Hapag-Lloyd von Frankfurt nach Fort Lauderdale geflogen und haben dort 17 Tage mit einer Kombi aus Strandaufenthalt und organisierter Rundreise verbracht. Im Flugzeug durfte damals auch noch geraucht werden, was fürchterlich war, wenn man in der Nähe des Raucherbereichs sitzen musste.

In unserem Hotel in Miami Beach gab es damals noch ein All you can Eat Breakfast für 1,99$. Das Hotel war an der Collins Ave. und wie so viele kleine schnuckelige Hotels dort, ist es einer hohen Hotelburg oder Apartmenthaus gewichen. Leider hat sich, wie ich finde, Miami Beach, bis auf den Art Deco Distrikt, sehr zu seinem Nachteil verändert.

Die erste Reise habe ich natürlich über ein Reisebüro gebucht, dass auch die Reise zusammen gestellt hat. Aber die zweite 1995 dann selber anhand Katalogen mit Bildchen ausschneiden und so zusammen gestellt und natürlich wieder im Reisebüro gebucht. Das war auch der erste Urlaub mit Mietwagen und wie schon andere beschrieben haben, gab es noch die Mietwagen, wo man genau erkennen konnte, dass nur Touristen drin sitzen können und zu dem Zeitpunkt gab es dann auch schon sie Schlagzeilen entsprechender Überfälle dazu.

Navi gab es natürlich noch nicht und auch nicht so viele Informationen in Internet wie heute. Ich hatte damals das Glück, dass ein ehe. Arbeitskollege eine Routensoftware für den PC für Amerika hatte, die er mir zur Verfügung gestellt hat. So konnte ich zu mindestens schon mal die Routen planen und ausdrucken zum Mitnehmen. Hatte man dann eine gesperrte Strasse oder Umleitung durfte natürlich die gute alte Strassenkarte nicht fehlen.

Damals hat man auch noch keine horrenden Parkgebühren in den Hotels bezahlt, wie es heute bei den meisten ist.

Ich habe auch damals angefangen mir eine Excel-Tabelle anzulegen, wo ich die Übernachtungspreise verschiedener Hotels in meinen bevorzugten Regionen eintragen habe und mit einer Formel ausgeworfen wurde, welches Hotel bei dem jeweiligen Reiseveranstalter am günstigsten angeboten wurde. Die habe ich über etliche Jahre gepflegt, ob wir gereist sind oder nicht.

Oh mann, ist das lange her!
 

foto1

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Der allererste Flug ging von DUS mit America Trans air über Gander (im Winter):-D nach MIA vor ? 30 Jahren.

Wir konnten raus in Gander und durch den Schnee In der Abflughalle Souvenirs kaufen.

In MIA wimmelte es in South Beach nur so von Rentnerno_O

Unser pinkenes Hotel bei Bal Harbor war nur mit Amis belegt.

Was würde ich fürs "Zeitzurückdrehen" geben....:sun:
 

foto1

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Turberry Isle Miami/ Aventura.

Der Junge ist jetzt 1.85cm und 26 Jahre alt.(y)
 

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Ibins

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Eine (wahrscheinlich eine meiner spektakulärsten) Urlaubsanekdote ist auch ziemlich genau 20 Jahre her…
Wir waren damals zu Viert erst 3 Wochen im Westen unterwegs und sind dann zum Abschluss der Reise von LA nach Orlando geflogen, wo wir noch eine Woche zwecks relaxtem Ausklang des Urlaubes, garniert mit ein paar Parkbesuchen, ein Haus gemietet hatten. Das Haus hatten wir seinerzeit über Dertours klassisch im Reisebüro gebucht und hatten sogar ne Reisleiterin, die uns im Haus besucht hat und bei der wir auch Parktickets, etc. vorab günstiger kaufen konnten. Die Woche war recht gut durchgeplant und der krönende Abschluss sollte ein Space-Shuttle Start sein, der Freitag stattfinden sollte, ehe wir Samstag wieder den Heimweg antreten mußten.
Nachdem wir das KSC auch besichtigen wollten und uns unsere Reiseleiterin auch hierfür schon Tickets verkauft hatte, war der Plan klar. Donnerstag würden wir das KSC besichtigen und Freitag uns irgendwo nen netten Platz am Strand suchen, von wo aus wir uns den Start des Space Shuttles (war die Mission, wo "Opa" John Glenn nochmal ins All fliegen durfte) anschauen würden. Gesagt, getan. Am Donnerstag sind wir früh aufgestanden und haben uns schon beim Frühstück gewundert, dass dauernd Meldungen im Fernsehen kamen, dass vor dem KSC verkehrstechnisch ganz schön was los war, ließen uns davon aber nicht beeindrucken und fuhren gen Cape Canaveral. Es war dann tatsächlich so, dass kurz vor dem KSC ein ziemlicher Stau herrschte und am letzten Abzweig (wo’s auf den Hwy 1 geht) Sheriffs standen und aussortierten. Wir haben uns noch gewundert und gefragt, was do wohl los sei und mutmaßten, dass da heute wahrscheinlich nochmal die Astronauten alle im KSC für die Kameras posierten und deshalb so viel los sei… Da wir ja schon Karten hatten, waren wir guter Dinge, dass wir reindurften und als wir an der Reihe waren und dem Officer ganz selbstverständlich unsere Karten präsentierten, stutzte der zwar kurz, ließ uns aber tatsächlich passieren. Erfreut fuhren wir zum Visitor Center und wunderten uns, dass sich hier auch schon jede Menge Leute am Straßenrand auf Campingstühlen und mordsmäßig ausgerüstet mit Coolern, Sonnenschirmen und riesigen Spiegelreflexkameras auf Stativen, eingerichtet hatten… Einen Tag vorher schon, die spinnen, die Amis…:dizzy:
Im Visitor Center angekommen wunderten wir uns ein weiteres Mal, dass der Parkplatz vielleicht zu 20% belegt war… Auch die Kassenhäuschen waren nicht besetzt, keiner da, der unsere Tickets haben wollte… Nun gut… war uns auch egal, wir gingen erstmal durch den Raketengarten – alleine… danach besuchten wir die Ausstellung zur Mondmission (ich glaube mittlerweile ist die woanders untergebracht, damals war die auf jeden Fall direkt am Visitor-Center), auch dort waren wir alleine unterwegs… so langsam kam uns das komisch vor, aber als wir dann ein paar Leute beim IMAX-Theater sahen, war alles wieder gut, allerdings stand dort, dass heute keine Filmvorführungen gegeben werden… blöd, aber kann man nicht ändern. Wir sind dann zielstrebig zum Busbahnhof marschiert, schließlich stand da ja ein startbereites Space-Shuttle, auf einer der Start-Plattformen, das wollten wir uns nicht entgehen lassen.
Am Busbahnhof standen jede Menge Busse rum, aber kein Mensch da… nach ein paar Minuten kam einer um die Ecke, der ne NASA-Uniform anhatte und uns verwundert ansah… Er fragt uns irgendwas und wir schauten uns alle vier ziemlich fragend an und dann wieder ihn… Wir alle konnten einigermaßen gut englisch und waren ja schon fast 4 Wochen in USA unterwegs, also eigentlich waren wir uns ziemlich sicher, dass das, was er da sprach, kein Englisch war und ich glaube das haben wir in unserem Gesichtsausdruck ziemlich gut wiedergegeben… Auf seine Frage „which language“ waren wir schon versucht zu fragen: „do you speak english“, antworteten aber dann doch brav mit „german“… Daraufhin brachte er uns zu einer anderen NASA-Mitarbeiterin, die uns dann auf Deutsch erzählte, dass es heute keine Busfahrten gibt, da wir heute einen Start haben… Unsere Gesichter hätte ich in dem Moment echt gerne gesehen (war noch nicht die Zeit der Selfies…), als uns allen auf einmal klar wurde, warum das heute alles so war, wie es war und warum zum Teufel nicht einer von uns auch nur den geringsten Gedanken daran verschwendet hat, das wir uns vielleicht im Tag vertan haben und deswegen heute überall der Teufel los war…
Die NASA-Tante hat uns dann noch gefragt, wie wir eigentlich auf’s Gelände gekommen sind, meinte dann aber, wenn wir schon da sind, sollen wir uns dort hinstellen, da hat man nen guten Blick auf den Start. War toll, wir sind direkt neben dem Launch-Control-Center gestanden und hörten sogar den Original Countdown von dort… Der Start ansich war schon beeindruckend und die Location war natürlich grandios… Lustiger Nebeneffekt… nachdem ja keiner unsere Karten entwertet hatte, sind wir am nächsten Tag nochmal wieder gekommen und haben uns den Rest angeschaut, diesmal natürlich mit deutlich mehr Publikum… :-D
Fazit: war ein tolles Erlebnis, auch wenn wir uns im Nachhinein oft noch gefragt haben, wie man eigentlich kollektiv, so konsequent die Hinweise darauf, dass wir uns einfach im Tag vertan haben, ignorieren konnten… :confused::LOL:
 

bacchus85

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Ah, wie cool ist das denn?!

Das ist echt einmalig und unvergesslich!

Und beim Lesen musste ich jetzt irgendwie an die Familie Griswold denken, die allein in Walley World unterwegs ist ;)

Danke für das Teilen deiner Anekdote!

Peter
 

Irving

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Eine (wahrscheinlich eine meiner spektakulärsten) Urlaubsanekdote ist auch ziemlich genau 20 Jahre her…
Wir waren damals zu Viert erst 3 Wochen im Westen unterwegs und sind dann zum Abschluss der Reise von LA nach Orlando geflogen, wo wir noch eine Woche zwecks relaxtem Ausklang des Urlaubes, garniert mit ein paar Parkbesuchen, ein Haus gemietet hatten. Das Haus hatten wir seinerzeit über Dertours klassisch im Reisebüro gebucht und hatten sogar ne Reisleiterin, die uns im Haus besucht hat und bei der wir auch Parktickets, etc. vorab günstiger kaufen konnten. Die Woche war recht gut durchgeplant und der krönende Abschluss sollte ein Space-Shuttle Start sein, der Freitag stattfinden sollte, ehe wir Samstag wieder den Heimweg antreten mußten.
Nachdem wir das KSC auch besichtigen wollten und uns unsere Reiseleiterin auch hierfür schon Tickets verkauft hatte, war der Plan klar. Donnerstag würden wir das KSC besichtigen und Freitag uns irgendwo nen netten Platz am Strand suchen, von wo aus wir uns den Start des Space Shuttles (war die Mission, wo "Opa" John Glenn nochmal ins All fliegen durfte) anschauen würden. Gesagt, getan. Am Donnerstag sind wir früh aufgestanden und haben uns schon beim Frühstück gewundert, dass dauernd Meldungen im Fernsehen kamen, dass vor dem KSC verkehrstechnisch ganz schön was los war, ließen uns davon aber nicht beeindrucken und fuhren gen Cape Canaveral. Es war dann tatsächlich so, dass kurz vor dem KSC ein ziemlicher Stau herrschte und am letzten Abzweig (wo’s auf den Hwy 1 geht) Sheriffs standen und aussortierten. Wir haben uns noch gewundert und gefragt, was do wohl los sei und mutmaßten, dass da heute wahrscheinlich nochmal die Astronauten alle im KSC für die Kameras posierten und deshalb so viel los sei… Da wir ja schon Karten hatten, waren wir guter Dinge, dass wir reindurften und als wir an der Reihe waren und dem Officer ganz selbstverständlich unsere Karten präsentierten, stutzte der zwar kurz, ließ uns aber tatsächlich passieren. Erfreut fuhren wir zum Visitor Center und wunderten uns, dass sich hier auch schon jede Menge Leute am Straßenrand auf Campingstühlen und mordsmäßig ausgerüstet mit Coolern, Sonnenschirmen und riesigen Spiegelreflexkameras auf Stativen, eingerichtet hatten… Einen Tag vorher schon, die spinnen, die Amis…:dizzy:
Im Visitor Center angekommen wunderten wir uns ein weiteres Mal, dass der Parkplatz vielleicht zu 20% belegt war… Auch die Kassenhäuschen waren nicht besetzt, keiner da, der unsere Tickets haben wollte… Nun gut… war uns auch egal, wir gingen erstmal durch den Raketengarten – alleine… danach besuchten wir die Ausstellung zur Mondmission (ich glaube mittlerweile ist die woanders untergebracht, damals war die auf jeden Fall direkt am Visitor-Center), auch dort waren wir alleine unterwegs… so langsam kam uns das komisch vor, aber als wir dann ein paar Leute beim IMAX-Theater sahen, war alles wieder gut, allerdings stand dort, dass heute keine Filmvorführungen gegeben werden… blöd, aber kann man nicht ändern. Wir sind dann zielstrebig zum Busbahnhof marschiert, schließlich stand da ja ein startbereites Space-Shuttle, auf einer der Start-Plattformen, das wollten wir uns nicht entgehen lassen.
Am Busbahnhof standen jede Menge Busse rum, aber kein Mensch da… nach ein paar Minuten kam einer um die Ecke, der ne NASA-Uniform anhatte und uns verwundert ansah… Er fragt uns irgendwas und wir schauten uns alle vier ziemlich fragend an und dann wieder ihn… Wir alle konnten einigermaßen gut englisch und waren ja schon fast 4 Wochen in USA unterwegs, also eigentlich waren wir uns ziemlich sicher, dass das, was er da sprach, kein Englisch war und ich glaube das haben wir in unserem Gesichtsausdruck ziemlich gut wiedergegeben… Auf seine Frage „which language“ waren wir schon versucht zu fragen: „do you speak english“, antworteten aber dann doch brav mit „german“… Daraufhin brachte er uns zu einer anderen NASA-Mitarbeiterin, die uns dann auf Deutsch erzählte, dass es heute keine Busfahrten gibt, da wir heute einen Start haben… Unsere Gesichter hätte ich in dem Moment echt gerne gesehen (war noch nicht die Zeit der Selfies…), als uns allen auf einmal klar wurde, warum das heute alles so war, wie es war und warum zum Teufel nicht einer von uns auch nur den geringsten Gedanken daran verschwendet hat, das wir uns vielleicht im Tag vertan haben und deswegen heute überall der Teufel los war…
Die NASA-Tante hat uns dann noch gefragt, wie wir eigentlich auf’s Gelände gekommen sind, meinte dann aber, wenn wir schon da sind, sollen wir uns dort hinstellen, da hat man nen guten Blick auf den Start. War toll, wir sind direkt neben dem Launch-Control-Center gestanden und hörten sogar den Original Countdown von dort… Der Start ansich war schon beeindruckend und die Location war natürlich grandios… Lustiger Nebeneffekt… nachdem ja keiner unsere Karten entwertet hatte, sind wir am nächsten Tag nochmal wieder gekommen und haben uns den Rest angeschaut, diesmal natürlich mit deutlich mehr Publikum… :-D
Fazit: war ein tolles Erlebnis, auch wenn wir uns im Nachhinein oft noch gefragt haben, wie man eigentlich kollektiv, so konsequent die Hinweise darauf, dass wir uns einfach im Tag vertan haben, ignorieren konnten… :confused::LOL:

Das ist ja der Brüller! :LOL: (y)(y)(y)
 

Eleonore

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Ihr hättet anschließend Lotto spielen sollen. Bei dem Glück! Echt eine super Geschichte.
Wir haben ja schon paar überlegt nach Canaveral zu fahren, aber es wurde dann immer in letzter Minute verschoben.
 

topefa

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Das ist ja wie in einer Film-Komödie! :LOL: (y) Unglaublich, aber wahr, Ihr Glückspilze! (y)
 
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