Wie haben wir das eigentlich früher gemacht - so vor 20 Jahren?

tc747

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Erst vor kurzem habe ich diese schönen Forumseinträge gefunden und wollte auch mal kurz meinen Senf dazugeben.
Mangels fehlendem Alter geht meine erste USA Reise noch nicht allzu weit zurück aber immerhin noch in die Phase als es üblich war im Reisebüro zu buchen und das Internet noch nicht so vertraut war wie heute.
Soweit ich mich erinnern kann sind wir gerade frisch ins Jahr 2005 gestartet und ich bin mit meinen Eltern auf dem kurzen Fußweg zum Neujahrsmarkt der bei uns in der Kleinstadt stattfindet. Wie meine Eltern kann ich mich noch ganz genau an die Situation erinnern als ich kurz bevor wir bei unserem Stammfriseur vorbeiliefen zum ersten Mal sagte, dass ich Lust hätte mal nach New York City zu reisen. Meine Mutter hat es im ersten Moment gar nicht so wirklich ernst genommen und ist dann erst ein wenig hellhörig geworden als mein Vater meinte, dass er darauf auch Lust hätte. Die USA waren damals noch so eine große Unbekannte obwohl meine Großtante und ihr Ehemann irgendwann in den 90ern nach Miami ausgewandert sind. Außer meiner Oma die ihre Schwester dort einige Male besucht hatte gab es keine wirkliche Verbindung.
Die Reisepläne konkretisierten sich dann im Laufe des Jahres und wir stöberten durch verschiedene Reisekataloge bis wir irgendwann eine gute Kombination bei Meiers Weltreisen gefunden hatten. Es sollte eine Woche NYC und zwei Wochen Orlando werden.
Mit einer Liste von Dingen die zu buchen waren gingen wir zusammen zu unserem angestammten Reisebüro und waren auch locker eine Stunde beschäftigt bis alles so gebucht war wie wir es ausgetüftelt hatten. Es war ein spannendes Ereignis an das ich mich immer noch sehr gut erinnern kann.
Am 29.06.2006 war dann der große Tag gekommen. Beim Delta Check-In gab es eine kleine Enttäuschung da alle Fensterplätze bereits vergeben waren. Von Sitzplatzreservierungen im Flugzeug hatten wir damals noch nicht wirklich etwas gehört. Alleine der Blick auf den Bildschirm über dem Gate wo New York stand hat bei mir unfassbare Vorfreude ausgelöst. An Board haben wir zu dritt in der Mitte gesessen und dann ging die Reise auch schon los. Für meine Eltern war es der erste Langstreckenflug überhaupt und für mich immerhin der erste über den Atlantik da ich einige Jahre zuvor zum Schüleraustausch in Australien war. Meine Mutter war ganz begeistert von den überaus freundlichen und wie sie bis heute sagt normalen amerikanischen Flugbegleitern. Die jungen künstlich wirkenden Air Berlin Flugbegleiterinnen die sie von den üblichen Charterflügen ans Mittelmeer kannte waren ihr immer suspekt.
Nach gut 8 Stunden sind wir dann in JFK gelandet und in einem dringend renovierungsbedürftigem Terminal angekommen. Der erste kleine Kulturschock waren die metallenen Toiletten und die großen Spalte der Kabinenwände. O-Ton Mama: Das ist ja wie im Knast.
Da ich keine detaillierte Erinnerung an die Immigration habe wird das wohl einigermaßen unspektakulär gewesen sein. Am Gepäckband war ich irgendwie ein wenig schockiert wie viele andere Passagiere einen Anschlussflug hatten was ich an den baggage tags erkennen konnte. Ich dachte mir, wie kann man bloß in New York landen und einfach weiterfliegen. Das ist doch die spannendste Stadt der Welt :lacry:
Wir nahmen unser Gepäck und auf gehts zum Taxi Stand direkt hinter dem Ausgang. Der erste Eindruck: Heilige Scheiße, welches heiße Abluftgebläse ist denn hier? :hot: Ernüchternde Erkenntnis: Das sind einfach nur die knapp unter 40°C Außentemperatur die uns entgegenkommen.
Im riesigen Ford Crown Victoria Taxi ging es dann Richtung Manhattan. Man macht sich ja so seine Vorstellungen wie groß eine Stadt wie New York ist um dann festzustellen dass sie noch viel viel größer ist. So viele Eindrücke prasselten auf einmal auf uns ein und das obwohl wir nur in einem Taxi saßen. Nach geschätzten 20-30 Minuten Fahrt konnte ich am Horizont zum ersten Mal die Skyline von Manhattan erkennen und war einfach nur überwältigt. Die Fahrt ging noch gut 15-30 Minuten bis wir mitten in Manhattan an unserem Hotel ankamen.
Unsere ersten kleinen Kulturschocks waren die Distanzen, die Manhattan-Supermarkt-Preise (zumindest bei dem sauteuren Supermarkt den wir gefunden hatten) und Kleinigkeiten wie die Funktion der Dusche die uns zunächst wie ein Rätsel erschien.
Navigiert haben wir mit den klassischen faltbaren Stadtplänen und unserem ADAC-Reiseführer. Die wahnsinnig kalten Temperaturen in Gebäuden sind uns auch noch als Kulturschock in Erinnerung geblieben. Besonders im Kontrast zu den Rekordtemperaturen draußen war es einfach viel zu kalt und wir waren nicht recht darauf vorbereitet.
Am ersten Morgen in NYC bin ich völlig naiv alleine losgelaufen um nach einer Bäckerei zu schauen und etwas zum frühstücken zu holen. Irgendwie dachte ich es wäre wie in Deutschland wo es ja quasi an jeder Ecke eine Bäckerei gibt. Das lustige ist, dass es in meinem Fall tatsächlich so war und ich innerhalb von wenigen Minuten eine Bäckerei fand und einige Bagles mitbringen konnte. Manchmal hat man mehr Glück als Verstand. Die Woche in New York war ausgesprochen spannend aber auch auf Grund des Wetters eine große Kraftanstrengung die wir heute in dieser Form nicht mehr machen würden.
Nach einer Woche ging es dann mit einem vom Hotel organsierten Lincoln Town Car zum Flughafen um nach Florida zu fliegen.
Beim Landeanflug musterte meine Mama die vielen Seen kritisch als Mückentümpel aber insgesamt sah es sehr schön und grün aus. Am Flughafen selbst gefiel es ihr schon viel besser als in New York (O-Ton Mama: es sieht nach Urlaub aus) dochjetzt stand eine der größten vermuteten Herausforderungen an: Mietwagen abholen.
Übers Reisebüro hatten wir bei Alamo gebucht und da ich vorher mehr als ausgiebig recherchiert hatte wusste ich wie die Choice Line theoretisch funktionieren sollte. O-Ton meiner Elter: Die stellen da doch nicht einfach Autos hin und du nimmst dir einfach einen...
Nachdem wir uns am Schalter noch eine unsinnige zusätzliche Versicherung haben aufschwätzen lassen weil wir es irgendwie auch nicht besser wussten ging es zum Parkplatz. Kategorie Fullsize, Schlüssel stecken, einfach auswählen, losfahren und an der Schranke die Unterlagen vorzeigen. Wie einfach so etwas organisiert werden kann ist für den deutschen überkorrekten Verstand erstmal schwer zu begreifen. Meine arme Mama musste dann erstmal warten während die Autonarren Papa und ich die einzelnen Autos anschauten und probesaßen :lacry: Da ist sie heute noch ein bisschen traumatisiert von weil es einfach so lange dauerte. Letztendlich ist die Wahl auf einen weißen Chevy Impala gefallen. Wow, großes Auto und was da alles in den Kofferraum passt, fantastisch. Noch in Deutschland hatte ich mir eine paar Notizen gemacht wie man zum Hotel in Davenport kommt (eventuell mit Google Earth aber so genau weiß ich das nicht mehr) und wir sind erstmal langsam losgefahren. Andere Straßen, andere Verkehrsregeln und Verkehrszeichen haben meinen Papa erstmal sehr sehr vorsichtig fahren lassen. Gefühlt waren wir eine Ewigkeit unterwegs bis ich irgendwann ein kleines Schild mit dem Hotelnamen entdeckte; wir hatten es tatsächlich gefunden. Das Bahama Bay Resort machte einen super guten ersten Eindruck und wir waren absolut fasziniert davon mit dem Auto bis vor die Apartmenttür fahren zu können. Das Apartment war so viel größer als wir es uns vorgestellt hatten. Mit einem Grinsen erinnere ich mich noch daran wie wir zusammen vor der Waschmaschine standen um herauszufinden wie genau sie funktioniert und man ist ganz begeistert wenn es klappt. Bei Walmart und Publix lernten wir dann auch dass die Preise aus dem New Yorker Supermarkt glücklicherweise nicht in ganz Amerika gelten aber es war schon eine Herausforderung da die allermeisten Marken und Produkte völlig unbekannt waren. Mittlerweile haben wir unsere Standartprodukte gefunden und ein Walmart/Publix/Safeway etc fühlt sich praktisch so vertraut an wie ein Supermarkt hier.
Die Navigation in Florida habe weitestgehend ich übernommen nachdem wir uns am ersten Tag an einer Tankstelle einen Autoatlas für Florida gekauft haben. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern wie wir vor Fahrtantritt die Routen besprochen haben und ich dann penibel mit dem Atlas auf dem Schoß und dem Blick auf die Straßenschilder navigiert habe. Auch wenn es ein sehr gutes Training war möchte ich die Bequemlichkeit von Google Maps heute nicht mehr missen da es die Fahrt für Fahrer und Navigator sehr viel entspannter macht, ganz zu schweigen davon wenn man man alleine unterwegs ist.
Nach Besuchen von Sea World und Busch Gardens und einem Pooltag den ich mit einem äußerst bösen Sonnenbrand zu bezahlen hatte (die Sonne in Florida ist dann doch ein bisschen heftiger als erwartet) stand auch noch ein Besuch bei meiner Großtante in Miami auf dem Plan. Der Tag war soweit ganz gut doch hatten wir mal wieder die Distanzen völlig unterschätzt und waren sehr spät abends auf dem Rückweg. Clever wie wir waren wollten wir natürlich den kürzesten Weg nehmen der natürlich keine Interstate war 😣 (FL-60 soweit ich es rekonstruieren kann). Die Straße war leider nicht in dem allerbesten Zustand und hatte noch ein paar Schäden von vergangenen Stürmen. Es kam wie es kommen musste und wir erwischten ein Schlagloch bei voller Fahrt was beide Reifen auf der Beifahrerseite nicht überlebten. Mit zwei platten Reifen standen wir irgendwo in der Pampa einige Meilen östlich von Yeehaw Junction (diesen Namen werde ich niemals mehr vergessen). Einige wenige LKWs bretterten an uns vorbei während wir am Straßenrand im hohen Gras standen. Mit dem Handy versuchte ich Alamo zu erreichen was aber zunächst nicht so recht funktionieren wollte. Die Verbindung war schlecht, die Akustik vom Handy ebenfalls und mein Schulenglisch war auch auch nicht gerade perfekt dazu geeignet alles fehlerfrei zu kommunizieren. Das Britische Wort puncture für platten Reifen kannte der Alamomitarbeiter nicht und somit musste ich es grob mit the air is away beschreiben.
Nach einiger Zeit kam dann ein State Trooper mit Blaulicht der vermutlich von einem LKW alarmiert wurde und völlig kopflos wie ich war bin ich einfach mal auf ihn zugelaufen :blue: Heute denke ich mir dass ich auch locker hätte verhaftet oder angeschossen werden können aber glücklicherweise versprühte ich wohl nicht den Eindruck eine Gefahr sondern einfach nur ein dummer dummer Tourist zu sein. Der Herr Sheriff konnte uns dann helfen Alamo zu kontaktieren und einen Abschleppdienst zu organisieren. Der Sheriff musste dann weiter und wir standen wieder an der Straße und warteten auf den Abschleppdienst. Relativ zügig kam dann auch der Abschleppwagen mit einer ziemlich coolen Mechanikerin im Führerhaus. Sie wollte dann einen Reifen wechseln was mich doch etwas irritierte da wir ja zwei platte Reifen hatten und es ja nur einen Reservereifen am Auto gab. Das Wort flat tire hatte ich mittlerweile gelernt und konnte ihr dann auch sehr schnell erklären, dass wir etwas mehr als einen einfachen Reifenwechsel bräuchten. Die Dame rollte die Augen und meinte nur dass es nicht das erste Mal sei dass Alamo einen völlig falschen Auftrag machen würde. Pragmatisch wie sie war telefonierte sie kurz mit Alamo und ließ sich das ok fürs Abschleppen und den Wagentausch geben. In dem Moment war ich einfach nur dankbar dass sie sich darum kümmern konnte und wir nicht länger da an der Straße stehen mussten. Der weiße Chevy wurde kurzerhand auf den Abschleppwagen gehoben und zu viert saßen wir im Führerhäuschen. Nach ein paar Minuten und kurzem Smalltalk kamen wir an einer Tankstelle in Yeehaw Junction an. Dort wurden wir mit dem weißen Impala abgeladen und sollten auf einen anderen Abschleppwagen mit dem Ersatzauto warteten der von Vero Beach kam. Nach kurzer Zeit kam tatsächlich der angekündigte Ersatz und erneut waren wir erstaunt wie unbürokratisch das ganze ablief. Die Barcodes der Autos wurden gescannt, es gab eine Unterschrift für den Tausch und das war es auch schon. Reinsetzen, losfahren und endlich zurück ins Apartment kommen. Unser weißer Impala war nun durch einem bronze-bräunlichem Impala ersetzt worden der sogar etwas besser ausgestattet war. Weit nach Mitternacht kamen wir endlich zu Hause an und fielen in die Betten. Vielleicht war genau diese Feuertaufe der Grund weshalb wir uns alle drei so nachhaltig in Amerika verliebt haben und keine allzu großen Sorgen haben wenn wir dorthin reisen. Eigentlich war es diese eine Reise die man einmal im Leben macht. Mit diesem Gedanken sind wir zumindest damals in Frankfurt ins Flugzeug gestiegen. Aus dem einmaligen Erlebnis sind mittlerweile 14 Mal geworden und es dürfen noch sehr viele weitere werden.
Auch wenn die Vorbereitung heute eine ganz andere ist als in der Vor-Internetzeit gibt es so viele Dinge die wir nur durch das eigentliche Reisen lernen konnten. Wir können uns nicht auf alles vorbereiten und das ist auch gut so weil sonst ein wichtiger Bestandteil des Reisens verloren ginge. Die außergewöhnlichen, überraschenden Momente bleiben uns am nachhaltigsten im Kopf.
In diesem Sinne, wünsche ich euch allen Reisen mit vielen bleibenden schönen Erinnerungen
 

Arndt

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Nach Florida sind wir eigentlich nur durch Zufall gekommen. In 1992 mussten wir unseren geplanten Urlaub nach Südafrika 3 x stornieren. In allen Fällen waren unsere Arbeitgeber daran Schuld und haben auch jedes Mal die Kosten komplett getragen.

Irgendwann standen wir dann Mitte Dezember da und hatten noch knappe 30 Tage Urlaub und keine Ahnung wo man denn um diese Jahrezeit noch (bezahlbar) hinfahren könnte. Ein Arbeitskollege empfahl uns Florida und lud uns freundlicherweise zu sich nach Hause ein, um uns einen kleinen Eindruck zu zu vermitteln und die ersten Tipps zu geben.

Gesagt getan - im Bildschirmtext (!!!) stand ein Angebot über Flug mit Martianair ab AMS und Mietwagen für 3 Wochen zu akzeptablen Konditionen. Glücklichwerweise lag das Reisebüro auch noch in Essen, so dass wir dort schnell Abends noch vorbeigefahren sind und gebucht haben. Da wir Weihnachten und Silvester noch mit der Familie verbringen wollten, ging es am 1. Januar recht früh nach Amsterdam und von dort direkt nach Tampa. Aufgrund der Jahreszeit kamen wir natürlich im Dunklen an. Bei einem so guten Angebot wie dem unserigen war natürlich ein Haken - der Autovermieter lag irgendwo in der Pampa und wir mussten erst aufwändig nach dem Shuttle telefonieren. Als wir endlich auf der Strassse waren, war es entsprechend spät plus die Zeitverschiebung plus die kurze Nacht aufgrund Silvesterfeier und Nervosität.

Wir beschlossen deshalb schnellst möglich ein Zimmer zu suchen und fuhren daher fast schon in der nächsten Abfahrt wieder raus. Dabei erwischten wir dann eine Kaschemme der allerschlimmsten Art. Man war halt müde, hatte keine Ahnung und wollte nur ins Bett. Ich glaube meine Frau hat in dieser Nacht kein Auge zu gemacht und laufend genölt das sie dort weg wolle. Morgens ging die Schimpftirade dann richtig los. Sie wolle sofort nach Hause. In diesem Sch..sland schliefe sie keine weitere Nacht usw. Ich konnte sie erst mal beruhigen und mit ihr nach Orlando fahren. Dort hatten wir von dem Kollegen einen Tipp für ein nettes Haus in Kissimmee erhalten. Das steuerten wir direkt an und konnten auch direkt einchecken. Als Erstes wurde dann mal geduscht, weil wir uns in dem Drecksloch nicht getraut hatten.

Alles in allem wurde es dann doch ein toller Urlaub mit einer abschließenden Erholungswoche auf Treasure Island. Das Motel dort gefiel uns so gut, dass wir heute noch immer dort absteigen. In privater Hand mit europäischen Wurzeln. Alles sauber und immer gepflegt. Man merkt, dass die Eigner in die eigene Tasche werkeln.

Damit noch nicht genug. Beim Start in Tampa hatten wir dann noch einen Vogelschlag im Triebwerk. Es ging dann erst mal für ca. 4 Stunden raus über den Golf um Sprit zu verbrennen. Danach zurück nach Tampa, kurzer Check durch die Crew und Abbruch des Rückfluges. Ab ins Flughafenhotel - ohne Gepäck. Dann mitten in der deutschen Nacht versucht die Eltern zu erreichen, damit diese Bescheid wussten und vor allem auch nicht sinnlos nach Amsterdam fuhren. Am darauf folgenden TAg klappte dann der Rückflug problemlos und wir waren endgültig von den USA angefixt.

Seitdem waren wir jedes Jahr mindestens einmal in den USA - nicht immer Florida und leider nicht in 2020 - und haben inzwischen 44 Staaten besucht. Uns gefällt das Land sehr gut und wir werden wohl weiterhin im Herbst immer wieder rüber fliegen.
 

Ele

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Unser erster Florida-Flug (1996) war auch mit Martinair.
Damals wurde sogar noch ein (kostenloser) Shuttle angeboten, der uns von Münster nach Amsterdam gebracht hat.
 

Hilliman

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Erster USA Urlaub im April 1996. Gebucht über den Sat1 Videotext.
1 Woche Miami Beach im Thunderbird Motel (Sunny Isles) inkl. Frühstück, 1 Woche Mietwagen (compact), 1 Woche Hotel in Cancun Mexiko, inkl. aller Flüge.
Preis damals war glaube ich pro Person 1500 DM. :)
Flüge waren mit Alitalia von Düsseldorf-Rom-Miami. Mit einer Übernachtung in Rom inklusive und kostenlosen Flughafen-Hotel Transfers.
Unsere erste originale Pizza Erfahrung in Italien. Wir haben uns danach gewundert, warum die hier in Deutschland um Welten besser schmeckt...
Leider streikte in Italien das Bodenpersonal und 2 von 3 Koffern kamen erst um 2 Uhr Nachts ins Hotel. Den 3. mussten wir uns am Morgen im nationalen Bereich des Flughafens abholen und mit schnellen Schrittes in den internationalen Bereich hetzen.
Flug war mit einer 747-200 welche in Mailand einen Zwischenstopp machte, was wir aber erst im Flieger gesagt bekommen hatten.
Egal, Hauptsache irgendwann ankommen.
Flug war normal, Landung nicht. Dort kamen wegen dem harten Aufsetzens die Sauerstoffmasken herunter. :)
Über die kostenlosen Florida on the go Hotel Coupon Heftchen bei McDonalds haben wir für eine Nacht ein Hotel in Fort Myers angesteuert. Ging alles problemlos.
Der Flug nach Mexiko ging mit Mexicana in einer 727. Beim Einstieg konnte man ins Cockpit gucken. Dort saßen 3 Leute. Einer hinter dem Co Piloten an einem Tischen und organisierte mit einem Geodreieck und Stift auf einer Karte die Wegstrecke. Kaum noch vorstellbar heute ...
Zurück dito über Miami- Rom - Mailand- Düsseldorf.

Weil uns das Florida Virus angesteckt hatte, ging es im Jahr darauf wieder nach Florida.
Diesmal mit Iberia. Auch wieder über den Videotext gebucht. DUS-MAD-MIA auch in einer 747-200 und Compact Mietwagen. Fly+Drive Preis damals 500 DM.
Wir haben nur ein Hotel für die ersten 3 Nächte in Miami vorgebucht.
Da es beim ersten Mal so gut mit den Coupon Heftchen funktioniert hatte, haben wir die übliche Rundreise Miami, Cape Caneveral, Orlando, Clearwater Beach, Ft.Myers gemacht.
Hat auch diesmal problemlos funktioniert.

Bis zum heutigen Zeitpunkt konnten wir auf weitere 25 USA Besuche zurückblicken und sind froh den Schritt damals über den großen Teich gemacht zu haben.
Ein Pauschalurlaub 2 Wochen Pool, Strand, Pool, Strand können wir uns echt nicht mehr vorstellen...
 

Suse65

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Die gute alte MartinAir - da können wir uns auch noch dran erinnern..
An Martinair werde ich jeden Tag erinnert. :giggle:

Mein Büro:



Ich hab mal ein paar Jahre für die DBA gearbeitet, wir hatten codeshare Flüge mit Martinair und da haben sie uns ihre Retro-Poster als Geschenk zukommen lassen. Die konnte man damals über die Airline bestellen, 5 Euro das Stück plus Versand, ist lange her. Hätte ich gewußt, daß die Teile heute zum Teil für über 100 Dollar auf eBay gehandelt werden, hätte ich zum einen einen vollständigen Satz eingesackt und sie außerdem nicht mit Reißzwecken an der Wand angepinnt. :rolleyes: Manche sind aber auch schon reichlich verblichen.
 

Texelrita

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  • #131
Weltklasse....mit Noordje de Bruin nach Nepal....hach 🥰 und für diese Poster gäbe ich was!

Wir haben die MartinAir auch mehrfach genutzt um den Onkel in Orlando zu besuchen, das war sogar noch Rauchzeiten meinerseits. Man buchte Nichtraucher mit Kind und ich lief dann nach hinten zum qualmen 🙈.
 

Arndt

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Man buchte Nichtraucher mit Kind und ich lief dann nach hinten zum qualmen 🙈.
Du warst das also. :ROFLMAO:

Bei meinen letzten Rauchflug hatten wir eine 3-er Reiher am Fenster. Alle 2 Minuten kam einer aus dem Nichtraucherbereich an, der sich bei uns in die Reihe setze um eine zu qualmen. Nach einiger Zeit wurde mir das zu bunt und ich habe mich an den Gang gesetzt und keinen mehr in unsere Reihe rein gelassen. Das gab ein Heidentheater und fasst musste der Captain kommen. Aber ich habe keinen Platz gemacht.

Seitdem haben wir nur noch Nichtraucherplätze gebucht und ich habe dann die 8-10 Stunden dort total schmachtend verbracht. Es war für mich eine Ehrensache nicht im Flieger zu rauchen, wenn ich keinen Raucherplatz reserviert hatte.

Ca. 2 Jahre später habe ich dann aufgehört und etwa zeitgleich wurde auch das Rauchen an Board verboten.
 

Texelrita

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  • #133
:ROFLMAO::ROFLMAO::ROFLMAO: Nee das war ich nicht! Man ging dann immer hinten in den "Raum/Küche" oder stand davor im Gang, die Stewardessen rauchten da ja noch mit - da sassen gar keine Gäste weil das die Plätze der Stewardessen waren in den letzten 2 Reihen, so kenn ich das zumindest. Ich setze mich doch nicht einfach zu Leuten während des Flugs um zu rauchen, hätte ich mich nie getraut und andersrum wäre ich auch "angepisst"! Aber alles Schnee von gestern und für mich seit zig Jahren nicht mehr denkbar und auch nicht mehr nachvollziehbar, das getan zu haben. Gehöre inzwischen zu den doofen penetranten Nichtrauchertypen :cool:, die ne Kippe auf nem km schon riechen.
 

voschwa

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Habe gerade den ganzen Strang noch mal in einem Rutsch gelesen und mich über die alten Reiseberichte und Erlebnisse tierisch gefreut. Gerade jetzt, wo man nicht so recht weiß, ob die eigenen Planungen für den Herbst Realität werden, ein Trost für die Fernweh geplagte Seele.

Dabei habe ich mich an meinen ersten Florida Urlaub erinnert. Das war im Spätherbst 1994, bis zum 2. Advent, den ich dann noch in New York erlebt habe. Hintergrund war, dass ich meinen Job gekündigt hatte und, wie branchenüblich, sofort freigestellt wurde. Also fast 3 Monate frei, bei vollem Gehalt.

Mein Freund Herbert hatte eine ähnliche Situation im Jahr zuvor und 6 Monate in Florida verbracht. Die meiste Zeit davon in Naples. Als ich ihm von meinem Zeitfenster erzählt habe kam er auf die Idee, ob wir nicht ganz spontan 6 Wochen nach Florida gehen sollten. Am Tag danach sind wir ins Reisebüro und haben die Flüge gebucht.

Begonnen haben wir in Miami South Beach, für eine Woche. Herbert kannte dort Gott und die Welt. Ein Freund von ihm aus Deutschland kaufte dort damals alte, ziemlich verratzte Appartementhäuser, renovierte diese und verkaufte sie mit immensem Gewinn oder vermietete, meist an Modells. Die Geschichten, die der damals erzählt hat, klingen mir bis heute in den Ohren. Insbesondere die Lösungsvorschläge säumiger Mieter (innen). Der gute Geschmack verbietet mir die Weitergabe meiner Erinnerungen.

SoBe war damals eine Mischung aus bereits schön renovierten Hotels und Appartementhäusern und einer Menge absolut baufälliger „Ruinen“. Es herrschte ein wenig Goldgräberstimmung, jedem war klar, dass hier ein ziemlicher Boom bevorstand. Die Fernsehserie Miami Vice hat das damals wohl ziemlich verstärkt. Jedenfalls war SoBe um Längen entfernt vom heutigen Zustand, irgendwie kaputter, aber auch authentischer.

Über diesen Freund wären wir in jeden der schon damals ziemlich exclusiven Clubs gekommen. Da brauchte man aber vor Mitternacht nicht antreten, war noch nix los. Also haben wir uns immer um 23.30 Uhr mit diesem Freund verabredet. So gegen 19.00 Uhr waren wir beide immer essen und haben uns danach „zur Einstimmung“ noch mal kurz hingelegt. Jede Nacht hat der Wecker geklingelt, wir haben aber unsere müden, alten Knochen nie aus dem Bett bekommen. Wahrscheinlich haben wir deshalb wegweisende Begegnungen mit amerikanischen Showgrößen verpasst und Karrierechancen einfach verpennt. Vielleicht wären wir Madonna begegnet, die hätte sich spontan in den Inbegriff teutonischer Biederkeit (mich) verliebt und mein Leben wäre ganz anders verlaufen……

Wir haben dann anschließend eine Rundreise gemacht, über die Ostküste bis nach Orlando. Kann mich gut erinnern, wie wir in einem Motel in Boca Raton in Fernsehen den ersten Weltmeistertitel von Michael Schumacher gesehen haben. Da wo er diesen Engländer (Name vergessen) wenig charmant von der Strecke geschubst hat.

Die Bilder und Erlebnisse dieser Zeit sind mir bis heute so in Erinnerung, als wenn es erst vor Monaten gewesen wäre. Am Ende der Rundreise, über die ich Bücher schreiben könnte, sind wir dann 4 Wochen in Naples gestrandet. Das ist dann quasi zur Liebe meines Lebens geworden und bis heute geblieben. (Meine Frau mag mir verzeihen, sie weiß wie ich das meine, es geht ihr genauso).

In den Erzählungen meiner Vorgänger* (Gendersternche wg. der political corectness) erkenne ich vieles wieder. Die Couponsheftchen aus denen man sich das nächste Hotel ausgesucht hat, die großen Autos, die freundliche Art der Amerikaner zu helfen, wenn man mal in Not war etc.

Leider hat es erst 2009 wieder geklappt mit einem normalen Urlaub dort. Diesmal zusammen mit meiner Frau. Die hat sich schon am ersten Abend am Ocean Drive in Florida verleibt und seitdem vergeht kein Tag, an dem wir nicht in irgendeinem Zusammenhang an Florida denken und planen. Umso härter unser „Aussetzer“ letztes Jahr und umso größer die Hoffnung auf den Herbst 2021.

Bei allen sonstigen Differenzen oder (besser) unterschiedlichen Sichtweise hier im Forum, in diesem Ziel sind wir uns, glaube ich, alle einig.
Liebe Grüße aus dem verschneiten Bayern

Volker
 

Texelrita

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  • #135
Volker, das hast du schön geschrieben und die Verbundenheit zu Florida und den Erlebnissen sind vielfältig ähnlich, so schön! Und was du über Naples schreibst, kann ich sofort unterschreiben. Wir waren vorher viel in Cape Coral weil es einfach war und günstiger, aber Naples hat was, was auch wir sehr zu schätzen wissen, danke für den schönen, kurzweiligen Bericht aus alten Zeiten....1994 hatte ich einen Säugling und an Florida war erstmal nicht zu denken ;)!
 

Pemimae

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Du warst das also. :ROFLMAO:

Bei meinen letzten Rauchflug hatten wir eine 3-er Reiher am Fenster. Alle 2 Minuten kam einer aus dem Nichtraucherbereich an, der sich bei uns in die Reihe setze um eine zu qualmen. Nach einiger Zeit wurde mir das zu bunt und ich habe mich an den Gang gesetzt und keinen mehr in unsere Reihe rein gelassen. Das gab ein Heidentheater und fasst musste der Captain kommen. Aber ich habe keinen Platz gemacht.

Seitdem haben wir nur noch Nichtraucherplätze gebucht und ich habe dann die 8-10 Stunden dort total schmachtend verbracht. Es war für mich eine Ehrensache nicht im Flieger zu rauchen, wenn ich keinen Raucherplatz reserviert hatte.

Ca. 2 Jahre später habe ich dann aufgehört und etwa zeitgleich wurde auch das Rauchen an Board verboten.
Oh ja, daran kann ich mich auch sehr gut erinnern. Ich war ja starker Raucher, der immer im Raucherbereich sitzen wollte. Auf einem Flug freuten wir uns über die 3erReihe für uns und den freien Mittelplatz. Die Stewardess kam nach einer Weile vorbei und fragte, ob es möglich sei, dass sich mal ein Raucher, der Nichtraucher sitzen müsse, auf den Gangplatz setzen könnte, um zu rauchen. Das haben wir natürlich erlaubt, aber ein paar Minuten später stand dann wirklich eine Schlange im Gang. Der freigewordene Platz wurde immer umgehend vom nächsten Raucher wieder besetzt. Als sich eine Dame dann zum 2. Mal neben mich setzte und meine Frage, warum sie denn keinen Raucherplatz nimmt, wenn sie so häufig raucht, mit: "ich habe doch keine Lust, die ganze Zeit in diesem Qualm zu sitzen" beantwortete, habe ich mit der Erklärung, auch ich hätte keine Lust, 2 Stunden ununterbrochen im Qualm der Mitmenschen zu sitzen, die keine Lust drauf hätten, im Qualm zu sitzen, den Gangplatz besetzt und nicht mehr freigemacht. Denn inzwischen hatte ich wirklich Kopfschmerzen. Ich weiß, die Leute damals haben mich gehasst, war mir aber egal. Ich hatte danach aber auch keine Lust mehr auf eine Zigarette.

Ich hatte auch immer den Ehrgeiz, ohne Zigarette auszukommen, wenn ich einen Nichtraucherplatz hatte und habe sogar den Flug nach Australien ohne ausgehalten.

Seit inzwischen 11 Jahren ist das auch kein Thema mehr für mich und ich habe für die Mitmenschen, die gleich nach der Landung die erste Rauchmöglichkeit nutzen, nur noch ein mitleidiges Lächeln.
 

tc747

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Der Flug nach Mexiko ging mit Mexicana in einer 727. Beim Einstieg konnte man ins Cockpit gucken. Dort saßen 3 Leute. Einer hinter dem Co Piloten an einem Tischen und organisierte mit einem Geodreieck und Stift auf einer Karte die Wegstrecke. Kaum noch vorstellbar heute ...
Um dieses Erlebnis beneide ich dich als Luftfahrtfan sehr!

Freut mich sehr hier weitere erste Erlebnisse von euch allen zu lesen.
In 2006 sind wir damals auch noch mit dem klassischen Couponheft von Meiers Weltreisen auf Reisen gegangen. Da ich es über die ganzen Jahre jetzt so gewöhnt bin kann ich mir gar nicht mehr so richtig vorstellen einen USA-Urlaub im Reisebüro zu buchen.

Nach 2006 waren wir das nächste Mal in 2009 in Florida nachdem ich im Internet entdeckt hatte, dass Ferienhäuser auf Seiten wie FeWo Direkt deutlich günstiger angeboten wurden als in den Reisekatalogen wo es damals auch nur zwei Ferienhauskategorien um Orlando herum gab.
Nach einiger Suche und ein paar vergeblichen Anfragen sind wir letztendlich auf eine Agentur in Cape Coral gestoßen über die wir dann auch ein hübsches Häuschen an einem Kanal in Cape Coral gebucht haben.
Da ich ohnehin Spaß an der ganzen Urlaubsplanung und Recherche hatte habe ich bei dem Amerikanischen Flugsuchportal Orbitz auch noch recht günstige Flüge gefunden. Mit United ging es über Chicago nach Fort Myers und von Miami ging es mit Swiss über Zürich zurück nach Frankfurt. Den Urlaub so alleine übers Internet zu organisieren und zu buchen war damals noch ein ziemlicher Schritt ins Unbekannte aber letztendlich hat es wunderbar funktioniert. Heute schätzen wir die Freiheit selbstständig Reisen zu planen und zu buchen sehr auch wenn so ein bisschen Reisebüronostalgie durchaus aufkommt wenn ich die Geschichten hier lese.
 

Ron242

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aber ich frag mich das trotzdem täglich, wie man auch sowas ohne hotelbewertungen etc Buchen konnte?!?
Mit den guten alten Travel Coupon Books 🥰.... da werde ich heute doch ganz melancholisch.
Und irgendwie waren alle Motels
"newly renovated".
Ein sehr dehnbarer Begriff wie wir des Öfteren feststellen mussten 😅😅😅
 

Ron242

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Habe den Thread heute erst entdeckt und muss demnächst auch mal etwas dazu schreiben.....👌🏻
 

Cris

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Habe den Thread heute erst entdeckt und muss demnächst auch mal etwas dazu schreiben.....👌🏻
Geht mir genauso. Muss unbedingt mal von unserem ersten Urlaub 1993 berichten. Toller Thread. Vielen Dank an alle, die sich hier so viel Mühe mit den Berichten gegeben haben :love:.
 
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