Zwischen Bergen und Meer - Nordspanien im August 2024

siha

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Hallo miteinander,

nach unserer gemeinsamen USA-Reise 2022 (Vier im Westen ) und dem Vater-Tochter-Abenteuertrip zu den Berggorillas ( Uganda 2023 ) war klar, dass der diesjährige Hauptziel im August diesmal in Europa liegen sollte. Wir, das sind zunächst Harald (Schreiberling) und Simone (beste Ehefrau von allen).

Bei der Auswahl des Reiseziels strebten wir eine ausgewogene Mischung aus Küste (aber nicht unbedingt Strand), Gebirge und Städten an. Es sollte außerdem in den Süden gehen, aber nicht zu heiß werden, was ja an sich ein Widerspruch ist. Aber schließlich fanden wir mit Nordspanien eine Region, die unseren Vorstellungen entsprach.

Da ich jedes Jahr eine kleine mehrtägige Streckenwanderung unternehme und dies mit der Reise verbinden wollte, bot sich der nördliche Jakobsweg, der Camino del Norte bzw. der teilweise parallel verlaufende GR 121 an, die beide in Hondarribia an der französisch-spanischen Grenze gelegen beginnen. Somit war klar, dass wir im Baskenland starten und uns von da an weiter westwärts bewegen würden.

Außerdem planten wir so, dass unsere Töchter Amelie (19 Jahre) und Leonie (21 Jahre) bei Lust, Zeit und Laune uns ganz oder zeitweise begleiten konnten. Amelie hatte das Prinzip der „Töchter-Zubuchertour“ gleich erfasst und meinte bei Vorstellung unsere Reisepläne nur: „Spanien? Da bin ich dabei!“, Leonie, die mehr Verpflichtungen hatte, entschloss sich kurzfristig zum zweiten Teil nachzukommen.

Nach diversen Stornierungen, Flugplanänderungen und Pseudo-Mietwagenbuchungen entstand dann folgende Tour:

31.07. – 04.08. : Flug nach Bilbao und Wanderung auf dem Camino del Norte bzw. GR 121 (nur Harald)

05.08. – 10.08. : Ferienwohnung in Bustaria an der baskischen Küste (die wir niemals betreten würden - kleiner Spoiler (Harald, Simone und Amelie)

10.08. – 11.08.: Bilbao (Harald, Simone und Amelie)

11.08.- 17.08. : Ferienwohnung in Noriega, mittig zwischen Santander und Oviedo am Südrand der Picos de Europa gelegen (Harald, Simone, Leonie und Amelie)

17.08.- 19.08.: Ausklang in einer Ferienwohnung bei Santander (Harald, Simone, Leonie und Amelie)

Wer Lust hat, kann uns gerne hier auf unserer Reise begleiten. Wie immer gibt es keine Insta-tauglichen Selfies und auch keine Food-Pictures, dafür aber auch wie immer viele schöne und auch überraschende Eindrücke aus einer vielseitigen Gegend:

Collage 1.jpg

Viele Grüße
Harald
 

Montana

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Ich bin auf jeden Fall dabei, da ich eine eingeheiratete Familie in Gijón habe und mittlerweile mehr Zeit in Santander wohne als in Deutschland...

Bin total gespannt, weil ich sicherlich einige Ecken noch selbst gar nicht kenne, obwohl man fast nur hier ist. Neue Ideen kann man immer gebrauchen.

Vamos 🇪🇸
 
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siha

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Ich bin auf jeden Fall dabei, da ich eine eingeheiratete Familie in Gijón habe und mittlerweile mehr Zeit in Santander wohne als in Deutschland...

Bin total gespannt, weil ich sicherlich einige Ecken noch selbst gar nicht kenne, obwohl man fast nur hier ist. Neue Ideen kann man immer gebrauchen.

Vamos 🇪🇸
Schön, dass du mit dabei bist. Es würde mich freuen, wenn du dem Reisebericht noch ein paar neuen Sachen abgewinnen könntest.

Und ja, wir starten!
 
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siha

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Anreise ins Baskenland

Heute morgen geht es mit dem Zug zum Flughafen Frankfurt, wo um 11.10 Uhr der Flieger nach Bilbao abheben wird. Simone bricht mich zeitig zum Bahnhof. Ich fahre sicherheitshalber zwei Züge vorher als eigentlich notwendig, aber bei dieser Bahn heutzutage – ihr wisst schon.

Dabei habe ich nur meinen geliebten 40-l-Wanderrucksack, der nicht einmal voll ist. Da ich ihn die nächsten Tage selbst durch die Gegend tragen werde, war es das oberste Gebot, soweit wie möglich Gewicht zu reduzieren.

Meine Ausstattung besteht insgesamt aus:
1 Paar Crosstrailschuhe mit denen ich hiken werden
1 lange Wanderhose mit Zip-Beinen
1 Soft-Shell-Jacke
1 kurze Wanderhose, Regenjacke und Regenkilt,
3 Shirts (von denen eines als Schlafanzug dient), Badeschlappen, Unterwäsche, 1 Handtuch, Hygieneartikel im Zip-Beutel inklusive Sonnencreme und Handwaschmittel, Klopapier
E-Reader, Handy, Powerbank, Ladekabel
2 leere Plastikflaschen

Zur Stärkung unterwegs nehme ich noch insgesamt 6 Proteinriegel und 2 Päckchen Gummibärchen (ohne die geht es auf Wanderungen bei mir nicht) mit.
Mein Rucksack wiegt damit ca. 4 kg. Dazu rechne ich noch mit 3 Litern Wasser pro Tag.
Damit werde ich locker über die Wanderung kommen; meine restlichen Klamotten, die ich für den Urlaub danach noch brauche, wird mir Simone mitbringen.

Mit nur 10 Minuten Verspätung komme ich am Flughafen an, es ist ausreichend Zeit für ein kleines Frühstück. Auch an den Sicherheitskontrollen ist nix los, alles läuft wie am Schnürchen. Nach den Kontrollen fülle ich die Flaschen an einer Trinkwasserstation auf. Normalerweise sollte ich mir Wasser kaufen können, aber man weiß ja nie.

Beim Flug bekomme ich schon einen ersten Eindruck vom Baskenland:

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Ganz schön hügelig, denke ich mir. Da werde ich die nächsten Tage also durchlaufen.
Der Flieger landet pünktlich auf den überschaubaren Flughafen in Bilbao. Rechts in der Ankunftshalle sind gleich die Schalter für die Flughafenbusse. Ich ziehe ein Ticket für den Bus nach San Sebastian, der auch schon 5 Minuten später abfährt. Nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt wechsle ich in Sebastian auf den öffentlichen Bus nach Hondarribia, meiner ersten Übernachtungsstation.

Dort checke ich im Hotel Rio Biodasoa ein. Mein Zimmer:

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Ich ruhe mich kurz aus, dann erkunde ich das kleine Städtchen. Das nette Örtchen, das an der Flussmündung des Biodosa besteht im Kernbereich aus dem Viertel La Marina auf Meereshöhe und einem mittelalterlichen Stadtkern auf einem Hügel. Bekannt ist es vor allem wegen seiner bunten Häuser. Ich lasse mich gemütlich durch die Straßen treiben und hole mir zwischendrin einen Imbiss.

Zuerst laufe ich ein bisschen an der Flussmündung entlang und werfe einen Blick nach Frankreich, den auf der anderen Seite befindet sich Hendaye, France.

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Anschließend steige ich durch malerischen Gassen zur mittelalterlichen Altstadt hoch. Hier gibt es auch einige historische Gebäude, für die ich aber gerade keinen Sinn habe und die auch schwer vernünftig aufs Bild zu bringen sind.

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Besonders schön ist der Plaza de Armas.

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Ein letzter Blick auf die Stadt…

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Da morgen ein ziemlich heftiger Wandertag ansteht und ich möglichst früh los will, verzichte auf das Frühstück im Hotel. Stattdessen will ich mir in einem der Supermärkte was holen und im Zimmer frühstücken. Aber egal wo ich auch hingehe, alle Lebensmittelläden sind dicht. So ein Mist, denke ich mir. Ich nehme in einem der Cafés zwei süße Teilchen mit. Das ist zwar keine tolle Grundlage für den 34 km-Hike morgen, aber besser als nix. Zum Glück hatte ich mir wenigstens die Wasserflaschen am Flughafen gefüllt, so dass ich am nächsten Morgen wie vorgesehen Richtung San Sebastian starten kann.
Zurück im Hotel gönne ich mir noch einen Gin Tonic ehe es frühzeitig in die Heia geht. Ich bin gespannt wie die Wanderung wird, vor allem da ich zum ersten Mal eine solche Tour alleine mache.

Viele Grüße
Harald
 

Texelrita

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Superspannend Harald, da bin ich natürlich wieder dabei, denn über den Jakobsweg habe ich tatsächlich auch schon mehrfach nachgedacht, von daher bin ich gespannt was du vom Teilstück berichtest.
 

Cawu

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Oh wie schön, du schreibst wieder einen Reisebericht. :stareyes: Ich wollte schon fragen, habe mich aber nicht getraut :D
Da komme ich natürlich mit und freue mich auf Deine/Eure Erlebnisse.

Hondarribia sieht sehr hübsch aus, diese Fachwerkhäuser im Baskenland haben mich letztes Jahr auf der Durchreise sehr begeistert. Sehr hübsch anzuschauen, auch in Farbe. 34 Kilometer am ersten Wandertag - guter Einstieg :lacry:.
 
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siha

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Superspannend Harald, da bin ich natürlich wieder dabei, denn über den Jakobsweg habe ich tatsächlich auch schon mehrfach nachgedacht, von daher bin ich gespannt was du vom Teilstück berichtest.
Hallo Rita,
schön, dass du wieder mit dabei bist! Ich hoffe, deiner Erwartungen erfüllen sich :)

Es wird sicherlich nicht ganz so spektakulär wie die Reise zu den Beggorillas. Dafür nehme ich dich mit in eine Region Spanien, die eher untypisch spanisch wirkt, noch nicht so überlaufen und daher vielleicht umso interessanter ist.
 
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siha

siha

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Oh wie schön, du schreibst wieder einen Reisebericht. :stareyes: Ich wollte schon fragen, habe mich aber nicht getraut :D
Da komme ich natürlich mit und freue mich auf Deine/Eure Erlebnisse.

Hondarribia sieht sehr hübsch aus, diese Fachwerkhäuser im Baskenland haben mich letztes Jahr auf der Durchreise sehr begeistert. Sehr hübsch anzuschauen, auch in Farbe. 34 Kilometer am ersten Wandertag - guter Einstieg :lacry:.

Hallo Carmen,
schön, dass du den neuen Reisebericht schon entdeckst hast :giggle:
Ist doch klar, dass ich dich reiseberichtsmaßig nicht auf dem Trockenen sitzen lasse, da musst du auch nicht lange fragen
;)

Hondarribia fand ich auch sehr schön. Sympathisch, lockere Atmosphäre, aber noch nicht so übermäßig touristisch - so wie ich Städte im Urlaub gerne mag.

Die 34 km waren für den Auftakt schon heftig, aber von nix kommt nix und manchmal muss man leiden :LOL:
 

Montana

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, noch nicht so überlaufen und daher vielleicht umso interessanter ist.
Leider schon eine deutliche Tendenz zu spüren, sagen wir mal im Vergleich zu vor 5 Jahren. Die Region hat innerhalb Spaniens immens an Popularität gewonnen und der Tourismus hat sehr kräftig angezogen, vor allem der Nationale. An vielen Orten schneller als die Infrastruktur es verkraften kann.
Ich wohne in einem Ort mit 2.500 Einwohnern. Im August waren es 80.000. Kein Scherz. Im Winter ein Dorf, im Sommer eine Stadt.
Immer weniger wollen bei den Temperaturen in den spanischen Süden, verständlich bei 40 Grad plus in Málaga oder Sevilla.
Wenn das mit dem Extremwetter so weitergeht, dann ist auch ist auch weiterhin mit diesen Tourismusmengen zu rechnen.
Wer die Region so wie ihr in ihrer schönen Form noch sehen möchte, sollte sich beeilen oder außerhalb der Saison kommen. In jedem Fall eine Reise wert.
 
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siha

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Ja, das ist leider so.
Dennoch kam mir die Region nicht so massentouristisch vor, wenngleich es an den Hot Spots natürlich schon voll war. Besonderns fielen uns die vielen Reisemobile auf.
Wir versuchen normalerweise der großen Hitze und den großen Menschenmassen zu entgehen, waren in diesem Jahr jedoch auf den August festgelegt. Deshalb war der grüne, kühlere Norden Spaniens für uns eine gute Wahl.
Aber natürlich denken auch andere so, und es ist stark damit zu rechnen, dass sich die Reisepräferenz der Leute auch weiter in dieser Richtung verschieben. Wir jedenfalls tendieren bei zukünftigen Sommerurlauben eindeutung gen Norden.
Und ich kann dir hundert Pro zustimmen, die Region mit ihrer Vielfalt ist eine Reise wert.
 
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siha

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01. August: Pilgern oder Wandern? – Von Hondarribia nach San Sebastian

Pilgern oder wandern – vor dieser Entscheidung stehen ich nach dem Aufwachen. Von Hondarribia zum heutigen Tagesziel San Sebastian führen zwei Wege – einmal der Camino del Norte, der etwas weiter im Landesinneren verläuft und öfter mal kleine Kapellen tangiert oder der GR 121, der meist direkter an der Küste entlang führt. In Zahlen ausgedrückt heißt die Entscheidung 26 km, 660 Höhenmeter in etwa 7 h pilgern oder insgesamt 34 km, ca. 1000 Höhenmeter in ca. 9,5 h wandern.

Trotz meines kargen Frühstücks bestehend aus 2 süßen Teilchen und 2 Tassen Kaffee entscheide ich mich für die sportliche Variante. Um 7.00 Uhr breche ich auf. Zuerst muss ich 3 km der Strandpromenade bis zum Ausgangspunkt laufen.

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Am Ende der Bebauungen muss ich einen Hügel hoch, von dem sich nochmal ein schöner Blick zurück auf den Strand und die Flussmündung ergibt.

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Wenig später erreiche ich die Küste. Leider ist es bewölkt und die Idealvorstellung einer Wanderung dem Meer entlang im Licht der aufgehenden Sonne erfüllt sich nicht.
Trotzdem genieße ich die Ruhe und die Ausblicke. Die schwirrenden Gedanken im Kopf legen sich und ich fühle mich bald eins mit der Landschaft und dem Weg. Hin und wieder begegnen mir Spaziergänger mit Hunden oder Crossläufer, aber im Grunde bleibt es einsam.

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Einige Kilometer geht es so, dann führt der Weg von der Küste weg auf einen Hügelkamm. Ich komme durch einige Kuhweiden und habe ein etwas mulmiges Gefühl dabei. Nicht der Rinder wegen, sondern ob es Hütehunde gibt. Bei einer Wanderung mit meiner Familie mit damals noch kleinen Kindern wurden wir in Portugal von Hunden überrascht, die sich uns aggressiv in den Weg stellten. Wir hatten allergrößte Angst um unsere Mädchen und seitdem habe ich allergrößten Respekt vor diesen Tieren. Zum Glück bleibt meine Sorge unbegründet.

Die höchste Erhebung ist der Jaizkibel mit 547 m. Von dort hat man eine tolle Aussicht. Hätte ich bestimmt auch gedacht, wenn ich den Berg überhaupt gesehen hätte. Aber oben auf dem Hügelkamm liegt alles in dichten Dunst, und so macht es natürlich keinen Sinn den Gipfel zu besteigen.
Schade, aber so komme ich andererseits gut voran. Die nächsten Kilometer verlaufen ereignislos, ich laufe und laufe und erreiche so nach 5,5 h statt der angegebenen 6,5 h die erste und einzige Zwischenstation Pasaia. Wie auch Hondarribia liegt der Ort an einer Flussmündung. Für kleines Geld kann man mit einer kleinen Personenfähre zur anderen Seite wechseln und dort die Wanderung fortsetzen.

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Während ich auf die Fähre warte, entdecke ich auf der anderen Seite ein Café mit freien Außenplätzen, doch bis ich drüben bin, ist alles besetzt und so laufe ich weiter. Schnell geht es wieder nach oben, anfangs noch mit Blick auf die Küste.

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Der Rest des Weges führt mich weitgehend durch bewaldetes Gebiet und nach 8 h mit nur kurzen Pausen erreiche ich San Sebastian. Die Stadt liegt an einer schönen Bucht eingebettet zwischen zwei Hügeln. Über den östlichen, den Urgull, erreiche ich das Stadtgebiet. Hier gibt es bestimmt auch schöne Aussichtspunkte, aber ich bin schlichtweg zu kaputt und möchte erst in die Pension, die zum Glück auf dieser Seite des Ortes liegt. Ursprünglich hatte ich eine Unterkunft auf der anderen Seite gebucht, was nochmal 3 km mehr Fußmarsch bedeutet hätte, aber jetzt bin ich heilfroh, dass ich mich nochmal anders entschieden hatte.

Die Pension Ab Domini liegt mitten in der Altstadt. Die Zugangscodes für das alte Stadthaus, für die Wohnung und für mein Zimmer hatte ich bereits vorab erhalten. Die Wohnung liegt im zweiten Stock und es gibt einen Aufzug. Sehr verführerisch nach so einem langen Ritt. Eigentlich. Aber uneigentlich wirkt das Gefährt sehr klapprig und nicht sehr vertrauenserweckend. Als nehme ich meine Kräfte zusammen und stiefele auch noch die engen Stiegen hoch. Oben falle ich auf das Bett, schaffe es noch in Dusche und auch wieder heraus und falle wieder aufs Bett. Am liebsten will ich nie mehr aufstehen - nie nie mehr! - aber nach nur einem Riegel und einigen Gummibärchen über den ganzen Tag gesehen, siegt dann doch der Hunger. Außerdem muss ich mir noch Sachen für das Frühstück und Wasser für den nächsten Tag besorgen.

Also gehe ich zuerst zum nächsten Supermarkt um mich einzudecken. Das ist in diesem Fall tatsächlich ein Lidl, wo ich mir zwei deftig gefüllte Teigtaschen und 3 l Wasser kaufe. Schnell bringe ich die Sachen zurück ins Zimmer und suche mir was zum Abendessen.

Essen und San Sebastian, das passt gut zusammen. Die Stadt hat weltweit die mit höchste Dichte an Sterne-Restaurants. Das sind doch gute Aussichten - aber nicht wenn man einen Power-Hike wie den heutigen in den Beinen hat. Mich gelüstet es schlicht und einfach nach Kalorien. Und nach Zucker.

Die Auswahl an Gaststätten ist riesig, aber meine Wahl fällt schnell auf „The Good Burger“, eine Kette, die hochwertige oder zumindest bessere Burger anbietet, aber wie ein Fast-Food-Restaurant organisiert ist. Es gibt eine gute Auswahl unterschiedlichster Kreationen. Ich entscheide mich für einen BBQ-Burger mit vielen Zwiebeln. Zusammen mit den supercrossen- offensichtlich doppelt fritierten Pommes ergibt das eine leckere Kombi, die ich am liebsten in einem Happs verschlingen möchte. Dazu bediene ich mich großzügig am Refill-Cola, wen wundert’s?

Anschließend laufe ich noch etwas durch die Stadt. Total müde und vollkommen ziellos schlappe ich einem Boulevard entlang …

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… werfe einen Blick auf den Strand …

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… das Rathaus …

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Schön anzuschauen, aber leider eingebaut, ist die Barockkirche Santa Maria del Coro.

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Zum Schluss, ganz in der Nähe der Pension, komme ich noch an einer Kirche vorbei, deren Name ich vergessen habe.

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Zurück in der Pension entschließe ich mich doch den Aufzug zu nehmen. Ich rufe den Aufzug- das Ding kommt runter - ich steige ein - das Ding rumpelt hoch - hält – und es tut sich nichts mehr. Die Tür geht nicht auf - ich drücke auf alle Knöpfe, die nach Türöffner aussehen, aber genauso gut hätte ich in ein Vakuum greifen können – nichts tut sich.

Super, denke ich mir. Ich kann ja mal ein anderes Stockwerk probieren – eine Treppe zu Fuß schaffe ich noch. Also wähle ich den ersten Stock - das Ding rumpelt los - hält – und es tut sich nichts mehr. Die Tür geht nicht auf - ich drücke wieder auf alle Knöpfe, die nach Türöffner aussehen, aber genauso gut hätte ich in ein Vakuum greifen können – nichts tut sich.

Jetzt werde ich doch unruhig. Das hat mir nach heute gerade noch gefehlt. Nächstes Stockwerk- nächster Versuch.

Ich wähle das Erdgeschoss - das Ding rumpelt los - hält – und es tut sich was. Die Tür geht tatsächlich automatisch auf. Puh!

Ich quäle mich ein letztes Mal die Treppen hoch und 5 Minuten später schlafe ich wie ein Stein.

Harald
 

Cawu

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Was für ein Ritt für den ersten Tag - Respekt! Aber eine wunderschöne Wanderung an der Küste entlang - Toll!
Also über Kuhweiden gehe ich auch äußerst ungern, bleibt beim Wandern aber oft nicht aus. Die Viecher können nähmlich ganz schön aggressiv werden.
Die Geschichte mit dem Aufzug ist mein Albtraum.
 

Jessismama

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Hallo Harald,

ich habe deinen RB auch gerade entdeckt und bin begeistert. Vielen lieben Dank! Freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung.

LG Nicola
 

nicky69

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Hallo Harald,
auch von mir (y) für Deinen RB. Mal was ganz anderes...lese begeistert mit und kann mich den Ausführungen von Cawu nur anschließen...;)

LG Nicole
 
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siha

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Hallo Harald,

ich habe deinen RB auch gerade entdeckt und bin begeistert. Vielen lieben Dank! Freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung.

LG Nicola

Hallo, Nicola,
schön, dass du uns begleitest. :giggle: ... ich schaffe es hoffentlich, die Begeisterung aufrecht zu erhalten ...

Hallo Harald,
auch von mir (y) für Deinen RB. Mal was ganz anderes...lese begeistert mit und kann mich den Ausführungen von Cawu nur anschließen...;)

LG Nicole
Hallo Nicole,
auch für dich einherzliches Willkommen hier im Reisebericht.. Schön, dass du uns zu einem noch nicht so überlaufenem Reiseziel begleitest.

Was für ein Ritt für den ersten Tag - Respekt! Aber eine wunderschöne Wanderung an der Küste entlang - Toll!
Also über Kuhweiden gehe ich auch äußerst ungern, bleibt beim Wandern aber oft nicht aus. Die Viecher können nähmlich ganz schön aggressiv werden.
Die Geschichte mit dem Aufzug ist mein Albtraum.
Für einen Einstieg war die Strecke fast zu heftig, aber letzlich gibt das Übernachtungsangebot die Tagesstrecke vor, und dieser Küstenabschnitt war nur sehr wenig besiedelt.
Kühe sahen wir auf den Wanderungen fast ständig, aber die waren alle zum Glück ganz gechillt.
Die Geschichte mit dem Aufzug hätte in einem Albtraum enden können ... keine Ahnung was da los war. Ich glaube, dass er sich nur an der jeweiligen Endstation, also ganz unten und ganz oben automatisch öffnete. Aber dann verstehe ich nicht, warum der noch in Betrieb. Egal, es ging ja am Ende gut aus
 
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siha

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02. August: Entspanntes Hiken von San Sebastian nach Orio

Um 8.00 Uhr breche ich auf. Heute steht eine entspannte Etappe von San Sebastian nach Orio an. Die 17 km sollte ich in etwa 4,5 h schaffen, ehe es morgen wieder deutlich anstrengender wird. Gegen 8.00 Uhrt starte ich. Die Straßen der Stadt sind noch leer, nur Reinigungsdienste sind zu sehen. Ich finde noch schnell 2 Geocache, dann geht es auch schon der schönen Bucht entlang westwärts. Wegen seiner Muschelform wird der Strand auch sehr treffend Playa del Concha genannt.
Hier sieht man noch einmal die Bucht mit den beiden Hügeln, rechts der Monte Urgull, rechts der Monte Igueldo, eingerahmt wird.

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Über den Monte Igueldo verlasse ich die Stadt. Auf eine Besichtigung habe ich absichtlich verzichtet, denn ich treffe mich nach der Wanderung mit meiner Familie und wir werden dann sicher nochmals nach San Sebastian fahren.

Am Stadtausgang und auf dem weiteren Weg treffe ich erstmals auf Pilger, die den Camino del Norte laufen. Es gibt ein bisschen Small Talk, aber das genügt mir auch, denn meine Motivation hier zu laufen ist nicht spiritueller sondern sportlicher Natur.

Was mir mehr Sorgen macht, ist der Ladezustand meines Smartphones. Ich meine, ich hätte es gestern noch drangehängt, aber so fertig wie ich gestern war, bin ich mir gar nicht sicher. Natürlich habe ich eine Powerbank mit, aber trotzdem muss ich das beobachten.

Leider ist das Wetter noch schlechter als gestern. Es ist stark bewölkt und trübe, hin und wieder gibt es ein paar Regentropfen und nur selten einen schönen Ausblick.

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Meistens geht es durch Wald und während ich so durch die Vegetation marschiere, verstehe ich gleich, warum dieser Küstenabschnitt auch „Costa Verde“ genannt wird.

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Irgendwann komme ich auch an diesem motivierenden Schild für alle Jakobsweg-Pilger vorbei. Warum bin ich wohl froh, dass ich nicht den ganzen Weg laufe?

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Am späten Vormittag rumpelt es, jetzt zieht auch noch ein Gewitter auf. Ich überlege was ich tun soll. Aber nachdem das Donnergrollen hinter mir, die Wolken ostwärts ziehen und ich nach Westen laufe, wird es wohl mich nicht erwischen. Also laufe ich.
Vor Orio wird das Gelände offener, und die ersten Häuser kommen in Sicht. Auch an einer Ermita komme ich vorbei.

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Es ist noch nicht einmal 13.00 Uhr und ich bin schon am Ziel. Normalerweise wäre ich noch gut 5 km weiter in den nächsten Ort Zarautz gelaufen, aber dort hatte ich keine passende Unterkunft gefunden. So habe ich nach dieser Halbtageswanderung massig Zeit, bis ich um 15.00 Uhr einchecken kann.
Die Zeit verbringe ich in einem Café und schlendere ein bisschen herum. Nachmittags gibt’s es noch ein Mittagsschläfchen, ich kaufe noch Frühstück und Wasser für den nächsten Tag.
Abends möchte ich warm essen gehen, aber die meisten Lokale bieten keine warme Küche mehr, dafür gibt es Pintxos und Bier. Sehr lecker! Ein kleiner Abendspaziergang rundet das Programm ab.
Mein Handy hängt derweil am Ladekabel – daher auch keine Fotos – und als ich zurückkomme, hat es sich kaum weiter aufgeladen. Als ich genauer hinschaue, erkenne ich auch das Problem. Die Buchse am Ladestecker ist, woher auch immer, etwas ausgeschlagen, so dass es nur eine wackeligen Kontakt gibt.
Zum Glück komme ich morgen an Zarautz vorbei, in der größeren Stadt wird es wohl Ersatz geben. Für einen Blick auf die Wetterapp reicht es aber noch. Nach zwei Tagen Trübsal ist für morgen Sonne angesagt – perfekt, denn morgen steht die Königsetappe mit den schönsten Ausblicken an. Und auf die darf man sich freuen!
 
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siha

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03. August: Die Königsetappe: Teil 1 - von Orio nach Deba

Heute steht der landschaftliche Höhepunkt der Wandertour mit den schönsten Ausblicken an. Das Wetter spielt auch mit. Herrlicher Sonnenschein würde heute mein Begleiter sein. Die Strecke soll von Orio über das Seebad Zarautz und Zumaia bis nach Deba und noch ein paar Kilometer weiter bis zu meiner Unterkunft. In Zahlen ausgedrückt: ca. 32 km, 10 h und mehr als 1000 Höhenmeter – und das fast ausschließlich der Küste entlang – darunter der nicht nur in meinen Augen schönste Abschnitt, den die baskische Küste zu bieten hat.

Blöd nur, dass ich vorher das Problem mit dem Ladekabel lösen muss. In Zarautz gibt es einen großen Eroski-Supermarkt, da sollte ich fündig werden. Zu Fuß würde der Abstecher weitere Zeit kosten, daher entschließe ich mich, das erste Stück mit dem Bus zu fahren. Damit reduziert sich die Strecke um 5,5 km – der Rest sollte doch dann ein Spaziergang sein, oder?

Zum Glück sind die Öffis in diesem Teil Spanien super ausgebaut, so dass kurz nach halb neun mit dem Bus für wenig Geld nach Zarautz fahre. Pünktlich zur Öffnungszeit erreiche ich den Supermarkt und zehn Minuten später bin ich schon unterwegs.

Am Ende der Stadt geht es wieder einen Höhenzug hoch und endlich, endlich ist die Sonne mein Freund. Schon bald kommt Getaria in mein Blickfeld einer der schönsten Küstenorte der Region. Es wäre auch möglich unten am Meer dorthin zu laufen oder einen Abstecher vom Wanderweg zu machen , aber die Zusatzkilometer sind heute nicht drin. Aber ich werde ebenso wie nach San Sebastian nochmal mit der Familie hinfahren.
Es ist so schön, so belohnend!

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Aber auch der Blick landeinwärts auf die saftig grünen Weinberge und Hügel ist toll.

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Hier noch ein paar Eindrücke von irgendwo des Weges ….

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Gegen Mittag fällt dann Zumaia in meinen Blick…

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Ich laufe in die Stadt ein, unter einer Baumallee gönne ich mir eine Mittagspause ehe ich den schönsten Streckenabschnitt von Zumaia nach Deba in Angriff nehme.

Ich folge der Ausschilderung des Jakobsweg, die mich steil bergauf zu einer Kapelle führen. Von dort werfe ich einen Blick Richtung Meer, und sehr dort viele Menschen zu einem Aussichtspunkt laufen. Jetzt merke ich, dass ich versehentlich den GR 121 verlassen habe, also nichts wie hin!
 
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03. August: Die Königsetappe: Teil 2 – Flysch!

10 Minuten später erreiche ich eine kleine Kapelle San Telmo, von der man schon eine erste tolle Aussicht auf den Strand und die Küste hat.

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Über diesen Hügelkamm geht es weiter zu einem weiteren Aussichtspunkt.

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Eine beeindruckende Klippenlandschaft breitet sich vor meinen Augen an, ohne Worte ! :love:

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Charakteristisch sind die Flysch-Formationen, die geologische Hauptattraktion der baskischen Küste. Es handelt sich um ein geologisches Phänomen, aus eine Abfolge beeindruckender Klippen aus Flysch besteht. Die verschiedenen Schichten entstanden durch verschiedene marine Ablagerungen, die sich hier sowohl in den Steilwänden aber stellenweise auch als scharfkantige Platten am Boden finden lassen. Für Geologen ist das ein Paradies, um Erdgeschichte zu lesen. Aber auch für Wanderer, denn von hier aus führt der Weg dann 13 km durch den Geopark Costa Vasca und bietet immer wieder tolle Aussichten oder Zugänge zum Meer.

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Der Pfad führt erst durch eine Senke und zieht sich dann den Hang entlang …

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... führt dann etwas ins Innere, wo einzelnen Gehöfte samt zugehörigen Vieh stehen

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Etwa auf Hälfte der Strecke befindet sich ein Kiosk. Hier gönne mir eine eiskalte Cola – und selten hat mit die Zuckerbrause besser geschmeckt als jetzt. Die Wanderung ist wunderschön, aufgrund der strahlenden Sonne und der ständigen kleinen Auf- und Abstiege auch anstrengend.
Einen Proteinriegel und wenige Minuten später bin ich wieder on tour.

An einer Stelle führt der Weg direkt hinunter zum Flyschgestein.

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Hier bestünde die Möglichkeit am Meer entlang durch die Formationen zu laufen und an später wieder zum regulären Pfad aufzusteigen, aber auch das ist heute nicht drin.

Immer wieder gibt es schöne Ausblicke:

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Schließlich führt der Weg hoch zu einer kleinen Kapelle und verlässt dort die unmittelbare Küstennähe und der Abstieg nach Deba beginnt.

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Morgen ist Sonntag, und weil sonntags hier die Lebensmittelgeschäfte konsequent geschlossen haben und mein Weg morgen nicht durch Ortschaften führt, muss ich mich mit ausreichend Wasser versorgen. Außerdem benötige ich für den übernächsten Morgen auch noch das Frühstück. In einem Eroski kaufe ich 4 Liter Wasser, sowie abgepackte Donuts und Brötchen. Mit dem zusätzlichen Gewicht auf dem Rücken laufe ich noch die nächsten eineinviertel Stunden hoch zu meiner nächsten Unterkunft, dem Landgasthof Pikua Landetxea, der mit Aussicht auf das Meer direkt am Jakobsweg liegt. Noch vor der Dusche gönne ich mir ein erstes Getränk.

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Zum Abendessen gibt es Entenbrust mit einer riesigen Portion Pommes. Das Essen ist schmackhaft, aber leider gibt es keine Soße, so dass ich zwangsläufig mit zwei Bieren spülen muss.

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Am Abend falle ich todmüde und so zufrieden ins Bett. Was für ein Tag, was für eine toller Wandertag!

Viele Grüße
Harald
 
OP
siha

siha

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04. August: Durch das grüne Baskenland von Deba nach Ziortza-Bolibar

Der Tag heute startet geruhsam. Heute ist der einzige Tag, an dem ich an der Unterkunft ein Frühstück habe. Das Angebot ist ausreichend: es gibt u.a. verschiedene Marmeladen Schinken, Chorizo, Käse, dazu Baguette, Toast, Kuchen, Obst und kleine Croissants, die ich zur Abrundung des Frühstücks so mag. Es gibt aber eben auch die vierköpfige Reisegruppe und ehe ich mich umgesehen habe, sind auch schon alle Croissants weg. Als wenig später nachgefüllt wird, steht die Gruppe auch schon auf und räumt die Croissants erneut ab. Aber diesmal bin ich vorbereitet, und ich kriege immerhin das letzte zu fassen. Obwohl ich satt bin, esse ich noch ein Stück Kuchen und eine Banane als Grundlage für den Wandertag, der mich über knapp 24 km ans Tagesziel bringen soll.

Das Wetter verspricht perfektes Wanderwetter.
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Da der Landgasthof direkt am Jakobsweg liegt, sind bereits einige Pilger auf dem Weg.
Nach wenigen Kilometern werfe ich einen letzten Blick zurück zum Meer, ehe die Strecke endgültig ins Landesinnere führt. Der Weg führt unaufgeregt und ohne große Höhepunkte überwiegend durch hügelige Waldstücke und durch eine dichte grüne Vegetation, die man in Spanien im Sommer nicht so vermuten würde.

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Gegen Mittag erreiche ich den einzigen Ort Markina-Xemein und dort gleich am Ortseingang die Ermita de San Miguel.

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Die Tür ist offen und ich werfe ein Blick hinein. Die Szene soll wohl eine Grotte nachbilden, auf mich wirkt es aber bloß kitschig.

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Am Marktplatz gönne ich mir ausnahmsweise eine längere Rast mit Kaffee, Cola und Pintxos, ehe mich auf das letzte Wegstück nach Ziortza-Bolibar aufmache, das ich am frühen Nachmittag erreichen.
An dem kleinen Hauptplatz fällt die hübsche Dorfkirche ins Auge.

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Von dort sind auch nur wenige Schritte zu meiner Unterkunft der Albergue Usandi. Das nur zimmerbreite Gebäude sticht ins Auge.

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Die kleine Herberge hat nur 4 oder 5 Zimmer und eine Art Esszimmer mit Küche, wo man sich selbst Mahlzeiten zubereiten kann. Ich gehe aber lieber in die einzige Gaststätte des Ortes und frage nach der Speisekarte. Die Servicekraft zeigt hinter sich auf die Wand und da steht dann auch das Angebot. Da ich nur Hamburguase verstehe, gibt es halt heute Hamburger.
Wie immer auf der Wanderung gehe ich früh zu Bett. Morgen um 13.25 Uhr kommen Simone und Amelie am Flughafen Bilbao an, wo ich sie abholen will. Ich habe zwei Optionen:
Ich laufe gut 2 km zurück zur nächsten Bushaltestelle und fahre von dort über Bilbao zum Airport. Oder ich laufe die nächste Etappe, gut 20 km bis nach Gernika. Das sollte ich in 5 Stunden schaffen können. Dort müsste ich aber spätestens um 11.30 Uhr sein, damit ich rechtzeitig die Busverbindung nach Bilbao schaffe. Selbst wenn ich schnell laufe, muss ich doch einen Puffer einbauen. Im Endeffekt bedeutet das Start um 5.30 Uhr in der Dunkelheit.
Schnell ist die Entscheidung klar, ich werde gleich Bus fahren.
Damit dürfte der Tag morgen entspannt werden; ich freue mich auf meine Familie und auf unsere Ferienwohnung. Aber manchmal wird der Tag am Ende dann doch nicht so entspannt, wie man glaubt.

Viele Grüße
Harald
 

Suse65

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Interessanter Bericht und sehr schöne Fotos aus einer Gegend, in die ich vermutlich nie kennenlernen werde.

Bezüglich des Cliffhangers tippe ich jetzt mal auf Fledermaus im Zimmer.
 
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