Kurztrip an die Ostküste – NJ, PA, MD, DE, NY

bacchus85

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Freitag, 11.10.2019 - Teil 3

Unsere letzte Etappe für heute erreichten wir dann in Orefield, Pennsylvania. Hier stand heute ein High School Football Spiel auf dem Plan, bei der der Bruder meiner Bekannten als Coach aktiv mit dabei war. Und wow, mir fehlen echt immer noch die Worte. Es war eine so unglaublich coole Erfahrung für mich!

Kleinstadt, Flutlicht und gefühlt der halbe Ort im Stadion. $5 Eintritt, Getränke für $1.50, gleich zwei Marching Bands, außerdem – da Homecoming Wochenende war – alle möglichen Schulclubs, die sich in der Halbzeitpause per Parade rund durch das Stadion präsentierten. Vor dem Spiel dann noch die Hymne und außerdem ein Medley aller Songs der Streitkräfte der USA, inkl. Ehrung einiger Aktiver bzw. Veteranen aus dem Ort. Da bekomme ich auch als Deutscher immer wieder Gänsehaut, wie toll die Amerikaner das inszenieren können.

Und alles in allem hat der ganze Abend einfach unglaublich viel Spaß gemacht und das Preis-Leistungs-Verhältnis war besser als bei jeder anderen US-Sportveranstaltung, die ich jemals besucht habe. Auch wenn das Spiel bereits vor der Halbzeit entschieden war...

Ich ging jedenfalls mit einem fetten Grinsen aus dem Stadion raus und schlief vermutlich auch mit ebendiesem ein. Einfach ein toller Urlaubstag, der die etwas stressige Anreise bereits am nächsten Tag komplett in den Schatten stellte.

So muss Urlaub sein! Go Trojans!

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bacchus85

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  • #22
Freitag, 11.10.2019 - Bonus

Das war der 11.10.2019... aber ich habe als Bonus noch ein paar Bilder, die ich mit meiner Kamera aufgenommen habe, und die ich erstmal bearbeiten musste, damit sie hier rein passen:

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Weiter geht es dann vermutlich erst am Donnerstag wieder mit dem nächsten (sehr gelungenen) Tag. Hier ging es nach Baltimore, witzigerweise - genauso wie in einem anderen Bericht, den ich hier heute erst entdeckt habe - ebenfalls mit einem Pausenstopp bei dem Rastplatz Biden Welcome Center in Delaware ;)

Gruß,

Peter
 

topefa

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Diese Achterbahnstraßen in den USA finde ich immer total faszinierend, insbesondere wenn man sie bis weit in den Horizont verfolgen kann. :-D

Das Städtchen Jim Thorpe ist ja fast wie ein künstliche Filmkulisse! (y) Vielen Dank für diese Wissenserweiterung! Es erinnert mich ein wenig an Galena in Illinois (war ich zwar noch nicht, aber sieht ähnlich aus :giggle:).

Dein Football-Spiel hört sich nach einem richtig guten Erlebnis an - American life pur. (y)
 

Reisezottel

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Super, jetzt habe ich auch mal eine Marching Band gesehen und gehört - Danke (y)

Im Hintergrund fahren Trucks, was hat es damit auf sich?
 

Inga

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wunderschöne Aufnahmen ! Und dass das Footballspiel ein Erlebnis war, glaube ich gerne. Da wäre ich auch gerne mal dabei !
 

bacchus85

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  • #27
Super, jetzt habe ich auch mal eine Marching Band gesehen und gehört - Danke (y)

Im Hintergrund fahren Trucks, was hat es damit auf sich?
Die Fahrzeuge im Hintergrund sind diese Parade, bei der sich die verschiedenen Clubs der Schule vorgestellt haben. Wenn ich es richtig verstanden habe, hat jeder Schulclub ein Fahrzeug, das selbst von den Schülern gestaltet werden konnte. So war z.B. der Ökologieclub standesgemäß zu Fuß unterwegs, der Schauspielclub hat die Fernsehserie "Friends" nachgespielt und die Homecoming Queens und Kings saßen auf ihrem Thron. Insgesamt dürften es so 15-20 Fahrzeuge gewesen sein, die während der Halbzeit eine Runde um das Stadion gefahren sind um sich so den Zuschauern zu präsentieren.
 

bacchus85

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Samstag, 12.10.2019

Nach dem grandiosen Tag gestern ging es heute nach dem Frühstück – bei bestem Reisewetter – weiter. Als Kontrastprogramm zu gestern stand heute etwas mehr Großstadt auf dem Plan, aber erstmal mussten wir aus der Gegend von Allentown/Philadelphia nach Baltimore kommen.

Wir fuhren früh los und kamen über den Interstate 95 gut voran. Wir legten nur eine kurze Kaffeepause am Biden Welcome Center in Delaware ein, hier deckte ich mich auch bei Starbucks mit einer Reihe der „been there“-Kaffeetassen ein, die es für die gesamte Region gab (Virginia bis New York). Ich hab mir aber nur die Tassen für Delaware, Maryland und New York mitgenommen, die anderen gefielen mir nicht so sehr. Außerdem sind die Dinger ja relativ sperrig und auch sauteuer, von daher haben die 3 absolut gereicht.

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Baltimore erreichten wir gegen 9 Uhr morgens. Wir fuhren allerdings nicht in die Innenstadt, sondern zum Fort McHenry. Das ist ein altes Militärfort, dass zur Verteidigung Baltimores gebaut und im Britisch-Amerikanischen Krieg vom Wasser aus bombardiert wurde. Die Bürger der Stadt Baltimore – darunter auch der Anwalt und Hobbydichter Francis Scott Key – beobachteten die Bombardierung, die die ganze Nacht über andauerte. Als dann früh morgens für die Beobachter unklar war, ob sich das Fort noch in amerikanischer Hand befand und in diesem Moment eine übergroße amerikanische Flagge gehisst wurde, war dieser Augenblick so ergreifend, dass Herr Key ein Gedicht darüber schrieb. Später wurde aus dem Gedicht ein Lied, welches sehr schnell populär wurde. Und noch später wurde aus diesem Lied die amerikanische Nationalhymne, dem „star-spangled banner“.

Das Fort – ein relativ kleines Gelände mit 6 Gebäuden und einigen Kanonenbatterien – wurde so zum Geburtsort der Nationalhymne und später zu einem "National Monument and Historic Shrine", bei dem Park Ranger heute die Geschichte mit sehr lebendigen und interessanten Vorträgen an die Besucher übermitteln. Weiterhin gibt es viele Ausstellungsstücke, Filme usw., die ich alle sehr spannend fand.

Das absolute Highlight, mit dem ich gar nicht gerechnet hätte war aber die Zeremonie gleich morgens um 10 Uhr, bei der die US-Flagge gehisst wird. Hier wurden alle Besucher eingeladen, gemeinsam mit den Rangern (natürlich in entsprechenden Uniformen aus dem Krieg) die Flagge zu entfalten und am Flaggenmast hochzuziehen.
Bei uns war eine Jugendgruppe mit dabei, die das alles nicht so prickelnd fand. Aber es waren auch noch viele andere Leute dabei – in allen möglichen Altersstufen und allen möglichen Hautfarben – die gemeinsam mit viel Elan mitgemacht haben. Und ich weiß nicht, ich wurde dabei irgendwie ziemlich emotional, weil es für mich so ein schönes Symbol dafür war, für was die USA eigentlich stehen. Ich bin ja noch nicht mal Amerikaner, aber es war echt ein schöner Moment – vielleicht auch weil die Rangerin das alles echt spitze vorgetragen bzw. vorbereitet hat.

Wir waren danach jedenfalls glücklich, plauderten noch etwas mit den Rangern und begaben uns dann auf unsere eigene Erkundungstour über das Gelände. Da das Areal wie gesagt aber nicht so groß ist, schafft man alles meiner Meinung nach locker in 2-3h.

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Fortsetzung folgt...
 

bacchus85

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Samstag, 12.10.2019 - Teil 2

Vom Fort McHenry aus ging es dann weiter in die Innenstadt von Baltimore. Hier haben wir geschaut, ob wir Spuren von Jimmy McNulty finden konnten und ja, Fans der TV-Serie „The Wire“ erkennen doch wirklich viele Orte wieder.

Angefangen haben wir am Federal Hill, einem gepflegten Wohngebiet mit Park, von dem aus man den gesamten Inner Harbor überblicken kann.

Hier genossen wir die Aussicht und das gute Wetter, bevor es für uns bergab ging (im wahrsten Sinne des Wortes). Unten am Wasser ging es dann für uns auf Elektro-Scootern weiter, die es hier praktisch an jeder Ecke gab.

Direkt am Inner Harbor hat es uns sehr gut gefallen. Hier waren viele Leute unterwegs, man konnte überall bummeln, essen usw., auch verschiedene Bootstouren werden angeboten. Man kann hier also echt gut einen sonnigen Samstagnachmittag verbringen.

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bacchus85

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Samstag, 12.10.2019 - Teil 3

Einige Straßenblocks vom Inner Harbor entfernt sah die Stadt allerdings deutlich anders aus. Ja, es war uns bewusst, dass Baltimore mehr Probleme hat als andere Großstädte. Auch der Slogan „Bodymore, Murderland“ (anstatt Baltimore, Maryland) war bekannt. Aber der hohe Grad der Armut und Obdachlosigkeit, den wir in der Stadt gesehen haben, hat uns dennoch überrascht, vielleicht auch weil es ein so krasser Kontrast zu unseren bisherigen Eindrücken der Stadt war. Es war, als würde man eine unsichtbare Grenze überschreiten, die Reich und Arm trennt.

Wir waren unterwegs zum Lexington Market - einer großen Markthalle - um dort etwas zu essen, als wir eine Szene entdeckten, die diesen Kontrast auf einen Schnappschuss komprimierte: Links, Theatervorstellung am Nachmittag, elegante Damen und Herren mit Abendkleid bzw. Smoking. Rechts – direkt auf der Straßenseite gegenüber – eine Gruppe Obdachloser, die in Müllcontainern herumkramten und irgendwas suchten. Das hat schon echt Eindruck bei mir hinterlassen und dieses Bild werde ich bis heute nicht los.

Den Lexington Market haben wir übrigens schlussendlich nicht besucht. Meiner Freundin war die Gegend einfach nicht geheuer, weshalb wir umdrehten und zurück zum Inner Harbor fuhren. Als Plan B googleten wir etwas herum und stießen auf Chap’s Pit Beef, eine lokale BBQ-Kette, die richtig sein soll. Wir stiegen also wieder in’s Auto und machten uns auf den Weg dorthin – erneut durch einige fies aussehenden Straßenzüge.

Auch das Restaurant lag in einer nicht besonders ansprechenden Gegend. Die Lage an der Hauptstraße, mit dem Stripclub nebenan und dem Erotik-Video-Shop gegenüber war nicht so wirklich prickelnd. Allerdings war der Laden gerammelt voll, unter anderem auch mit örtlichen Sanitätern, also musste es ja gut sein und ja, es war RICHTIG gut. Auf jeden Fall eine Empfehlung für alle „Fleischfresser“ wie mich. Einziges Manko: die Portionen waren viel zu groß, weshalb wir trotz größter Mühe nicht alles geschafft haben.

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Ein Hauch von Heimat, auch in Baltimore:

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Von da an war dann etwas die Luft raus für heute. Wir waren einfach pappsatt und müde und machten uns auf den Weg in’s Hotel in der Nähe des Flughafens. Unterwegs wurde noch getankt und wir haben einige Snacks für die nächsten Tage bei 7-11 besorgt. Das ist eigentlich eine simple Aufgabe, aber ich hab mich mal so richtig zum Horst gemacht, weil ich irgendwie mit dem Ellenbogen an einem Regal hängengeblieben bin und eine 2-Liter-Cola-Flasche „abgeräumt“ hab. Diese explodierte dann (natürlich!) auch und flutete gefühlt den halben Laden. Die Mitarbeiter waren zum Glück super drauf und nahmen das Ganze mit Humor. Ich musste noch nicht mal die Flasche bezahlen, obwohl ich es angeboten habe. Aber peinlich war mir das schon und mein Gesicht war wahrscheinlich noch bis tief in die Nacht knallrot.

Gut geschlafen habe ich aber dennoch, auch wenn mir die vielen verschiedenen Eindrücke, die an diesem Tag gesammelt wurden noch lange durch den Kopf schwirrten. Ich denke, das war auch irgendwie die Erkenntnis, dass das halt auch ein Teil der USA ist. Es ist eben nicht nur Naples Pier, 5th Avenue usw., sondern auch bittere Armut und Not. Ich habe daher versucht mich auf den kommenden Tag zu konzentrieren, hier sollte es von der Stadt wieder heraus in die Natur gehen.
 

bacchus85

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  • #32
Samstag, 12.10.2019 - Bonus

Und wie auch beim Vortag hier noch einige Bonusbilder, die entweder mit meiner Kamera oder von meiner Freundin aufgenommen wurden:

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Morgen geht es dann weiter, als nächstes steht dann Delaware auf dem Plan.
 

Manoli

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Baltimores Inner Harbour habe ich auch noch in guter Erinnerung, wir haben damals allerdings auf eine weitere Erkundung der Umgebung verzichtet.
Die Kontraste zwischen reich und arm fand ich dieses Jahr in Philly auch so bedrückend, und dabei waren wir nur in den touristischen Gegenden...
Die Colaflasche, ja, das hätte auch mir passieren können, und keinen aus meiner Familie hätte es verwundert! ;)
Danke für deinen interessanten Bericht!

LG
Manu
 

topefa

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Hallo Peter!

Vielen Dank für diesen ehrlichen Bericht aus Baltimore und Umgebung, eine für mich völlig neue Region.

Interessante Eindrücke - Schöne, wie die vom Inner Harbor oder dieses rote Leuchtturm-Haus auf Stelzen, aber auch Bedrückende, wie das aus der armen Wohngegend und die krasse Realität beim Theater. Ich verstehe nicht, dass so viele Reiche in den USA sich mit diesem Gegensatz tagtäglich abfinden und darüber hinwegblicken oder so tun, als sehen sie es nicht. :confused: Es war ja bisher schon bekannt, dass 2 Drittel aller Millionäre weltweit in den USA zu finden sind. Aber eine Schlagzeile neulich hat mich dann doch schockiert: laut dem aktuellen Global Wealth Report der Credit Suisse soll es in den USA 19 Mio (!) Millionäre geben, was bedeuten würde, dass jeder 17. Amerikaner Millionär wäre. o_O Verkehrte Welt...

Das Zeremoniell mit der US-Flagge hört sich beeindruckend an. Man wird automatisch in die Gründungsgeschichte der USA und den aus den Siegen resultierenden Stolz der neuen Nation hineinversetzt. Lustiges Bild mit dem Ranger/kostümierten Mitarbeiter des Forts. :-D

Nun freue ich mich auf wieder mehr Natur.

LG,
Topefa
 

bacchus85

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Sonntag, 13.10.2019

Unsere Nacht war relativ früh zu Ende. Ich weiß gar nicht wieso, wir hatten trotz Lage am Flughafen null Fluglärm und die Betten waren super gemütlich. Irgendwie waren wir aber trotzdem sehr früh wach, so kurz nach 5.

Der Vorteil des Flughafenhotels war, dass es aufgrund der vielen Fluggäste und Crews, die hier übernachteten das Frühstück bereits am 4:30 Uhr gibt. So konnten wir – trotz unmenschlicher Uhrzeit – früh frühstücken und dann noch in kompletter Dunkelheit direkt los.
Unser erster Stopp des Tages war der Sandy Point State Park an der Chesapeake Bay, in Sichtweite der gleichnamigen Brücke. Hier gönnten wir uns den Kaffee, den wir uns noch im Hotel mitgenommen hatten und der jetzt endlich nicht mehr lava-artige Temperaturen hatte. Das Licht war echt toll, alle paar Sekunden änderte sich die Schattierung des Himmels und es war einfach schön anzuschauen. Dazu passte auch, dass außer uns nur sehr wenige andere „Bekloppte“ dermaßen früh hier waren, dementsprechend war es sehr ruhig. So fängt der Morgen gut an:

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Langsam wurde es heller und zwischendurch gab sich sogar ein Kreuzfahrtschiff von Carnival die Ehre und schipperte an uns vorbei. Mit etwas Google-Hilfe bekamen wir heraus, dass es von der Karibik nach Baltimore unterwegs war. Ich hätte ja nie im Leben gedacht, dass Baltimore einen Kreuzfahrt-Hafen hat, aber so habe ich wieder was Neues dazugelernt.

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Bevor es weiterging, passierte mir mal wieder was Blödes… Wir liefen am Strand zurück in Richtung Auto. Eigentlich derselbe Weg, den wir auch hin gegangen sind aber ich habe irgendwie eine treibsand-artige Stelle im Sand getroffen und zack, schon war ich bis zum Knöchel im kalten, nassen Sand.

Das sah bestimmt witzig aus, meine Freundin konnte sich das Lachen jedenfalls nicht verkneifen. Und ich musste mich am Auto erstmal umziehen. Zum Glück hatte ich mir die neuen Schuhe im Outlet geholt, sonst wäre das jetzt unangenehm gewesen. Aber hey, immerhin wurden wir nett verabschiedet:

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bacchus85

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  • #36
Sonntag, 13.10.2019 - Teil 2

Der weitere Weg führte uns über die Chesapeake Bay Bridge bis nach Dover, Delaware. Hier besuchten wir das Air Mobility Command Museum. In Dover gibt es nämlich eine große Basis der US-Luftwaffe, auf der vor allem Transportflugzeuge stationiert sind, das Museum befasst sich daher vor allem mit militärischen Transport- und Tankflugzeugen. Und als ehemaliger Luftwaffentransportsoldat (LTG 62 for Life!) wollte ich mir mal die Schätze, die hier ausgestellt sind näher anschauen.

Das Museum selbst ist in einen Innen- und Außenbereich unterteilt. Der Innenbereich liegt in einem alten Hangar, davor stehen dann noch eine Reihe anderer Flugzeuge, auf die man vom alten Tower aus einen super Ausblick hatten. Weiterhin erwähnenswert ist, dass man andauernd daran erinnert wird, dass es sich bei der Airbase um eine aktive US-Militärbasis handelt und dass man diese lieber nicht betreten sollte:

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Das Museum selbst ist aber für jedermann zugänglich. Es gab keine Sicherheitskontrolle oder ähnliches und der Eintritt ist sogar kostenlos. So erkundeten wir das Gelände ganz in Ruhe und trafen auf ein paar andere Leute, die mit einem freiwilligen Helfer des Museums eine kostenlose Tour machten. Wir schlossen uns an und hatten so auch die Möglichkeit, viele der ausgestellten Flugzeuge von innen zu sehen. Besonders beeindruckend fand ich hierbei die C-5 und die B-17.

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Zwischendurch gab es sogar etwas Flugverkehr, diese Maschine startete einige Stunden später wieder in Richtung Frankfurt-Hahn:

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bacchus85

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Sonntag, 13.10.2019 - Teil 2

Nachdem der Technikfreak in mir befriedigt war, ging es weiter Richtung Norden. Hier kamen wir zunächst an der Rennstrecke von Dover vorbei und hielten für einen Schnappschuss mit „Miles, the Monster“ an. Das ist seiner Hand ist übrigens ein Auto in Original-Größe... bekloppt, diese Amerikaner.

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Und während wir das Foto machten, hörten wir Motorengeräusche. Weil da weit und breit niemand war und auch kein Hinweis zu finden war, dass der Zutritt verboten sei, sahen wir uns um und landeten letztendlich auf einer der Tribünen, auf der sonst über 80.000 Leute NASCAR-Rennen anschauen. So haben wir uns ein paar Augenblicke die Testfahrten angeschaut. Das muss schon echt laut sein, wenn 40 von diesen Karren hier ihre Runde drehen.

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Das nächste – und letzte – Ziel für heute war dann nicht mehr weit entfernt. Nach einer kurzweiligen Fahrt, unter anderem durch Leipsic, erreichten wir über herrlich ländliche Straßen das Bombay Hook National Wildlife Refuge. Hierbei handelt es um ein Tierschutzgebiet, in dem vor allem Vögel heimisch sind. Hier gab es nach einem kurzen Info-Boxenstopp am Visitor Center jede Menge zu sehen.

Es gibt viele Trails und einige Aussichtstürme, weiterhin kann man auch einen „Scenic Drive“ durch das Refuge machen. Bei entsprechendem Interesse und passendem Wetter könnte man hier bestimmt locker den ganzen Tag verbringen. Uns hat es jedenfalls super gefallen. Und ich habe auch für mich gemerkt, dass ich solche Gegenden inzwischen schöner finde als die Großstadt. Das war nicht immer so, aber vielleicht werde ich ja alt und ich mag einfach die Ruhe draußen auf dem Land. Mir ist klar, dass das im krassen Gegensatz zu den Plänen der kommenden Tage stand (New York City), aber wir nutzen die Zeit gut aus, um unsere „Ruheakkus“ vor New York aufzuladen:

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bacchus85

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  • #39
Sonntag, 13.10.2019 - Teil 4

Den Rest des Tages verbrachten wir sozusagen auf der Straße, und zwar der Scenic Delaware Route 9. Dieser Teil der Fahrt hat auch echt Spaß gemacht, weil es links und rechts immer wieder schöne Motive zu sehen gab. Dazu der Truck und gute Country Musik, das könnte ich den ganzen Tag lang machen. So wurde auch hier der eine oder andere ungeplante Stopp gemacht, um sich mal etwas umzuschauen und ich hatte das Gefühl, dass wir auch hier wieder mehr Zeit hätten verbringen können, ohne das Langeweile aufgekommen wäre.

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Aber naja, die Amerikaner sagen dazu „it is what it is“ und es wurde langsam dunkel, da passte es ganz gut dass wir nun schon wieder in der Gegend des Interstate 95 im nördlichen Delaware waren. Es gab noch einen Einkauf bei ShopRite, außerdem hielten wir bei Cabela’s an. Das ist ein riesiges Outdoor-Geschäft (wie Bass Pro Shop) und ich weiß auch nicht wieso, aber ich steh einfach auf diese total übertriebenen Läden.

Der Rest des Abends ist schnell erzählt… Abendessen bei Panda Express und ab in’s Hotel. Morgen sollte es dann – wieder früh morgens – weiter nach NY gehen. Da passte es gut, dass die Lichter sehr schnell ausgingen und ich müde - und glücklich - einschlief.
 

Rosa

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Vor vielen vielen Jahren waren wir auch mal in Baltimore, zwar auch nur am Hafen, aber ich glaube, da muss man nicht wirklich nochmal hin, vor allem wenn es drumrum wirklich so schlimm ist, wie du berichtest.

Ansonsten sehr coole Punkte, die du zeigst und die man nicht wirklich auf dem Schirm hat. Auch wenns jetzt mit der Ruhe vorbei ist, freue ich mich auf New York...


Gruß,
Rosa
 
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